Dienstag, 22. Mai 2018

Das Feature · 19.15 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk

Tschechien liegt am Meer?

Wem die Elbe gehört

Von Martin Becker und Patrick Hamouz

Deutschlandfunk 2018

Die Binnenschifffahrt über Moldau und Elbe hat für die Tschechoslowakei und Tschechien immer eine wichtige Rolle gespielt – nicht zuletzt als Zugang zum Hamburger Moldauhafen. Der florierte vor der Samtenen Revolution 1989, heute lebt er vor allem in der Erinnerung tschechischer Seeleute. Um die Binnenschifffahrt zukunftsfähig zu gestalten und das bis 2028 gepachtete Hamburger Hafenareal weiterhin problemlos auf dem Wasserweg erreichen zu können, wünscht sich Tschechien eine Vertiefung der Elbe an mehreren Stellen: Mindestens 345 Tage im Jahr soll der Fluss wieder schiffbar sein. Auf deutscher Seite ist das Interesse daran mäßig: Man braucht die Elbe nicht, man hat ja den Rhein als Hauptwasserstraße. Ökologische Argumente decken sich zufällig mit wirtschaftlichen.

Zeitfragen. Feature · 19.30 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Der Preis des Lächelns

Auf der Schattenseite der Servicegesellschaft

Von Gerhard Richter

Es gibt 18 verschiedene Arten zu lächeln und nur eine zeugt von echter innerer Freude. Das Duchenne-Lächeln, benannt nach dessen Entdecker Guillaume-Benjamin Duchenne (1806–1875). Heute kommt dem Lächeln im beruflichen Alltag eine bedeutende Rolle zu. Es gilt als Zeichen von Freundlichkeit und gutem Service, ist soziales Schmiermittel für Verkaufsgespräche und hat beinahe den Rang einer Ware für Pflegerinnen und Pfleger. Und Lächeln ist auch Selbsttherapie: Wer lächelt, bekämpft schlechte Laune und erhöht die Blutzufuhr im Gehirn, wird also leistungsfähiger. Aber wer zu viel und ohne echten Grund lächelt, der kann davon krank werden. Forscher warnen mittlerweile vor zu hohem Freundlichkeitsdruck. Fallen wir zurück in die Servicewüste oder müssen wir öfter mal mit echten Begegnungen rechnen?

 

Mittwoch, 23. Mai 2018

Querköpfe · 21.05 – 22.00 Uhr · Deutschlandfunk

Kabarett, Comedy & schräge Lieder

Salzburger Stier 2018

Eröffnungsabend mit Simone Solga

Der Salzburger Stier, auch Kabarett Oscar genannt, ist der renommierteste Kleinkunstpreis im deutschen Sprachraum. 1982 wurde er zum ersten Mal vergeben, 15 Jahre wurde der Stier ausschließlich in Salzburg verliehen, dann ging er auf Reisen und ist nun 2018 erstmals in Halle an der Saale gelandet. Die Verleihung des Salzburger Stiers besteht immer aus zwei Abenden, dem Eröffnungsabend und dem Preisträgerabend. Den Eröffnungsabend bestreitet in diesem Jahr Simone Solga, die selbst 2014 mit dem Salzburger Stier geehrt wurde. Die aus Leipzig stammende Kabarettistin präsentiert ihr aktuelles Programm ,Das gibt Ärger’.

Konzert · 20.03 – 21.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Prag, 23. Mai 1618: Als der große Krieg begann

Ein Fenstersturz und seine musikalischen Folgen

Von Georg Beck

Gefallen sind sie weich, die kaiserlichen Gesandten. Ein Misthaufen im Burggraben verhindert das Schlimmste. Eigentlich, so der Plan der Vertreter der böhmischen Stände, sollten 17 Meter reichen. Doch die aus dem Hradschin fenestrierten Katholischen überleben – offenbar ein Wunder! Die Gottesmutter Maria persönlich hat eingegriffen! So hätte eigentlich alles gut ausgehen können. Und dann kommt alles anders. Der Fenstersturz in Prag wird zum Auftakt eines 30-jährigen Krieges. Bis heute rätseln Historiker darüber. Wie konnte es sein, dass sich ein Konflikt zwischen böhmisch-protestantischen Ständen und Landesherrschaft zu einem der größten Traumata auf deutschem Boden entwickelt? Ein Krieg, der nichts unberührt lässt, kontaminiert auch die Kunst, die Musik.

