Montag, 15. Mai 2017

Musik-Panorama • 21.05 – 22.50 Uhr • Deutschlandfunk

Neue Produktionen aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal

Werke von Johannes Brahms, Clara Schumann und Robert Schumann

Anna Walachowski, Klavier

Ines Walachowski, Klavier

Am Mikrofon: Klaus Gehrke

Johannes Brahms liebte das Klavierspiel – egal, ob zwei- oder vierhändig. Kammermusikwerke wie das erste ‚Klavierquartett in g-Moll‘ bearbeitete er durchaus anspruchsvoll für sein Instrument. Robert Schumanns ‚Bilder aus Osten‘ gehören zu den Klassikern der vierhändigen Klavierliteratur und reflektieren Erzählungen des persischen Dichters Hariri. Neben diesen beiden Werken hatten Anna und Ines Walachowski für die Produktion die einzige originale Komposition Clara Schumanns für Klavier vierhändig ausgewählt: einen kleinen Marsch für ein Goldhochzeitspaar.

Freispiel • 0.05 – 1.00 Uhr • Deutschlandfunk Kultur

Proust ist mein Leben, doch es langweilt mich sehr

Hörspiel von Christian Rottler

Autorenproduktion 2016/47′

(Ursendung)

Der Song ‚Proust ist mein Leben‘ inspiriert den Proust-Forscher Eberhard Pontifex, sich an den Songtexter Christian Rottler zu wenden. Was gab den Anstoß zu diesem Song? Ein Sammelband soll entstehen. Rottler schreibt einen Text über sein Scheitern an Marcel Proust, doch Pontifex rührt sich nicht. Rottler kontaktiert Albert Gier, den Herausgeber. Ein Briefwechsel entsteht. Diese wahre Begebenheit verarbeitet Rottler zu einem Puzzle aus Musik und Dialogen, das auch Sittenbild des Kreativmilieus ist.

 

Kriminalhörspiel • 21.30 – 22.30 Uhr • Deutschlandfunk Kultur

Hausbesuch

Von Thomas Fritz

DKultur 2017/ca. 59′

(Ursendung)

HNO-Ärztin Corinna Straub hat Bereitschaft. Die Notrufstelle meldet, eine Frau sei kollabiert und nicht mehr ansprechbar. Als die Ärztin ankommt, ist die Frau, Ilse Maletzke, tot. Herzstillstand. Corinna Straub füllt den Totenschein aus. Später beginnt sie zu zweifeln. Verhielt sich der Ehemann nicht merkwürdig? Hätte sie ‚Todesursache ungewiss‘ attestieren müssen? Sie beginnt mit eigenen Ermittlungen und enthüllt eine tragische Lebensgeschichte.

Dienstag, 16. Mai 2017

Das Feature • 19.15 – 20.00 Uhr • Deutschlandfunk

Die Kampfansage

Mercedes-Arbeiter fordern ein neues Streikrecht

Von Maike Hildebrand

DLF 2017

Während einer Nachtschicht im Dezember 2014 legten 1300 Mercedes-Beschäftigte im Bremer Werk spontan die Arbeit nieder. Sie protestierten gegen Leiharbeit und eine weitere Auslagerung von Arbeitsplätzen. Es war ein wilder Streik, die IG Metall wollte die Aktion nicht unterstützen. Daimler reagierte prompt, sprach Abmahnungen aus und drohte im Wiederholungsfall mit Kündigung. Doch die kämpferischen Metallarbeiter klagen nun gegen den Konzern. Sie wollen eine Reform des deutschen Streikrechts bewirken, das Arbeitsniederlegungen ohne Gewerkschaftsbeschluss verbietet. Nach Ansicht der Kläger und ihrer vier Anwälte steht das geltende Streikrecht im Widerspruch zum Grundgesetz und zur Europäischen Sozialcharta.

Alte Musik • 22.00 – 22.30 Uhr • Deutschlandfunk Kultur

Typisch deutsch? – Vermischter Geschmack!

