Montag, 9. Juli 2018

Musik-Panorama · 21.05 – 22.50 Uhr · Deutschlandfunk

Beethovenfest Bonn 2017

Erfüllung und Dekonstruktion

Werke von Ludwig van Beethoven, Márton Illés und Arnold Schönberg

Asasello Quartett

Ihre Konzertprogramme sind intelligent und anspruchsvoll: eine Herausforderung an die Zuhörer, hellwach zu sein, mitzudenken und weiterzudenken. Diesem Ruf wurde das Asasello Quartett auch bei seinem Auftritt beim Bonner Beethovenfest 2017 gerecht. Das späte Beethoven-Quartett Opus 127 stand dabei dem Quartett-Erstling von Arnold Schönberg gegenüber, der sich hier selbst in die Tradition Beethovens stellt. Die Uraufführung des 3. Streichquartetts von Mártin Illés (*1975) trieb den Konzertabend dann endgültig über die Gattungsgrenzen hinaus.

 

Zeitfragen. Feature · 19.30 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Durchhalten!

Eine Sendung voller Langeweile

Von Julius Stucke

Achtung! Sollten Sie ohnehin schon etwas angeödet sein, könnte diese Sendung richtig einschläfernd wirken. Sie ist voller Langeweile. Wir wollen Sie natürlich intelligent unterhalten. Aber wo Langeweile draufsteht, muss auch Langeweile drin sein. Mal ganz klein: ein öder Moment. Mal ganz groß: die existentielle Langeweile. Langeweile bei Erwachsenen und Kindern, Philosophen und Pädagogen. Vielleicht sogar als positiver Moment aus dem heraus mit neuer Energie etwas beginnt. Keine Sorge: Zu Tode langweilen werden wir uns nicht.

 

Kriminalhörspiel · 21.30 – 22.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

der herzerlfresser

Von Ferdinand Schmalz

Regie: Hannah Georgi

rbb 2016/45’03

Vor der Einweihung des neuen Einkaufszentrums entdeckt Nachtwächter Andi zwei Frauenleichen ohne Herz. Um den Imageschaden zu begrenzen, beauftragt Bürgermeister Rudi ihn, die Toten heimlich im Moor zu entsorgen und herauszufinden, was es mit dem grausigen Fund auf sich hat. Andi glaubt, dass ein neuer Herzerlfresser sein Unwesen treibt und macht sich daran, ihn aufzuspüren.

 

Dienstag, 10. Juli 2018

Das Feature · 19.15 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk

Ein Rom träumt von der Champions League

Die Fußballliga der Roma in Ungarn

Von Mirko Schwanitz

Deutschlandfunk 2018

Istvan Mezei widerspricht allen Klischees, die in Europa nach wie vor von Zigeunern gepflegt werden. In Ungarn ist Mezei eine Legende: 1980 ist er im Kader des ungarischen Fußball-Olympiateams. Wenig später gründet er die erste Roma-Fußballmannschaft Ungarns und organisiert mit Unterstützung des ungarischen Fußballidols, Janos Farkas, eine Roma-Jugendliga. Sie wird für manchen zum Sprungbrett in die erste ungarische Liga. 2012 wird die von ihm geleitete Nationalmannschaft der ungarischen Roma bei der Fußball-EM der Europäischen Minderheiten Vizeeuropameister. Doch seit dem Machtantritt von Viktor Orbán ist Istvan Mezeis Lebenswerk in Gefahr. Die Lebensgeschichte eines Fußballverrückten, sein andauernder Kampf gegen die Diskriminierung.

Alte Musik · 22.00 – 22.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

„… auf erbauliche Kirchenmusiken bedacht“

Das Leipziger Thomaskantorat unter Johann Friedrich Doles

Von Andreas Glöckner

Als Johann Friedrich Doles das Amt des Thomaskantors übernahm, waren die äußeren Rahmenbedingungen für die Leipziger Kirchenmusik noch im Wesentlichen dieselben wie zur Zeit Johann Sebastian Bachs. Doles kannte die Mühen und Widrigkeiten im Schulalltag aus eigener Erfahrung und manches, was er als Kantor am Freiberger Gymnasium schon einmal durchlebt hatte, sollte sich auf ähnliche Weise in Leipzig wiederholen. Hier musizierte er überwiegend neuere Kirchenstücke; Kompositionen aus der Zeit vor 1750 erklangen hingegen seltener. Unter seiner Leitung gelangten immerhin einige Motetten und Kantaten Bachs (und vielleicht sogar dessen ‚Matthäus-Passion‘) zur Aufführung.

