Hörfunktipps KW 3 Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur und DRadio Wissen

Montag, 16. Januar 2017

 

Musik-Panorama  • 21:05 – 22:50 Uhr  •  Deutschlandfunk

Sommerliche Musiktage

Hitzacker 2016

Werke von György Kurtág, Thomas Adès, Joseph Haydn, Béla Bartók, Heitor Villa-Lobos, Anton Webern, Robert Schumann, Django Reinhardt

Am Mikrofon: Raliza Nikolov

Die Sommerlichen Musiktage Hitzacker haben einen neuen Künstlerischen Leiter: Oliver Wille, Geiger im Kuss Quartett und Professor für Streicherkammermusik in Hannover. Wille übernahm das älteste Kammermusikfestival in Deutschland in der 71. Saison. Mit den Grundgedanken, alte und neue Musik in einen spannungsvollen Dialog zu bringen und die inspirierende Begegnung von Künstlern und Publikum zu fördern, setzte Oliver Wille eine gute Tradition fort. Allerdings wollte er keinem inhaltlich konkret gefassten Thema folgen, wie es in den Vorjahren der Fall gewesen war, sondern Musiker einladen, die ihn faszinieren und geprägt haben. Dazu gehören so unterschiedliche Künstlerpersönlichkeiten wie der Cellist Miklós Perényi oder der Mandolinist Avi Avital.

 

Freispiel  •  00:05 – 01:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Schere Faust Papier

Von Michel Decar

Regie: der Autor

DKultur 2016/48’10

(Ursendung)

Es gibt ja dieses Zitat von Karl Marx, dass sich Geschichte immer 20 Mal ereignet. Einmal als Tragödie, einmal als Farce, einmal als ZDF-Zweiteiler, einmal als BBC-Miniserie, einmal als Telenovela, einmal als Eventmovie, einmal als französischer Historienstreifen, einmal als Dokumentarfilm, einmal als Geschichtsfälschung, einmal als Hörspiel im Deutschlandradio. Was Karl Marx jedoch vergessen hatte hinzuzufügen: Wir selbst spielen die Hauptrollen, ob wir wollen oder nicht, und am Ende schauen wir uns verwundert um und fragen uns, wie das alles passieren konnte.

 

Zeitfragen. Feature  •  19:30 – 20:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

2017 – Parteien im Umbruch

SPD – Genossen, verdrossen, nach vorn?

Von Ulrike Köppchen

Die älteste deutsche Partei ist praktisch seit ihrer Gründung in der Krise, und sie stand auch durchgehend von links und rechts unter Druck. Der aktuelle Zustand der Sozialdemokratie ist allerdings selbst aus dieser Perspektive besorgniserregend. Gegenüber 1998 hat die SPD auf Bundesebene etwa die Hälfte ihrer Wählerbasis verloren – fast zehn Millionen Stimmen. Derzeit dümpelt sie in den Umfragen irgendwo zwischen 20 und 25 Prozent. Ortsvereine vergreisen, seit 1990 hat die SPD die Hälfte ihrer Mitglieder verloren. Und das, obwohl Themen wie soziale Gerechtigkeit und Kapitalismuskritik in der Öffentlichkeit Konjunktur haben. Der ›alten Tante‹ nützt das wenig. Ihr werden immer noch die Hartz-Reformen vorgeworden und selbst wenn sie messbar Erfolg hat, etwa beim Mindestlohn, wird ihr das nicht angerechnet. Woran liegt das? Und geht da noch was? Ein Zustandsbericht wenige Monate vor der Bundestagswahl.