Der Flötist und Komponist Johann Joachim Quantz zum Thema Musik und die Deutschen

Von Georg Beck

Das späte 19. und frühe 20. Jahrhundert hatte eine Lieblingschimäre: die deutsche Musik. Ein irrationaler Diskurs favorisierte Abgrenzung gegen das Andere und Stilreinheit. Dabei war eine aufgeklärte Musikforschung und Musikästhetik schon einmal weiter. Im dritten Teil seines 1752 erschienenen ‚Versuchs einer Anweisung, die Flöte traversiere zu spielen‘, hatte sich Johann Joachim Quantz, der Hofmusiker und Flötenlehrer Friedrichs II., ausführlich mit dem Problem eines sogenannten Nationalstils befasst. Eine eigentliche Nationalmusik, so Quantz, hätten die Deutschen nicht hervorgebracht. Quantz entsprach mit seinen Kompositionen dem royalen Geschmack, verfasste jedoch eine zukunftsweisende Musikästhetik. Seine auf Austausch, auf Verständigung basierende Idee des vermischten Geschmacks geriet dennoch bald in Vergessenheit.

 

Mittwoch, 17. Mai 2017

Querköpfe • 21.05 – 22.00 Uhr • Deutschlandfunk

Kabarett, Comedy & schräge Lieder

Salzburger Stier 2017

Der deutsche Preisträger Helmut Schleich

Der deutsche Preisträger des Salzburger Stiers 2017 heißt Helmut Schleich! Er ist seit Jahren eine der markantesten Größen in der deutschsprachigen Kabarettlandschaft. Egal, ob auf der Bühne, in Radio-Kolumnen oder als Gastgeber seiner TV-Sendung ›SchleichFernsehen‹ – der 1967 geborene Künstler verbindet scharfe politische Satire mit höherem Unfug und eindrucksvollem Typenkabarett. Kultstatus besitzt Schleichs Parodie des bayerischen Übervaters Franz Josef Strauss: Wenn der Hals im Jackett verschwindet und der Körper rhythmisch zu hüpfen beginnt, dann ist die Illusion perfekt. Als satirischer Wiedergänger rechnet Helmut Schleich nicht nur mit der Politik der bayerischen Staatsregierung ab, er nimmt die ganze Welt in den Blick und lässt sein Publikum Tränen lachen.

Thementag im Deutschlandfunk Kultur

„Und jetzt? Leben in Zeiten des Populismus.“

In einer dreiteiligen Themenreihe thematisiert Deutschlandfunk Kultur die tiefgreifende Verunsicherung in den westlichen Gesellschaften: Werte und Ideale sind ins Wanken geraten. Populismus ist auf dem Vormarsch und kann Mehrheiten mobilisieren. Die Gründe für die Umbrüche in Gesellschaft, Politik und Kommunikation sind genauso vielfältig wie die Zahl der Analysen. Deutschlandfunk Kultur geht am 10., 17. und 24. Mai einen Schritt weiter, wirft den Blick nach vorn und fragt nach Lösungen. In Berichten, Reportagen, Interviews und Hintergrundfeatures im Tagesprogramm des nationalen Kulturprogramms geht es um eine neue Leidenschaft für die Idee der Demokratie.

17. Mai: Und jetzt? Stimmung machen!

Wie sollen wir auf eine Politik reagieren, die mit Fake News operiert und die Gewaltenteilung in Frage stellt? Wie wichtig sind uns Themen, die von anonymen Massen in den Sozialen Netzwerken hochgejubelt werden? Wie erzeugt die „Lügenpresse“ wieder Vertrauen? Sollen Medien Stimmung abbilden? Oder besser selbst für Stimmung sorgen?

