Hörfunktipps KW 20 für Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova

Montag, 14. Mai 2018

Musik-Panorama · 21.05 – 22.50 Uhr · Deutschlandfunk

Neue Produktionen aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal

La Venezia di Anna Maria

Die virtuose musikalische Welt eines venezianischen Waisenkindes

Werke von Antonio Vivaldi, Baldassare Galuppi und Tomaso Albinoni

Für musikbegeisterte Venedig-Reisende des 18. Jahrhunderts gehörte es zum touristischen Pflichtprogramm, den Gottesdienst in einem der berühmten Mädchen-Waisenhäuser zu besuchen. Die Aufführungen, die die jungen Musikerinnen dort stets verborgen hinter einem mit dünnem Stoff bespannten Lettner präsentierten, waren hochkarätig. Eine herausragende Virtuosin unter den Instrumentalistinnen war Anna Maria (einen Nachnamen bekamen die venezianischen Findelkinder nicht). Ihr Mentor war der damals schon weithin berühmte Antonio Vivaldi, sie hat ihn zu etlichen Violinkonzerten inspiriert, die er ausdrücklich ihr in die Finger schrieb.

 

Zeitfragen. Feature · 19.30 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Ausweitung der Kampfzone

Über die Aufrüstung im Cyberraum

Von Heiner Kiesel

Vor 40 Jahren sind die ersten militärstrategischen Überlegungen zum Cyberwar vorgelegt worden. Dann kam die Digitalisierung: Inzwischen ist alles mit allem vernetzt und die Bedrohung durch einen Angriff über die Datennetze umfassend wie nie zuvor. Spektakuläre Hacks und Trojaner alarmieren die Gesellschaft und erhöhen den Entscheidungsdruck in der Politik. Auch Deutschland rüstet sich angesichts der veränderten Gefährdungslage. Für die Bundeswehr ist mit dem Cyberraum ein neues Schlachtfeld hinzugekommen. Dabei treffen die staatlichen Cyberkrieger nicht nur auf Probleme technischer Natur. Die Militarisierung der Netze beginnt Auswirkungen auf die analoge Welt zu haben. Wichtige Übereinkünfte im humanitären Völkerrecht geraten unter Druck.

 

In Concert · 20.03 – 21.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

14. folkBALTICA

Marienkirche Flensburg

Sharing Heritage – Love Tree Ensemble

Auf Anregung des Europäischen Parlaments beschloss die EU-Kommission vor drei Jahren, das Jahr 2018 zum Europäischen Jahr des Kulturerbes zu erklären. Offizieller Botschafter des Kulturerbe-Jahres ist die folkBALTICA. Ein Musikfestival, das sich seit seiner Gründung 2005 den europäischen Musiktraditionen widmet. Dessen langjähriger künstlerischer Leiter, Folkgeiger und Komponist Harald Haugaard und Folksängerin, Geigerin und Songschreiberin Helene Blum wurden beauftragt, in einem multinationalen Folkensemble den Gemeinsamkeiten und Besonderheiten traditioneller Musik in Europa hörbar nachzuspüren. So entstand das elfköpfige Love Tree Ensemble mit (Folk-)Musikern aus Bosnien-Herzegowina, Dänemark, Deutschland, Finnland, Italien, Nordirland, Österreich, Polen, Portugal und Schweden.

 

Dienstag, 15. Mai 2018

Das Feature · 19.15 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk

Kolumbien hat nicht auf euch gewartet

Die FARC-Guerilla versucht sich als politische Partei

Von Nils Naumann

Deutschlandfunk/WDR 2018

Die FARC war Kolumbiens größte Guerillagruppe. Mitte 2017 legte sie nach mehr als 50 Jahren Bürgerkrieg und mehr als 260.000 Toten die Waffen nieder. Jetzt versucht die FARC als politische Partei den Neuanfang. Doch das Volk begegnet der demobilisierten Guerilla mit Gleichgültigkeit, Skepsis oder Hass. Nils Naumann arbeitet seit Herbst 2016 als Journalist und Entwicklungshelfer bei einem Gemeinderadio in Kolumbien. Das Radio soll den Friedensprozess und die Versöhnung der polarisierten Gesellschaft unterstützen. Für das Feature hat Naumann mehrere FARC-Kämpfer bei der Rückkehr in die Gesellschaft begleitet.

Alte Musik · 22.00 – 22.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Pilgerhandbuch und Reiseführer

Der Codex Calixtinus

Von Helga Heyder-Späth

Seit dem 9. Jahrhundert pilgern Christen nach Santiago de Compostela, die iberische Stadt mit den sieben Toren, um dort dem Heiligen Jakobus die Ehre zu erweisen. Im hohen Mittelalter breitet sich der Jakobsweg netzartig über ganz Europa aus. Was die Pilger im 12. Jahrhundert auf ihrem Weg gesungen haben, wo sie Station machten und wie sie sich vor unredlichen Wirten und lästigen Mücken schützen konnten, das wird in einer alten Handschrift beschrieben, dem sogenannten Codex Calixtinus. Mit diesem mittelalterlichen Pilgerhandbuch und Reiseführer lädt die Sendung zu einer Klangreise nach Compostela ein.