 

 

Dienstag, 17. Januar 2017

 

Sprechstunde  •  10:10 – 11:30 Uhr  •  Deutschlandfunk

Leichte Depression

Studiogast: Prof. Klaus Lieb, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsmedizin Mainz

Am Mikrofon: Carsten Schroeder

Fast jeder Fünfte erkrankt einmal im Leben an einer Depression. Niedergeschlagenheit oder Hoffnungslosigkeit bestimmen das Gefühlsleben, die Betroffenen müssen sich überwinden, die Dinge des alltäglichen Lebens zu erledigen. Eine solche depressive Phase ist häufig auf einige Monate begrenzt. Dennoch raten Psychiater dazu, die Symptome immer ernst zu nehmen und einen Arzt zu konsultieren. Lautet die Diagnose auf ›leichte Depression‹, so ist eine Therapie mit Antidepressiva nach neueren Erkenntnissen nur wenig wirksam. Neurologen und Psychiater empfehlen dann meist eine Psychotherapie. Was sind die ersten Anzeichen einer Depression? Wie wirksam sind pflanzliche Stimmungsaufheller? Und was tun, wenn ich keinen Termin beim Psychiater oder Psychotherapeuten bekomme?

Hörertel.: 00800.4464 4464

sprechstunde@deutschlandfunk.de

 

Zeitfragen. Feature  •  19:30 – 20:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Das Tier ist, was es frisst

Wie sich die Fütterung auf die Qualität des Fleisches auswirkt

Von Lutz Reidt

Während der ›Grünen Woche‹ in Berlin (20.–29.1.17) dreht sich wieder alles ums gute Essen und Trinken. Doch wie schmackhaft sind Steak und Schnitzel wirklich, wenn sie bei uns auf dem Teller landen? Gerade Fleisch und Wurstwaren standen wiederholt im Mittelpunkt diverser Lebensmittelskandale: BSE bei Rindern, Antibiotika in der Schweine- und Geflügelmast, Schreddern männlicher Küken. Ein Streifzug durch Deutschlands Ställe und Schlachthöfe ergründet, wie sich Fütterung und Schlachtung von Nutztieren später auf die Qualität der Lebensmittel auswirken. Denn durch eine gezielte Fütterung und eine schonende Schlachtung von Schwein, Rind und Geflügel lässt sich die Qualität des Fleisches nachhaltig zum Guten beeinflussen. Fehler jedoch werden mit Qualitätseinbußen bestraft.

 

 

Mittwoch, 18. Januar 2017

 

Lesezeit  •  20:30 – 21:00 Uhr  •  Deutschlandfunk

Rolf Persch: ›Abschied nehme ich schon immer‹

Der Gedichtband ›Abschied nehme ich schon immer‹ von dem 2015 verstorbenen Poeten Rolf Persch vermittelt auf über 290 Seiten einen umfassenden Überblick über das lyrische Werk. Perschs Gedichte zeichnen sich durch Kürze, Lakonie, Witz und Prägnanz aus. Sie sind oft nah am Aphorismus, aber weichen der schlussendlichen Weisheit doch meistens mit Eleganz in den Abweg aus. Norbert Hummelt veröffentlicht in diesem Band nun eine Auswahl der Gedichte aus den verschiedenen Schaffensperioden des Autors, inklusive der von ihm in limitierter Auflage vertriebenen sogenannten Abo-Gedichte, die er monatlich gegen ein freiwilliges Entgelt an Freunde und Förderer verschickte.

 

Hörspiel  •  21:30 – 22:30 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

vielstimmig

Der Raum gehört uns

Von Cécile Wajsbrot

Aus dem Französischen von Frank Weigand

Regie: Anouschka Trocker

DKultur 2016/ca. 59′

(Ursendung)

Ein verlängertes Wochenende, an dem alles in der Schwebe ist. In einem Museum in Berlin kreuzen sich die Wege einer Frau und eines Mannes. In Paris, im Jardin des Tuileries, treffen ein Mann und eine Frau aufeinander. Zufall oder Fügung: Der Mann in Berlin gehört zu der Frau in Paris, die Frau in Berlin zu dem Mann in Paris. Sie wandeln zwischen steinernen Statuen. Und während der Chor der Statuen die Geschichte der Orte erzählt, stellen sich die alten Themen wieder neu: Die Kunst, die Liebe, das Leben – wie soll es sein?

