Hörfunktipps KW 33 Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova

Montag, 14. August 2017

Musik-Panorama · 21.05 – 22.50 Uhr · Deutschlandfunk

Kammermusikfest Spannungen 2017

Werke von Antonín Dvořák, Adolf Busch, Maurice Ravel und Benjamin Britten

‚Mainly Dvořák‘, vom sprichwörtlich ersten Ton bis heute ist der Tscheche treuer Weggefährte von Spannungen, dem internationalen Kammermusikfest in der Eifel. In diesem Jubiläumsjahr steht Dvořák einmal mehr im Mittelpunkt. Sätze aus seinem Streichquartett ,Zwei Zypressen’, verteilt auf mehrere Abende, verbinden die Konzerte des Festivals. Reizvoll schillern die Streichquartette von Adolf Busch, Maurice Ravel und Benjamin Britten. Sie leuchten die altehrwürdige Gattung in ungewöhnlichen Farben und Schattierungen aus, mal mit Saxofon, mal mit Flöte, Klarinette und Harfe, mal mit Oboe. Ein Meisterwerk aus der Feder Antonín Dvořáks beschließt das Konzert, das ‚Klavierquartett op. 87‘.

Freispiel · 0.05 – 1.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Holzschnitzer – Wo ist denn die Sonne direkt über uns?

Hörspiel von Luise Voigt

DKultur 2016/54‘33

Wie fragil Identität ist, zeigt eine Überlieferung aus dem frühen 15. Jahrhundert. In
Florenz wird einem Holzschnitzer ein böser Streich gespielt: Man lässt ihn glauben, er sei ein anderer. Sein Umfeld spricht ihn mit falschem Namen an und zwingt ihn so in eine fremde Biografie. Diese Geschichte im Gepäck, erforscht die Autorin fest eingebettete Identitäten und Identitätskonstruktionen unter Verwendung der ‚Novelle vom dicken Holzschnitzer‘ von Antonio Manetti.

Zeitfragen. Feature · 19.30 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Leben im Minus

Warum in Deutschland immer mehr Menschen überschuldet sind

Von Georg Gruber

Die Wirtschaft wächst, die Arbeitslosigkeit sinkt, doch immer mehr Menschen in Deutschland sind überschuldet. Rund jeder zehnte Erwachsene kann hierzulande seine Rechnungen und Kreditraten nicht mehr bezahlen. Und: Immer mehr alleinerziehende Frauen und Rentner geraten in finanzielle Notlagen. Der Grund für die Überschuldung ist statistisch gesehen nur selten überzogenes Konsumverhalten. Viel öfter sind Lebenskrisen der Auslöser. Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Trennung stehen in vielen Fällen am Anfang einer Schuldnerkarriere, aus der die Betroffenen nur schwer ohne fremde Hilfe wieder herausfinden. Die Schuldnerberatungen sind voll, doch wer Schulden hat, spricht nur ungern öffentlich darüber, zu schambesetzt ist das Thema.

Dienstag, 15. August 2017

Das Feature · 19.15 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk

Ortserkundungen

Grenzland

Pioniere, Zivilisationsflüchtlinge und Beduinen in der israelischen Negev-Wüste

Von Daniel Cil Brecher

Deutschlandfunk 2017

Der Negev, 60 Prozent der israelischen Landmasse, ist immer noch nicht vollständig erschlossen. Einst als Landreserve für einwandernde Juden gedacht, wohnen und arbeiten hier nur 7 Prozent der Bevölkerung. Der größte Teil ist militärisches Sperrgebiet. Die Beduinen, deren Siedlungen und Weidegebiete sich einst über die gesamte Wüste erstreckten, sind auf ein kleines Reservat zurückgedrängt. Sie sind arm und meistens arbeitslos. Jerusalem fördert indessen in einem der entlegensten Gebiete des Negev eine High-Tech-Landwirtschaft an der Grenze zu Jordanien. 3000 jüdische Bewohner produzieren dort mithilfe von 3000 Gastarbeitern aus Thailand über die Hälfte des israelischen Gemüseexports. Die Spannungen zwischen Juden und Beduinen nehmen zu.

Alte Musik · 22.00 – 22.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Eleganz, Ausdruck und Gelehrsamkeit

Der Komponist Niccolò Jommelli

Von Sabine Radermacher

Vor etwas mehr als 300 Jahren, am 10. September 1714, wurde Niccolò Jommelli in Aversa bei Neapel geboren. Jahrzehnte lang war er ein Star der internationalen Musikszene und Vorbild ganzer Komponistengenerationen, gespielt und gesungen von Palermo bis London, von St. Petersburg bis Lissabon. Unter seiner Leitung erblühte der württembergische Hof in Stuttgart zu einem der ersten Musikzentren Europas. Jommelli wurde von Publikum und Kritikern gefeiert, von Fürsten, Theaterdirektoren und dem Vatikan umworben, von Librettisten und Interpreten geliebt. Heute ist er so gut wie vergessen, sein Name auf Spielplänen und in CD-Läden eine Rarität. In seinen Partituren steckten Innovationen, die allerdings später oftmals anderen zugeschrieben wurden.