 

Donnerstag, 24. Mai 2018

Marktplatz · 10.10 – 11.30 Uhr · Deutschlandfunk

Brücke oder Implantat

Wahl mit Qual beim Zahnersatz

Hörertel.: 0 08 00-44 64  44 64

marktplatz@deutschlandfunk.de

Ein strahlendes Lächeln kommt immer an, erst recht mit einer Reihe perfekter Zähne. Komfortabel, sicher, ästhetisch vollkommen: So bewerben Zahnärzte und Kieferchirurgen Implantate statt einer Brücke, um fehlende Zähne zu ersetzen. Implantate, bei denen Schrauben als künstliche Zahnwurzeln in den Kiefernknochen gebohrt werden, sind allerdings sehr teuer. Die Behandlung birgt einige gesundheitliche Risiken, auch die finanziellen Folgekosten können happig sein. Denn die Behandlung wird im Gegensatz zur Brücke nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

JazzFacts · 21.05 – 22.00 Uhr · Deutschlandfunk

Die Ästhetik der Wiederholung

Porträt des Schweizer Pianisten Colin Vallon

Von Karl Lippegaus

Unter den vielen Klaviertrios im heutigen Jazz hat sich die Gruppe um den Pianisten Colin Vallon ein besonderes Terrain geschaffen. Statt die eigene Virtuosität ins Zentrum zu rücken, arbeitete der Schweizer Künstler beharrlich an der Entwicklung von Rahmenbedingungen, um das Improvisieren im Trioformat neu zu stimulieren. Dieser keineswegs im Verborgenen, sondern vor Publikum bei vielen Auftritten entwickelte kollektiv geprägte Jazz lebt stark von einem in jeder Musik wichtigen Element, nämlich der Wiederholung. Das klug und sensibel eingesetzte Repetieren einzelner Töne, Melodiefragmente und rhythmischer Motive hat das Colin Vallon Trio zu einer hohen Vortragskunst entwickelt.

 

Freitag, 25. Mai 2018

Das Feature · 20.10 – 21.00 Uhr · Deutschlandfunk

Die Donau Resonanz

Von Martin Engler

rbb/Deutschlandfunk 2018

Vom versickernden Rinnsal bis zum horizontweiten Delta nimmt die Donau vielfältigste Formen an und durchfließt dabei zehn Länder. Bis heute eine der wichtigsten Handelsrouten, verbindet sie unterschiedliche Kulturkreise und war im Laufe der Geschichte immer wieder Zeugin kriegerischer Auseinandersetzungen. Inzwischen ist die Donau Teil des vereinten Europa und wurde, nicht zuletzt durch ihre besondere Fließrichtung von West nach Ost, zu einem Sinnbild der EU-Osterweiterung. Im Rahmen des Kunstprojekts ,Brückenschlag – Donauschöpfung’ soll an einem Sommertag die Donau durch eine gemeinsame, länderübergreifende Handlung für einen Augenblick in ihrer Gesamtheit erfasst werden.

Klangkunst · 0.05 – 1.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

When Elephants Fight, It Is the Frogs That Suffer

A Sonic Graffiti (2016–2017)

Von Benjamin Patterson

Nassauischer Kunstverein Wiesbaden/ documenta 14, 2017/ca. 54’30

(Ursendung)

Der Frosch war das Lieblingstier der Fluxus-Bewegung. Er stand für den mutigen Sprung ins kalte Wasser und für die unergründliche Weisheit der Natur. Kurz vor seinem Tod machte der Fluxuspionier Benjamin Patterson den Frosch noch einmal zur Hauptfigur seiner Arbeit. Er konzipierte eine Installation für Athen und Kassel mit einer ‚Symphonie der quakenden Frösche‘. Für die documenta 14 ließ sich Ben Patterson vom Graffiti der Straßen Athens inspirieren. Doch noch vor der Festivaleröffnung verstarb der Fluxus-Wegbereiter. Der Nassauische Kunstverein Wiesbaden, mit dem Patterson seit Jahren eng verbunden war, hat in Kooperation mit seiner Tochter und dem Berliner Komponisten Bernd Schultheis die Umsetzung des Konzepts übernommen.