 

 

Donnerstag, 19. Januar 2017

 

Marktplatz  •  10:10 – 11:30 Uhr  •  Deutschlandfunk

Maus statt Papier: Steuererklärung auf Elektronisch

Am Mikrofon: Constanze Elter

Einloggen, Daten eingeben, fertig – ohne Belege, ohne Problem? Ab 2017 soll die elektronische, automatisch bearbeitete Steuererklärung Steuerzahlern und Finanzamt die Arbeit erleichtern. Welche technischen Varianten gibt es? Was bedeutet das für den Verbraucher praktisch? Birgt eine ausschließlich automationsgestützte Bearbeitung der Steuererklärung Risiken? Wie können Manipulationen ausgeschlossen werden? Was wird aus den Belegen? ›Steuererklärung auf Elektronisch‹ – wer kann, wer darf und wer muss? Und wie funktioniert’s? Wie Sie Schritt für Schritt zur digitalen Steuererklärung kommen, das erklärt Constanze Elter gemeinsam mit ihren Studiogästen, und sie beantworten Ihre und unsere Fragen.

Hörertel.: 00800.4464 4464

marktplatz@deutschlandfunk.de

 

Historische Aufnahmen  •  22:05 – 22:50 Uhr  •  Deutschlandfunk

Musik als Hoffnungszeichen

Die Cembalistin Zuzana Růžičková (*1927)

Am Mikrofon: Bernd Heyder

Die Musik Bachs habe sie am Leben gehalten, sagt Zuzana Růžičková, die als Kind einer jüdischen Familie aus dem tschechischen Pilsen durch die Hölle der NS-Konzentrationslager Theresienstadt, Auschwitz, Hamburg-Neuengamme und Bergen-Belsen gehen musste. Der Traum von einem Studium in Frankreich, der sich vor dem Krieg mit der Cembalo-Koryphäe Wanda Landowska verbunden hatte, ging für die inzwischen arrivierte Tastenvirtuosin erst 1956 in Erfüllung. Da führte sie ein Stipendium nach Paris zu Marguerite Roesgen-Champion, und das ermöglichte ihr letztlich eine internationale Karriere auch zu Zeiten des Eisernen Vorhangs. Legendär wurde ihre Gesamteinspielung der Cembalomusik von Johann Sebastian Bach für das französische Label Erato, die zwischen 1965 und 1973 in Paris und Prag entstand.

 

 

Freitag, 20. Januar 2017

 

On Stage  •  21:05 – 22:00 Uhr  •  Deutschlandfunk

New-Orleans-Funk im Münsterland

Grammy-Gewinner Jon Cleary & The Absolute Monster Gentleman

Aufnahme vom 14.5.16 beim Bluesfestival Schöppingen

Am Mikrofon: Tim Schauen

Seit Jon Cleary in der britischen Grafschaft Kent im Alter von 15 Jahren mit dem Klavierspielen begann, ist er von Musik aus New Orleans fasziniert, dem New-Orleans-Funk. Mit 20 Jahren siedelte er in die Stadt am Mississippi über – und startete eine Weltkarriere, die Anfang 2016 mit einem Grammy gekrönt wurde. Cleary, der Klavier und Gitarre spielt und singt, wurde in der Kategorie ›Bestes Regionales Roots Musik Album‹ ausgezeichnet – und genau solche Musik spielte er beim 25. Bluesfestival.

 

Klangkunst  •  00:05 – 01:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Art’s Birthday 1: Functional Mating Calls

Von Pierce Warnecke

DKultur 2017/ca. 54’30

(Ursendung)

Die Kunst hat mal wieder Geburtstag: Am 17. Januar wird sie 1000054. Zu verdanken hat sie das dem Fluxuskünstler Robert Filliou. Er erfand im Jahr 1963 den ›Art’s Birthday‹, eine globale Party für die Kunst. Aus diesem Anlass vernetzt die EURORADIO Ars Acustica Group am 17. Januar Konzerte und Performances in über 20 Städten weltweit. Deutschlandradio Kultur beteiligt sich mit einer Veranstaltung im Berliner Club Berghain und mit zwei ›Klangkunst‹-Sendungen. Im ersten Teil dreht sich alles ums Flirten: Der amerikanische Klangkünstler Pierce Warnecke untersucht Paarungsrufe von Tieren, Menschen und Maschinen.