Mittwoch, 16. August 2017

Spielweisen · 22.05 – 22.50 Uhr · Deutschlandfunk

Heimspiel – Die Deutschlandradio-Orchester und Chöre

‚LUTHER dancing with the gods‘

Ein Projekt des Rundfunkchores Berlin mit dem Regisseur Robert Wilson

Musikalische Leitung: Gijs Leenaars

Bei ‚LUTHER dancing with the gods‘ arbeitet der Rundfunkchor Berlin erstmals mit dem amerikanischen Regisseur Robert Wilson zusammen. Das Projekt reflektiert das Leben des Reformators und sein Wirken auf die Künste. Im musikalischen Zentrum stehen vier Motetten, in denen Johann Sebastian Bach Texte aus Luthers Bibelübersetzung vertont. Gespiegelt werden sie von Knut Nystedts ‚Immortal Bach‘ und durch szenische Situationen, die aus Luthers Tischreden und Ansprachen entwickelt sind. Premiere ist am 6. Oktober 2017 im Berliner Pierre Boulez Saal; Autorin Julia Kaiser war bei den Proben dabei.

Feature · 0.05 – 1.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Die große Leere

Wenn Frauen bereuen, Mutter geworden zu sein

Von und mit Franziska Storz

BR 2016/52‘22

In einer 2015 veröffentlichten Studie der israelischen Soziologin Orna Donath bekannten sich 23 Frauen dazu, ihre Mutterschaft zu bereuen. Es kamen Rückmeldungen von Frauen aus aller Welt, die meisten aus Deutschland. Mütter sollen heute immer mehr leisten: erfolgreich im Job sein, nebenbei Kuchen backen und selbstgemachte Einladungen für den Kindergeburtstag basteln. Die gesamte Familienlogistik bleibt meist an ihnen hängen. Sind bereuende Mütter ein Produkt der überfrachteten Frauenrolle unserer Gesellschaft?

Donnerstag, 17. August 2017

JazzFacts · 21.05 – 22.00 Uhr · Deutschlandfunk

Grenzgänger in Klang und Stil

Das erweitere Jazzverständnis des Trompeters Ryan Carniaux

Von Jan Tengeler

Der Trompeter Ryan Carniaux bietet zeitgemäßen Modern Jazz, der durch ein feines Gespür für melodische Gestaltung, einen warmen Trompetenton und große technische Versiertheit überzeugt. Carniaux stammt aus der Nähe von Boston, lebt seit über zehn Jahren in Deutschland und hat sich längst in die hiesige Szene integriert – sowohl als begehrter Mitspieler wie auch mit verschiedenen Formationen unter eigener Regie. Trotz seiner vielfältigen Aktivitäten, zu denen auch eine Professur an der Musikhochschule in Essen zählt, zieht es Ryan Carniaux immer wieder in seine alte Heimat zu Konzerten und Studioproduktionen.

Zeitfragen. Feature · 19.30 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Der Stern, von dem wir leben

Die Sonne und ihre Rätsel

Von Dirk Lorenzen

Seit Jahrmilliarden ermöglicht die Sonne mit ihrem Licht und ihrer Wärme das Leben auf der Erde. In ihrem Innern läuft ein gigantischer Reaktor, der bei 15 Millionen Grad Celsius Wasserstoff zu Helium verschmilzt – und dabei Unmengen an Energie freisetzt. In den äußeren Schichten pulsieren Magnetfelder, auf der Oberfläche brodeln die Gasmassen und immer wieder schießen gewaltige Explosionen ins All. Die Astronomen rätseln, was genau in der Sonne vor sich geht. Noch immer ist unklar, wieso sie alle elf Jahre besonders aktiv ist. Manche Experten fürchten, ein besonders starker Strahlungsausbruch könnte die Satelliten in der Erdumlaufbahn zerstören und unsere technische Zivilisation lahm legen. Zudem ist offen, welche Rolle die Sonne für das Klima auf der Erde spielt.

Freitag, 18. August 2017

On Stage · 21.05 – 22.00 Uhr · Deutschlandfunk

James Brown und die Lapsteel-Gitarre des Blues

Die AJ Ghent Band

Aufnahme vom 4.6.2017 beim 26. Bluesfestival Schöppingen

Am Mikrofon: Tim Schauen

Der Sänger und Gitarrist AJ Ghent, 1986 in eine Musikerfamilie geboren, wuchs in Florida auf. Er probierte sich an Pop, Rock, Hip-Hop, R&B aus – um dann Neues mit Altem zu kombinieren: eine Lapsteel-Gitarre, die der 30-Jährige im Stehen spielt und bei der er von oben mit dem Slide in die acht Saiten greift. Mit dem geraden Beat seines Schlagzeugers, seiner Frau Marla am Keyboard und seiner Schwester Tiffany als Perkussionistin entstand so ein Sound, den Ghent selbst Nu Blues nennt. Abseits aller Zuschreibungen war es ein qualitativ hochwertiges, mitreißendes Konzert mit Funk & Soul, Blues, Groove und Druck.