 

Mittwoch, 11. Juli 2018

Spielweisen · 22.05 – 22.50 Uhr · Deutschlandfunk

Wortspiel – Das Musik-Gespräch

Die Camerata Köln stellt Georg Philipp Telemanns Quartett für Flöte, Viola da Gamba, Fagott und Cembalo (TWV 43:C2) vor

Telemann hatte ein Faible für Traversflöte. Und für ungewöhnliche kammermusikalische Besetzungen. Wie es auch dieses Quartett aufweist. Und es hat auch nichts von barocker Überdrehtheit. Melancholisch wirkt die Atmosphäre des viersätzigen Stücks. Es ist ein früheres Werk von Telemann. Von den hellen Farben und eleganten Wendungen seiner Hauptschaffensphase ist hier noch nichts zu spüren. Wie das Werk gearbeitet ist, welche Stimmungen es widerspiegelt und welche Besonderheiten es zeigt, darüber geben die vier Musiker der Camerata Köln Auskunft, und sie illustrieren ihre Anmerkungen an ihren Instrumenten mit zahlreichen Musikbeispielen.

Feature · 0.05 – 1.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Denken lernen

Ein Untergrund-Gymnasium in Minsk

Von Inga Lizengevic

Deutschlandfunk Kultur/SWR 2017/49’07

Als Diktator Lukaschenka das aufmüpfige Jakub Kolas Lyceum 2003 schließen ließ, organisierten sich Lehrer und Eltern auf eigene Faust. In Belarus dürfen Kinder außerschulisch lernen, sind aber verpflichtet, regelmäßig an staatlichen Prüfungen teilzunehmen. Offiziell existiert diese Schule nicht. Der Unterricht geht weit über den offiziellen Lehrplan hinaus. Kritisches Denken wird gelehrt und vorgelebt. Im Lehrerkollegium sind einige der führenden Intellektuellen des Landes. Gefördert durch das Grenzgänger-Stipendium der Robert-Bosch-Stiftung.

 

Donnerstag, 12. Juli 2018

Historische Aufnahmen · 22.05 – 22.50 Uhr · Deutschlandfunk

Begnadeter Autodidakt mit Weitblick

Der Gitarrist Julian Bream (*1933)

Von Norbert Hornig

Andrés Segovia hatte die klassische Gitarre in den Konzertsaal gebracht und dem Instrument eine neue Stimme gegeben. Zur ersten Generation von Gitarristen von Weltrang, die sich an seinem Vorbild orientierten, gehörte der Engländer Julian Bream. Wie Segovia war er ein Autodidakt auf der Gitarre und in vielerlei Hinsicht ein Pionier. Bream beherrschte ein immenses Repertoire, er beflügelte die Renaissance der Laute, spielte Kammermusik und inspirierte namhafte zeitgenössische Komponisten, neue Werke für die Gitarre zu schreiben. Am 15. Juli wird der Gitarrist 85 Jahre alt.

Chormusik · 22.00 – 22.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Was für ein Jahr!

Der RIAS Kammerchor und seine Schulchorpatenschaft

Von Ulrike Klobes

In der Saison 2017/18 war der Schulchor des Georg-Herwegh-Gymnasiums in Berlin Hermsdorf der Patenchor des RIAS Kammerchors. Arbeitsbesuche von einzelnen Sängerinnen und Sängern bei den Schülern zogen sich durch das Jahr, wie auch Besuche der Jugendlichen bei Proben der Profis. Und natürlich gemeinsame Veranstaltungen. Musik aus Europa und Afrika stand dieses Mal im Fokus, denn Schülervater Moussa Coulibaly ist selbst Musiker, Griot-Musiker, stammt aus Burkina Faso und hat in einem Workshop die Musik seiner Heimat vermittelt und Musik für den Chor geschrieben. Auch Justin Doyle, den Chefdirigent des RIAS Kammerchors, hat Coulibaly mit seiner Musik und den zugehörigen Instrumenten vertraut gemacht.

 

Freitag, 13. Juli 2018

Das Feature · 20.10 – 21.00 Uhr · Deutschlandfunk

Küchenmeister, Sandig, Engelmann

Drei Dichterinnen

Von Burkhard Reinartz

Deutschlandfunk 2017

Die Lyrik lebt! Vom beachtlichen Aktionsradius einer neuen Poesieszene zeugen vor allem Internetforen und Festivals. Poetry-Slams verschafften dem Gedicht die Aufmerksamkeit junger Leute. Julia Engelmanns erstes YouTube-Video wurde millionenfach geklickt. Rezitierend füllt die 26-Jährige große Säle, ihre Gedichtbände verkaufen sich prächtig. Ulrike Almut Sandig, 39, hat für ihre Texte etliche Preise erhalten. Ihre Lyrik balanciert zwischen Tiefenauslotung und Heiterkeit. Die melancholischen Gedichte des letzten Bandes ,Unter dem Wacholder’ der 37-jährigen Nadja Küchenmeister sind dagegen dunkel, eisig und präzise. Was bedeutet den drei Künstlerinnen ihre literarische Arbeit? Was verbindet sie, was trennt sie? Gibt es so etwas wie eine weibliche Poesie? Oder nur gute und schlechte?