 

 

Samstag, 21. Januar 2017

 

Gesichter Europas  •  11:05 – 12:00 Uhr  •  Deutschlandfunk

Sandstrände im Sperrgebiet:

Zypern und die Perspektive der Wiedervereinigung

Von Manfred Götzke und Leila Knüppel

›Zypern-Verhandlungen an kritischem Punkt‹, ›Zypern-Lösung in Reichweite‹ – so lauteten einige Überschriften der letzten Wochen. Nachdem sich die Parteien im Zypernkonflikt über Jahrzehnte unversöhnlich gegenüberstanden, alle Verhandlungen scheiterten und der Insel sogar den Beinamen ›Friedhof der Diplomatie‹ einbrachten, ist Bewegung in den Konflikt gekommen. Zwischen den Inselbewohnern ist eine vorsichtige Annäherung im Gange. In der von der UN bewachten Pufferzone hat vor einigen Jahren das Haus für Kommunikation eröffnet, in dem sich Menschen aus dem Süden und Norden der Insel treffen, gemeinsam Musik machen, tanzen oder Griechisch und Türkisch lernen können. Und im Club der Verräter treffen sich Intellektuelle aus beiden Inselteilen, um über ihr großes Ziel, die Wiedervereinigung, zu diskutieren. Dabei sind die Wunden des Konflikts längst nicht geheilt.

 

Feature  •  18:05 – 19:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Krieg und Traumata

Die Shoa mit der Muttermilch

Gisel Cychowicz und ihre Trauma-Praxis in Israel

Von Sabine Adler

DKultur 2016/ca. 54′

(Ursendung)

»Mein Vater redete nie, meine Mutter dagegen unablässig über den Holocaust. Ich wollte nicht, dass sie sieht, wenn es mir nicht gut ging. Sie hätte mir doch nicht helfen können.« Gisel Cychowicz aus Jerusalem weiß, wovon diese Patientin spricht. Die 89-Jährige ist selbst Auschwitz-Überlebende und zugleich als Trauma-Therapeutin tätig. Ihre Arbeit wird nicht weniger, denn auch die Generationen der Nachkommen suchen Hilfe. Die Shoa ist keine Krankheit, von der man genesen kann. Dennoch bewegt Gisel die Frage, ob ein gutes Leben nach der Erfahrung der Unmenschlichkeit noch möglich ist.

 

 

Sonntag, 22. Januar 2017

 

Rock et cetera  •  15:05 – 16:00 Uhr  •  Deutschlandfunk

So long, Leonard!Der große Poet und Melancholiker Leonard Cohen

Von Marcel Anders

Seine letzten Alben ließen keine Zweifel: Leonard Cohen wusste, dass er das Ende seines irdischen Seins erreicht hatte. Und das schien für den 82-jährigen Kanadier nichts Furchteinflößendes zu haben. Er hat wieder mit dem Rauchen angefangen, sich von Freunden und Bekannten verabschiedet und jeden einzelnen Tag genossen. Dennoch kam sein Tod am 7.11.16, am Vorabend der US-Präsidentschaftswahlen und drei Wochen nach Veröffentlichung seines 14. Studio-Albums ›You Want It Darker‹, überraschend. Eine Annäherung an einen faszinierenden Menschen und sein nicht minder faszinierendes Lebenswerk.

 

Kakadu für Frühaufsteher  •  07:30 – 08:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Erzähltag

Matti und das Winterunglück mit Opa Karl

Von Mara Schindler

Gelesen von Uta Hallant

DKultur 2014

Moderation: Felix Schlebusch

Opa Karl liegt mit einem Oberschenkelhalsbruch im Krankenhaus. Wäre er doch nur rechtzeitig nach Hause gekommen, wirft Matti sich selbst vor. Dann hätte er Lisbeths Winterdienst übernehmen können, für sie den frisch verschneiten Weg freigeschaufelt, Sand gestreut, und Opa wäre garantiert nicht gestürzt. Aber Matti hat den Zettel seiner Schwester zu spät gelesen. Nun liegt Opa in der Klinik und Matti traut sich nicht, ihn zu besuchen.

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