 

Samstag, 26. Mai 2018

Gesichter Europas · 11.05 – 12.00 Uhr · Deutschlandfunk

Leben ohne Terror

Die Basken und das Ende der ETA

Von Hans-Günter Kellner

Die Waffen sollen abgegeben werden. Und nun will die ETA auch über ihre Auflösung abstimmen lassen, bis zum Sommer soll das Ende der Separatisten-Organisation besiegelt sein. Die baskische Gesellschaft hat sich bereits an ein Leben ohne Terror gewöhnt, seit die ETA 2011 das Ende ihres sogenannten bewaffneten Kampfes verkündet hat. Doch die Basken kämpfen auch um ihr relato, die Geschichtsschreibung. Wie soll an die harten Jahre erinnert werden? Wer waren die Opfer, wer waren die Täter?

Lange Nacht · 0.05 – 3.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Höfling und Revolutionär

Eine Lange Nacht über das Leben Voltaires

Von Kai Lückemeier

Kein Autor verkörpert die Aufbruchstimmung des 18. Jahrhunderts stärker als Voltaire. „Verbrennt eure Gesetze und macht deren neue! Woher die neuen nehmen? Aus der Vernunft!“, so formulierte er den Schlachtruf eines neuen, freieren Denkens – im Geist der Aufklärung, der Toleranz und des humanitären Fortschritts. Bis heute bezeichnen die Franzosen die Epoche zwischen Rokoko und Revolution als das Zeitalter Voltaires. Die ‚Lange Nacht‘ über den Höfling und Revolutionär versucht eine Annäherung an das wechselvolle Leben des François Marie Arouet, genannt Voltaire.

Die ‚Lange Nacht‘ wird ab 23.05 Uhr auch im Deutschlandfunk gesendet.

 

Sonntag, 27. Mai 2018

Freistil · 20.05 – 21.00 Uhr · Deutschlandfunk

Bandsalat, liebevoll zubereitet

Die Kassette zwischen Nostalgie und Renaissance

Von Jan Decker

Deutschlandfunk 2018

Die vom Erfinder Lou Ottens 1963 vorgestellte Kompaktkassette, ein Tonträger zur elektromagnetischen analogen Aufzeichnung und Wiedergabe von Tonsignalen, ist aus unserem Alltag weitgehend verschwunden. Bis auf wenige Nischen, in denen sie sich hält: in Autoradios zum Beispiel oder als Hörspiel- und Hörbuchkassette für Kinder. Bis in die 90er-Jahre war die Kassette eines der meistgenutzten Audiomedien, trotzdem wurde sie durch digitale Techniken vom Markt verdrängt. Doch überraschenderweise erlebt die Kassette neuerdings gerade bei jungen Bands eine Renaissance als Verbreitungsmedium.

Kakadu für Frühaufsteher · 7.30 – 8.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Erzähltag

Der Hechtbaron

Von Mara Schindler

Deutschlandfunk Kultur 2017

Mona verbringt die Sommerferien bei Tante Karin. Aber nicht, weil sie will, sondern weil sie MUSS! Das haben die Eltern so bestimmt. Eine blöde Entscheidung, findet Mona. Denn Theo, ihr Bruder, muss nun ohne sie zurechtkommen, während er im Krankenhaus liegt und auf seine Operation wartet. Und alles, was er hat, sind eine heulende Mama und ein hilfloser Papa … So geht das nicht! Mona weiß besser, was Theo jetzt braucht. Sie packt ihren Koffer und macht sich auf den Weg zu ihm.

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