Klangkunst · 0.05 – 1.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Oscillations Planétaires

Von Chantal Dumas

Deutschlandfunk Kultur 2018/ca. 54’30

(Ursendung)

Die Erde ist in ständiger Bewegung. Geologische Phänomene wie Plattentektonik, Subduktions- und Bruchzonen, Mantelkonvektion und Geysire zeugen von einer Welt im Wandel, vom fortwährenden Vergehen und Werden. Die Kartierung der Erde ist hingegen statisch. Die Klangkünstlerin Chantal Dumas hat nun Teile der Erde neu vermessen. Geologische Kraftlinien übertrug sie in Klang, ein inhärent zeitbasiertes und dynamisches Medium. Die Klangkomposition dokumentiert, interpoliert und imaginiert so die ‚Oscillations planétaires‘.

 

Samstag, 14. Juli 2018

Gesichter Europas · 11.05 – 12.00 Uhr · Deutschlandfunk

Schweden

Zwischen Ernstfall und Neutralität

Von Gunnar Köhne

Im Ostseeraum herrscht Unruhe. Russische Marinemanöver schreckten im Frühjahr das Baltikum auf. Die schwedische Regierung warnte vor Gefahren für die zivile Schifffahrt. Wenige Monate zuvor hatte Stockholm seine Streitkräfte zum ersten Mal seit Beginn der 90er-Jahre wieder zu einer großangelegten Übung aus den Kasernen geholt. Und das in enger Absprache und Zusammenarbeit mit der NATO. Schweden ist nicht Mitglied des Nordatlantischen Verteidigungsbündnisses. Das neutrale Land blickt jedoch seit der Annexion der Krim durch Russland mit wachsender Sorge auf die russische Außenpolitik. So hat Schweden die Wehrpflicht wieder eingeführt und auf der Insel Gotland wieder Truppen stationiert.

Feature · 18.05 – 19.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Asta und Frede Oder: Guten Morgen, Frau Nielsen

Von Lisbeth Jessen

Deutschlandfunk Kultur/NDR/SWR/WDR 2018/ca. 54’

(Ursendung)

Kopenhagen in den 50er-Jahren. Asta Nielsen, einstmals Star des deutschen Stummfilms, ist in ihre dänische Heimat zurückgekehrt. Allmählich wird es still um sie. Da taucht der 40-jährige Inhaber eines Ladens für alte Filme und Bücher auf – Frede Schmidt. Frede weiß alles über Asta und ihre Filme und bringt sie in vielen Telefonaten zum Lachen und Erzählen. Aber was hat er im Sinn? Jedenfalls schneidet Frede alle ihre Telefongespräche mit. Mehr als 100 Stunden. Unter anderem erzählt Asta von ihrem Sommerhaus auf Hiddensee, dem angeblich einzigen Ort, an dem sie glücklich war.

 

Sonntag, 15. Juli 2018

Rock et cetera · 15.05 – 16.00 Uhr · Deutschlandfunk

Befreit vom Joch der Flöte

Der übersehene Gitarrengroßmeister Martin Lancelot Barre

Von Fabian Elsäßer

Spricht man über große britische Gitarristen, fallen schnell Namen wie Eric Clapton oder Jimmy Page – Martin Lancelot Barre werden dagegen wohl nur eingefleischte Jethro-Tull-Fans ins Gespräch bringen. Denn meistens verknüpft man diese Band mit ihrem Querflötisten und Sänger Ian Anderson. Doch die bis in die 80er-Jahre hinein brillanten Alben und Konzerte waren auch das Verdienst hervorragender Mitspieler, allen voran Martin Barre. Zum 50. Geburtstag von Jethro Tull würdigt ,Rock et cetera’ einen ganz Großen, der sich nie in den Vordergrund gedrängt hat. Nicht einmal als Chef seiner eigenen Band.

Nachspiel. Feature · 18.05 – 18.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Der Benefit des Sports

Wie lange die Lust an der Bewegung ein persönlicher Gewinn ist

Von Silvia Plahl

Die körperlichen, organischen und psychischen Effekte durch Sport und Bewegung werden immer detaillierter untersucht und eingesetzt. Für Gesunde wie Erkrankte gilt dabei gleichermaßen: Die Motivationen für das Weitermachen im sportlichen Wohlgefühl sind sehr unterschiedlich. Einige erfreuen sich an der eigenen Leistung oder daran, in einer Mannschaft oder Gruppe ein gemeinsames Ziel anzustreben. Andere empfinden vor allem Entspanntheit und Zufriedenheit durch die Freisetzung von Botenstoffen im Gehirn. Doch der Gewinn durch die Anstrengung kann auch schädlich werden, in eine Sportsucht abgleiten und sich zum Beispiel bei Essstörungen ins Gegenteil verkehren. Der Benefit des Sports stellt sich nur so lange ein, wie das persönliche Verhältnis zwischen Dosis und Wirkung stimmt.

Danke, das Du meinen Beitrag kommentieren möchtest

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.