 

Mittwoch, 16. Mai 2018

Spielweisen · 22.05 – 22.50 Uhr · Deutschlandfunk

Heimspiel – Die Deutschlandradio-Orchester und -Chöre

Deutscher Chordirigentenpreis 2018

Mit einem Wettbewerbsbericht von Klaus Gehrke

Der RIAS Kammerchor Berlin feiert in diesem Jahr sein 70-jähriges Bestehen. 1948 beim Aufbau der Musikabteilung des Rundfunks im amerikanischen Sektor Berlins gegründet, wandte der Chor sich bald sowohl der historischen Aufführungspraxis alter Meisterwerke als auch Neuer Musik zu. Neu ist die Mitwirkung beim 2014 gegründeten Deutschen Chordirigentenpreis; alle zwei Jahre wird dieser in Berlin ausgetragen. Im April empfing der RIAS Kammerchor zum dritten Mal die Stipendiaten des Dirigentenforums des Deutschen Musikrats in der Sparte Chor. Auf dem Programm: Werke von Carlo Gesualdo di Venosa, Paul Hindemith und Robert Zuidam.

Hörspiel · 21.30 – 22.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Der Raum gehört uns

Von Cécile Wajsbrot

DKultur 2016/53’18

Ein verlängertes Wochenende, an dem alles in der Schwebe ist. In einem Museum in Berlin kreuzen sich die Wege einer Frau und eines Mannes. In Paris, im Jardin des Tuileries, treffen ein Mann und eine Frau aufeinander. Zufall oder Fügung: Der Mann in Berlin gehört zu der Frau in Paris, die Frau in Berlin zu dem Mann in Paris. Sie wandeln zwischen steinernen Statuen. Und der Chor der Statuen erzählt die Geschichte der Orte.

 

Donnerstag, 17. Mai 2018

Marktplatz · 10.10 – 11.30 Uhr · Deutschlandfunk

Byebye Blech

Leben ohne eigenes Auto

Hörertel.: 0 08 00-44 64  44 64

marktplatz@deutschlandfunk.de

Verstopfte Straßen, dicke Luft, Parkplatznot: In deutschen Großstädten wird das eigene Auto zur Last. Auf dem Land hingegen sind Menschen oft darauf angewiesen: lange Strecken und schlechter ÖPNV führen zur Abhängigkeit vom eigenen Wagen. Doch es gibt sowohl im urbanen als auch im ländlichen Raum Alternativen: Vom Lastenrad mit E-Antrieb bis zum Bustaxi auf Abruf. Wie aber den Absprung schaffen ins autofreie Leben?

Länderreport · 13.05 – 14.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Verkehrsinfarkt Mecklenburg-Vorpommern

Droht Chaos im Touristenland Nummer Eins?

Von Silke Hasselmann

Ein riesiges Loch auf der A 20, nur zwei Spuren Bundesstraße nach Rügen und dann auch noch der geplante Tunnel Usedom-Polen: Mecklenburg-Vorpommern hat gerade viele Baustellen. Bedeutet das kilometerlange Staus in der Tourismussaison, die gerade beginnt, oder ist das übertriebene Panikmache? 2017 war Mecklenburg-Vorpommern laut Stau-Atlas noch das mit Abstand entspannteste Autofahrland der Republik.

 

Freitag, 18. Mai 2018

Das Feature · 20.10 – 21.00 Uhr · Deutschlandfunk

Aufstand mit Cage-Harfe

Der Klangkünstler Ferdinand Försch auf der Suche nach einem Domizil

Von Thomas David

Deutschlandfunk 2018

Anfang der 80er-Jahre befreite sich der 1951 geborene Ferdinand Försch vom Ballast seines Studiums der Komposition, Perkussion und Elektronischen Musik und baute mit Hammer und Stichsäge das erste eigene Instrument. Seitdem lebt Försch die Freiheit seiner ganz persönlichen Revolution, doch auch die Kunst frisst manchmal ihre Kinder: Das 1997 von Försch in Hamburg begründete Klanghaus ist längst geschlossen. Die Cage-Harfe und die zwei- bis dreihundert anderen Musikinstrumente, seine mitunter riesigen Klangskulpturen, sie alle sind inzwischen im Keller eines ehemaligen Fitnesscenters verstaut. Demnächst endet auch dieser Mietvertrag. Neuen Lagerraum für sein Lebenswerk kann Försch sich nicht leisten. Der Autor begleitet ihn auf der Suche nach einer Lösung.

Zeitfragen. Literatur · 19.30 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Was bleibt?