Kakadu. Entdeckertag · 15.05 – 15.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Wer flattert so spät durch Nacht und Wind …

Vampire – von echten und ausgedachten

Von Patricia Pantel

Es gibt hunderte Vampir-Filme, noch mehr Vampir-Geschichten in Büchern und regelmäßig gehen tausende Kinder als Vampir verkleidet zu Halloween von Tür zu Tür. Wobei unser Bild vom Vampir: Ein Graf mit schwarzem Umhang, weißer Haut und spitzen Eckzähnen, der seine Opfer in den Hals beißt und Blut trinkt, eigentlich erst eine ganz moderne Vampir-Vorstellung ist, ausgedacht von Schriftstellern und Hollywood-Regisseuren. Der Volksglaube an Vampire ist viel älter und viel, viel gruseliger. Untote, die aus den Gräbern kommen, um ihre Liebsten zu holen. Daran glaubte und glaubt man mitunter immer noch in einigen Teilen Südeuropas. Vom Dorfmonster zu Graf Dracula und weiter bis zum Kleinen Vampir – wir reisen durch die Geschichte der Vampire, gucken uns an, woher der Mythos kommt und wie der Vampir ein Popstar wurde.

Samstag, 19. August 2017

Gesichter Europas · 11.05 – 12.00 Uhr · Deutschlandfunk

Araber in Bosnien-Herzegowina

Sarajevo und die Saudis

Mit Reportagen von Christoph Kersting

Sie bauen Shopping Malls, riesige umzäunte Villensiedlungen oder kommen als Touristen: Araber aus den reichen Golfstaaten haben den Balkan für sich entdeckt. Vor allem zieht es sie in den muslimisch geprägten Teil Bosnien-Herzegowinas, den sie auch gern als ‚Dzenet‘, als Himmel auf Erden, bezeichnen: wegen der grünen Natur und der angenehmen Temperaturen. Doch viele Einheimische betrachten die Entwicklung mit Argwohn: Sie kritisieren, dass die Fremden auch ihre Kultur mitbrächten. Die vielen vollverschleierten Frauen auf Sarajevos Straßen passten nicht zum moderaten, weltoffenen Islam auf dem Balkan. Genauso wenig wie die Salafisten, die in einer Handvoll Dörfer in den bosnischen Bergen leben.

Konzert · 19.05 – 23.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Musikfest Bremen

Eine große Nachtmusik

Live aus dem Konzertsaal Die Glocke, aus der Kirche Unser Lieben Frauen und dem Atlantic Grand Hotel

3 aus 27 – das ist das Motto der ‚Großen Nachtmusik‘, mit der das Musikfest Bremen eröffnet wird. Drei Konzerte aus insgesamt 27 Veranstaltungen übertragen wir live. Alte Musik steht wie selbstverständlich neben Zeitgenössischem, Orchestrales neben Kammermusik, Oper neben Jazz und Weltmusik.

Sonntag, 20. August 2017

Rock et cetera · 15.05 – 16.00 Uhr · Deutschlandfunk

„If your’re going to San Francisco …“

Der Soundtrack des Summer of Love 1967

Von Tim Schauen

1967 war ein wichtiges Jahr für die Musikwelt: Jimi Hendrix brachte sein Debütalbum heraus, durch seinen legendären Auftritt beim Monterey Pop-Festival vor den Toren San Franciscos – dem ersten Festival für Rockmusik – wurden er ebenso wie Janis Joplin oder The Who zu Weltstars. Während in Vietnam der Krieg tobte, demonstrierten Hippies und versuchten sich an Haschisch, freier Liebe und der Gegenkultur. Hendrix, Jefferson Airplane, The Beatles, The Mamas & The Papas, Simon & Garfunkel – sie alle lieferten die Musik zum Soundtrack einer gesellschaftlichen Utopie: Love & Peace.

Deutschlandrundfahrt · 11.05 – 11.59 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Eine Stadt wird zum Grabbeltisch

Bad Münstereifel in Nordrhein-Westfalen

Von Maximilian Klein

830 gegründet. Im Stadtkern wohnen 6000 Menschen. Fachwerkhäuser. Ein Kloster. Ehemaliger Wallfahrtsort. Dann Kurort. Das ist lange her. Die Gäste der Stadt wurden über die Jahrzehnte weniger. Die Jungen zogen weg, die Alten blieben. Dann gründete sich die City Outlet Bad Münstereifel GmbH. Sie kaufte in der Innenstadt die Ladenflächen auf. Bäcker. Kaffeehaus. Schreibwarenladen. Sie mussten weichen für einen Shoppingpalast. Ein Outletcenter. Billige Klamotten und Duftwässerchen mit berühmtem Namen. Doch es gibt Streit. Eine Bürgerinitiative wehrt sich gegen den Ausverkauf. Kann das Projekt die Stadt retten? Oder wird der Ort zur Kulisse für den Ausverkauf von Jeans und Stöckelschuhen?

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