Hörfunktipps KW 43 Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova

Montag, 23. Oktober 2017

Musik-Panorama · 21.05 – 22.50 Uhr · Deutschlandfunk

musica reanimata

Dem Nationalsozialismus entkommen

Aufnahmen der Gesprächskonzerte vom 16.3. und 6.4.2017 im Konzerthaus Berlin

Konstanty Regamey aus Kiew wurde nach dem Warschauer Aufstand in die Schweiz abgeschoben. Webern-Schüler Leopold Spinner emigrierte 1939 nach London. Julius Schloss floh aus dem KZ Dachau über Shanghai in die USA. Alle drei überlebten NS-Zeit und Krieg – und waren doch gezeichnet fürs Leben. Unter dem Motto ‚Verfolgung und Wiederentdeckung‘ veranstaltet der Berliner Förderverein musica reanimata seit 1992 aufregende Gesprächskonzerte. Deren zentrales Anliegen ist die Wiederaufführung von Komponisten, die unter dem NS-Regime Verfolgung und Karrierebrüche erlitten, und im Exil in Vergessenheit gerieten. Die 25. Saison gilt überlebenden Tonsetzern, die der Verfolgung entkamen. Namhafte Exilforscher wie Juan Allende-Blin und Jürg Stenzel erinnern an sie im Gespräch.

Feature · 0.05 – 1.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Im Trump-Sumpf

Radio-Swamp-Tour durch die amerikanischen Südstaaten

Von Małgorzata Żerwe und David Zane Mairowitz

Dlf Kultur 2017/ca. 54‘

„Legen wir den Sumpf trocken” – das war Donald Trumps Wahlkampfslogan. Wir fahren mit dem Mikrofon durch Trumps Sumpf, die Südstaaten der USA, wo der jetzige Präsident massenweise gewählt wurde. Ist „Swamp Country” wirklich der Nährboden für Kreationisten, Rassisten und Feinde des Gesundheitssystems? In den Kleinstädten und ländlichen Enklaven von Alabama, Mississippi, Louisiana und Georgia treffen wir sie – die ganz normalen Trump-Wähler.

 

Zeitfragen. Feature · 19.30 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Auffallend unauffällig

Frauen im Reich des Verbrechens

Von Jennifer Stange

Frauen sind im Reich des Verbrechens unterrepräsentiert. Nur bei knapp einem Viertel aller Straftaten gehen die Statistiken von Täterinnen aus, nicht einmal jedes fünfte Gerichtsurteil wird gegen eine weibliche Beschuldigte ausgesprochen und nur fünf Prozent aller Gefängnisinsassen sind weiblich. Forscher ermitteln seit Langem in alle Richtungen, sammeln Theorien und Studienbefunde, können aber den großen Unterschied zwischen Männern und Frauen in ihrem kriminellen Potenzial nicht erklären. Was verraten Einzelfälle über weibliche Kriminalität, oder spielt das Geschlecht bei Tat und Motiv keine Rolle?

 

Dienstag, 24. Oktober 2017

Jazz Live · 21.05 – 22.00 Uhr · Deutschlandfunk

Viktoria Tolstoy and Band

Sie ist seit Langem Jazzbaltica-Stammgast und kam auch zur letzten Festivalausgabe in der Niendorfer Evers-Werft: Viktoria Tolstoy, eine von Europas führenden Jazzsängerinnen. Die keineswegs kühle Blonde kommt aus Schweden, ihr Name aber weist gen Osten und auf eine bemerkenswerte Familienherkunft hin: Viktoria Tolstoy ist die Ururenkelin des russischen Schriftstellers Leo Tolstoj. In Niendorf präsentierte sie sich mit einer Band, in der anstelle eines Pianisten diesmal mit Krister Jonsson ein Gitarrist dabei war. Mattias Svensson pflegt die Tradition großartiger skandinavischer Bassisten weiter, am Schlagzeug saß der Ehemann der Sängerin, Rasmus Kihlberg. ‚Meet Me At The Movies‘ nennt Viktoria Tolstoy ihr aktuelles Programm und interpretiert Musik aus bekannten Filmklassikern, Songs wie ‚As Time Goes By‘, ‚Smile‘ und ‚Kiss From A Rose‘.