Die Literatur von Schriftstellern mit Holocausterfahrung

Von Siegfried Ressel

Schriftsteller mit Holocaust- und Lagererfahrung wie Imre Kertész oder Jorge Semprun waren mehr als normale Schriftsteller. Ihre intellektuelle Stimme war zugleich auch eine moralische. Zu ihren Lebzeiten ließen sie uns teilhaben an ihren unermüdlichen Reflexionen über den Zivilisationsbruch des Holocaust; waren öffentliche Diskurspartner, wenn es darum ging, aus der Geschichte zu lernen. Was passiert mit der Literatur dieser Autoren nach deren Ableben: Was bleibt, wenn ihre Person fehlt? Verblasst die Wirkung der Texte allmählich? Geraten diese zu Klassikern, von Zeit zu Zeit lesenswert, aber ohne jeden gegenwärtigen Bezug? Oder halten sie uns nach wie vor wach und vermitteln uns Inspirationen und Argumente in einer Zeit und Gesellschaft, in der beispielsweise Hass wieder salonfähig geworden ist?

 

Samstag, 19. Mai 2018

Klassik-Pop-et cetera · 10.05 – 11.00 Uhr · Deutschlandfunk

Am Mikrofon: Der Pianist Joseph Moog

Mit vier Jahren entdeckte Joseph Moog seine Liebe zum Klavier. Als Zwölfjähriger debütierte der gebürtige Pfälzer in Rio de Janeiro. Heute, mit 30 Jahren, zählt er zu den erfolgreichen Pianisten seiner Generation. Seine Soloabende fallen immer wieder durch eine ungewöhnliche Stückwahl auf. Im April dieses Jahres beispielsweise spielt er in der Warschauer Philharmonie das äußerst selten gehörte Klavierkonzert des polnischen Komponisten Jerzy Gablenz. So schwärmen die Kritiker von ihm als einem Schatzgräber mit überirdischer Klaviertechnik.

Lange Nacht · 0.05 – 3.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Da gibt es nichts zu lachen

Eine Lange Nacht der fröhlichen Pessimisten

Von Rolf Cantzen

Jung, dynamisch, pragmatisch und vor allem optimistisch – diese Eigenschaften zeichnen erfolgreiche Menschen aus. Wer sich dem entzieht, trifft auf wenig Sympathien oder wird schnell als depressiv pathologisiert. Doch schon Sophokles weiß: „Nicht geboren zu werden, (ist) für die Erdbewohner am besten.” Die Gnostiker der Spätantike drängt ihre Weltwahrnehmung zu der Vermutung, dass nur ein böser Schöpfer diese Welt erschaffen haben kann. Schopenhauer und seine Schüler sensibilisieren für menschliches Leid. In der Melancholie verbinden sich Freude und Leid zu einer Weltsicht, in der sich Schwere und Leichtigkeit, Sinnlosigkeitsgefühle und Humor verbinden. Fröhliche Pessimisten empfehlen zunächst einmal anzunehmen, dass alles schief gehen wird, um sich dann positiv überraschen zu lassen.

Die ‚Lange Nacht‘ wird ab 23.05 Uhr auch im Deutschlandfunk gesendet.

 

Sonntag, 20. Mai 2018

Konzertdokument der Woche · 21.05 – 23.00 Uhr · Deutschlandfunk

Grundton D 2018 – Konzert und Denkmalschutz (1)

Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Giya Kancheli und Antonín Dvořák

Minguet Quartett

Zum Saisonauftakt der Benefizkonzertreihe ,Grundton D’ geht es hoch hinaus. Das renommierte Minguet Quartett steigt auf den Dachboden der ehemaligen Propstei im rheinland-pfälzischen Wehr. Seit fast drei Jahrzehnten engagiert sich der Deutschlandfunk in Zusammenarbeit mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz für Baudenkmale in Not. Der Erlös der Benefiz-Veranstaltungen fließt direkt in den Wiederaufbau und Erhalt der Konzertorte.

Nachspiel. Feature · 18.05 – 18.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Argentiniens Triumph und Trauer

Die Fußball-WM 1978 im Schatten der Diktatur

Von Ronny Blaschke

Argentinien vor 40 Jahren: Im Gastgeberland der 11. Fußball-Weltmeisterschaft herrscht eine Militärjunta. 30.000 Argentinier sollen ihr zum Opfer gefallen sein, heißt es nach deren Ende 1983. In Frankreich und den Niederlanden war ernsthaft erwogen worden, das Turnier zu boykottieren. Während Argentinien unter Trainer César Luis Menotti, einem erklärten Gegner des Militärregimes, den Titel gewann und Millionen Menschen auf den Straßen feierten, wurde in versteckten Lagern gefoltert und gemordet. Welche Lehren hat die argentinische Gesellschaft aus diesem düsteren Kapitel gezogen? Welche Rolle spielt die WM 40 Jahre später in der Erinnerungskultur für das fußballverrückte Land?

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