Zeitfragen. Feature · 19.30 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Wie der Klimawandel Heimat frisst

In Fidschi werden die ersten Dörfer umgesiedelt

Von Tini von Poser

Der pazifische Inselstaat Fidschi übernimmt dieses Jahr die Präsidentschaft der UN-Klimakonferenz, die in Bonn ausgerichtet wird. Damit wird die Weltaufmerksamkeit auf eine Region gelenkt, in der die Menschen enorm unter den Folgen des Klimawandels leiden. Steigender Meeresspiegel, Wirbelstürme, Extremwetter. Schutzwälle halten den Fluten nicht länger stand. Den Küstenbewohnern bleibt nichts anderes übrig, als nach einem neuen Zuhause zu suchen. Sie ziehen weiter bergauf. Damit hat eine neue Ära in der Geschichte des Klimawandels begonnen: Menschen setzen sich in Bewegung, weil der Klimawandel sie dazu zwingt.

 

Mittwoch, 25. Oktober 2017

Spielweisen · 22.05 – 22.50 Uhr · Deutschlandfunk

Auswärtsspiel – Konzerte aus Europa

Werke von Matthew Locke und Jean-Féry Rebel

Le Concert des Nations

Konzertmeister: Manfredo Kraemer

Leitung: Jordi Savall

In dem modernen Gebäudekomplex L’Auditori unweit des Zentrums von Barcelona schlägt das musikalische Herz der katalanischen Metropole, mit Konzertsälen, der Musikhochschule und dem Instrumentenmuseum. Im großen Saal des Gebäudes tritt auch der umtriebige Lokalmatador Jordi Savall mit seinen Alte-Musik-Ensembles regelmäßig auf. In der letzten Saison präsentierte er dabei mit dem Orchester Concert des Nations und seinem langjährigen Konzertmeister Manfredo Kraemer ein Programm, in dem er seiner Vorliebe für tonmalerische Werke frönte. Zu hören gab es Programmmusik, die – mehr oder weniger direkt – an die vier Elemente anknüpfte.

Feature · 0.05 – 1.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

25 Bilder die Sekunde und ein Leben

Der Animationsfilmer Heinrich Sabl

Von Barbara Leitner

DKultur 2015/53‘14

Die Digitalisierung der Medien sei für sein Leben entscheidender als der Mauerfall, sagt Heinrich Sabl, ostdeutscher Animationsfilmer. Im Jahr 2000 begann er mit kleinem Budget an seinem Film ‚Memory Hotel‘ zu arbeiten. Die Puppen und Kulissen, jeder Lidschlag wird von Hand gestellt und analog fotografiert, 25 Bilder pro Sekunde. Nach sieben Jahren will er nur noch einzelne Sequenzen flüssiger gestalten. In der digitalen Produktionslogik wäre das schnell vollbracht, aber Sabl misstraut den Pixel-Fabriken.

 

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Marktplatz · 10.10 – 11.30 Uhr · Deutschlandfunk

Pflegen, pflanzen, schneiden, schützen – Garten und Balkon vor dem Winter

Live aus dem Kreislehrgarten Steinfurt

Am Mikrofon: Susanne Kuhlmann

Hörertel.: 0 08 00.44 64  44 64

marktplatz@deutschlandfunk.de

Ortswechsel für Oleander, Olivenbäumchen und Zitruspflanzen: Vor den ersten kalten Nächten steht ihr Umzug ins frostfreie Winterquartier an. Staudenpflanzen wie Margeriten werden dagegen nur zurückgeschnitten oder sie bleiben einfach samt vertrockneter Blüte draußen stehen. Der Herbst ist auch die ideale Pflanzzeit, denn Bäume, Sträucher und Rosen entwickeln noch viel Wurzelwerk am neuen Standort. Wie wird der Rasen auf die Winterruhe vorbereitet? Was ist beim Einlagern von Obst zu beachten? Welche Pflanzen müssen zurückgeschnitten werden und welche besser nicht? Was blüht im Winter? Diese und Ihre Fragen beantworten GärtnerInnen und Pflanzenkenner im Marktplatz.

Historische Aufnahmen · 22.05 – 22.50 Uhr · Deutschlandfunk

Sternstunden

Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Maurice Ravel und Sergej Prokofjew

Martha Argerich, Klavier

Aufnahmen von 1960

Die frühen Aufnahmen von Martha Argerich lagen bis jetzt in den Archiven und waren auch noch nicht freigegeben. Zwar wurde die argentinische Ausnahmepianistin schon als Wunderkind gehandelt, aber sie war 1960 erst 18 Jahre alt und die Veröffentlichung ihrer Debüt-CD bei der Deutschen Grammophon stand noch bevor. Doch verschiedene Rundfunksender waren schon auf Argerich aufmerksam geworden, die bereits einige erste Preise bei wichtigen Wettbewerben erreicht hatte und 1957 in Genf erste Konzerte gab. Diese Rundfunkaufnahmen des NDR und WDR dokumentieren zum einen schon die Basis ihres späteren Repertoires, zeigen zum anderen aber auch Untypisches, das dann in der Diskografie nicht mehr auftaucht, wie zum Beispiel die ‚D-Dur Sonate KV 576‘ von Wolfgang Amadeus Mozart.

 

Freitag, 27. Oktober 2017

Das Feature · 20.10 – 21.00 Uhr · Deutschlandfunk

Schumanns Violinkonzert

Geschichte einer Uraufführung

Von Ulrike Bajohr

DLF 2012

Mit propagandistischem Pomp wurde am 26. November 1937 in Berlin das erste und einzige Violinkonzert des deutschen Meisters Robert Schumann aus der Taufe gehoben: 84 Jahre zu spät. Denn kaum hatte Schumann die Komposition beendet, war er in die Heilanstalt Endenich bei Bonn eingewiesen worden. Von da an galt das Konzert als Werk eines Irren. Auch Clara Schumann, die den letzten Satz immer besonders schön gefunden hatte, ließ sich verunsichern und entzog die Partitur der Öffentlichkeit. Nach Claras Tod ging der Autograph in den Besitz des Geigers Joseph Joachim über, dessen Sohn verfügte: Das Konzert soll frühestens im Jahre 1956, zum 100. Todestag Schumanns, uraufgeführt werden. Doch die Nationalsozialisten bemächtigten sich der Noten. Die Qualität des Schumann‘schen Konzerts beschäftigt die Experten bis heute.

Zeitfragen. Literatur · 19.30 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

„Ich glaube an die Gewalt”

Der russische Revolutionär und Schriftsteller Boris Sawinkow

Von Winfried Roth

Boris Sawinkow (1879–1925) ist eine der faszinierendsten Gestalten vor und nach der Oktoberrevolution 1917 in Russland. Vor dem Ersten Weltkrieg organisierte er mehrere Attentate auf Vertreter des Zarenregimes, wurde zum Tode verurteilt und floh ins Ausland. Nach der Februarrevolution 1917 und der Abdankung des Zaren wurde er stellvertretender Kriegsminister, musste jedoch bald darauf wegen angeblicher Verstrickung in Putschpläne zurücktreten. Nach der Oktoberrevolution kämpfte er gegen die Bolschewiken. Sawinkows ‚Erinnerungen eines Terroristen‘ sind ein überwältigendes Dokument der Agonie, in der das Zarenreich sich befand. Auch seine Romane ‚Das fahle Pferd‘ und ‚Das schwarze Pferd‘ erzählen vom linken Terror und dem Bürgerkrieg.

 

Samstag, 28. Oktober 2017

Studio LCB · 20.05 – 22.00 Uhr · Deutschlandfunk

Aus dem Literarischen Colloquium Berlin

Lesung: Marion Poschmann und Thomas Macho

Gesprächspartner: Günter Figal

Moderation: Maike Albath

Die Lyrikerin und Romanautorin Marion Poschmann hat etwas übrig für Zwischenstadien. Ihre Helden befinden sich oft in Biografielöchern und müssen sich ihrer eigenen Person erst einmal gewahr werden. Ähnliches gilt auch für Gilbert Silvester, den Helden ihres neuen Romans ‚Die Kieferninseln‘. Der von Drittmitteln alimentierte Forscher träumt eines Nachts, dass ihn seine Ehefrau betrügt, wirft alles über den Haufen und nimmt ein Flugzeug nach Japan. Dort geraten ihm die Reisebeschreibungen des klassischen Dichters Bashō in die Hände. Er begibt sich auf eine Pilgerroute und stößt auf den ‚Complete Manual of Suicide‘. Wie die Geschichte des Suizids in der Moderne verläuft, untersucht der Philosoph und Kulturwissenschaftler Thomas Macho in seinem neuen Buch ‚Das Leben nehmen‘. Mit Marion Poschmann und Thomas Macho diskutiert der Philosoph Günter Figal.

Feature · 18.05 – 19.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Back to Yerevan?

Über die Sehnsucht nach Armenien

Von Beate Becker

Dlf Kultur 2017/ca. 54‘

(Ursendung)

Wenn von Armenien die Rede ist, dann ist der Genozid, die Auswanderung und die Korruption ein Thema. Armenien? Was weiß man eigentlich über dieses Land, das so groß ist wie Brandenburg und dessen Bevölkerung zu mehr als zwei Dritteln außerhalb des eigenen Landes lebt? Inspiriert durch ein Zusammentreffen mit einem armenischen Künstlerpaar ist die Autorin mit der Übersetzerin Lousine zu deren Familie nach Yerevan gereist, auf der Suche nach dem Leben, dem Humor, der Kunst: dem Positiven. Von diesen ganz persönlichen Eindrücken erzählt dieses Feature.

 

Sonntag, 29. Oktober 2017

Rock et cetera · 15.05 – 16.00 Uhr · Deutschlandfunk

Handwerk und Virtuosität

Die deutsche Band The Intersphere

Von Thomas Elbern

Sie kamen als Studenten der Mannheimer Popakademie zusammen und gründeten eine Rockband, die in der deutschen Musiklandschaft ziemlich alleine dasteht: The Intersphere spielen Progressive Rock und Power Pop. Seit über zehn Jahren und auf vier Alben nun feilt das Quartett an seinem Sound, der vor allem bei ihren Livekonzerten zur Geltung kommt und ohne quantisierte Computerhilfe zeigt, dass gut gespielte Rockmusik zeitlos ist.

Nachspiel. Feature · 18.05 – 18.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Künstler mit Kick

Fußball und Kultur erweitern gemeinsam ihr Publikum

Von Ronny Blaschke

Der Fußball ist nach der Musik wohl die bedeutendste Alltagskultur der Welt. Und in Deutschland erreicht er auch die sogenannte Hochkultur. Die Frankfurter Buchmesse füllt seit Jahren ein erfolgreiches Kulturstadion. Bühnen wie das Leipziger Theater der Jungen Welt inszenieren Stücke über jüdische Spieler, die von den Nazis verfolgt wurden. Im Stadion des FC St. Pauli ist das meistbesuchte Kunstereignis Hamburgs zu Gast, die Millerntor-Gallery, das internationale Kunst- und Kulturfestival. Und das Stadtmuseum Berlin lockt mit einer Fußball-Ausstellung neue Zielgruppen an. Sie alle nutzen den Sport als zugängliches Medium für komplexe Inhalte. Wie steht es um den pädagogischen Wert der Fußballkultur? Und wie kann der moralisch abgewirtschaftete Profibetrieb von diesen Einflüssen profitieren?

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