 

Donnerstag, 18. Mai 2017

JazzFacts • 21.05 – 22.00 Uhr • Deutschlandfunk

Harmoniker mit vier Schlägeln

Ein Porträt des Vibraphonisten Dierk Peters

Von Odilo Clausnitzer

„Vibraphonisten sind nicht meine Helden“, sagt Dierk Peters, einer der wenigen profilierten Vibraphonisten der aktuellen deutschen Jazzszene, „ich orientiere mich vor allem an Pianisten.“ Begonnen hatte der gebürtige Niedersachse als Schlagzeuger, bevor er sich mit 17 für das Metallplatteninstrument mit dem charakteristisch kühlen Sound entschied. Begeistert hatte ihn daran zunächst der perkussive Aspekt – aber heute, so sagt er, fasziniert ihn der pianistische Zugang dazu, und er sieht es als das schönste Harmonieinstrument überhaupt. Seit zehn Jahren lebt Peters in Köln, wo er 2012 sein Studium mit Auszeichnung abschloss und zu einem gefragten Sideman wurde. Für sein Spiel erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Sondersolistenpreis beim internationalen Jazzwettbewerb Burghausen.

Zeitfragen. Feature • 19.30 – 20.00 Uhr • Deutschlandfunk Kultur

Wasserstoff – ein Garant für die Energiewende?

Von Annegret Faber

Zehn Prozent Energieeinsparung im Verkehrssektor bis 2020, 40 Prozent bis 2050. Das ist das Ziel der Bundesregierung. Ohne Wasserstoff wird das nicht klappen, heißt es. Allerdings ist es still geworden um die Zukunftstechnologie. Doch hinter den Kulissen brodelt es gewaltig: Wasserstoffautos mit 600 km Reichweite gibt es schon heute, Wasserstoff als unterirdischer Energiespeicher ist in der Testphase und Wasserstofftankstellen, die gleichzeitig Kläranlagen mit Sauerstoff versorgen, sind im Entstehen. Große und kleine Firmen arbeiten fieberhaft an Konzepten der Zukunft.

 

Freitag, 19. Mai 2017

Das Feature • 20.10 – 21.00 Uhr • Deutschlandfunk

Bis dass der Klang euch scheidet

Komponistenpaare im Porträt

Von Sabine Fringes

DLF 2016

Komponisten gehen mit den Ohren voran durch die Welt, ihre Tätigkeit ist nahezu unsichtbar. Es ist ein Leben voller Hingabe an Rhythmus und Klang. Viel wurde schon geschrieben über Komponistenpaare früherer Epochen wie Robert und Clara Schumann oder Gustav und Alma Mahler, darüber, dass die eine zurückstecken musste, damit der andere sich voll entfalten konnte. Doch wie sieht heute das Leben von Paaren aus, wenn beide Partner komponieren? Und wie klingt dieses Miteinander, wie hört sich der Alltag an? Das Feature besucht drei solcher Paare, reist nach Bremen zu Klaus Huber und Younghi Pagh-Pan, nach Freiburg, wo Carola Bauckholt und Caspar Johannes Walter mit ihrer Familie leben, und nach Düsseldorf zu Kunsu Shim und Gerhard Stäbler.

Zeitfragen. Literatur • 19.30 – 20.00 Uhr • Deutschlandfunk Kultur

Der milde Blick

Wie deutsche Verlage mit ihrer NS-Geschichte umgehen

Von Philipp Gessler

Viele deutsche Verleger waren sich nach 1945 keiner Schuld bewusst. Wie die Gesellschaft auch, machten sie weiter, als sei nichts gewesen, als hätten sie nicht auch in den Jahren zuvor Bücher verlegt, teilweise sehr erfolgreich und profitabel. Verlegerpersönlichkeiten wie Kurt Desch, Eduard Reifferscheid, Joseph Caspar Witsch und Lothar Blanvalet sprachen nicht über ihr Tun unter den braunen Machthabern. Erst seit der Jahrtausendwende wird die NS-Geschichte deutscher Verlage in nennenswertem Umfang aufgearbeitet. Dennoch tun sich große Häuser bis heute schwer, die NS-Verstrickung ihrer Gründerväter öffentlich zu benennen. Ein Feature über ein langes Schweigen und nur zaghafte Blicke zurück.

 

Samstag, 20. Mai 2017

Klassik-Pop-et cetera • 10.05 – 11.00 Uhr • Deutschlandfunk

Am Mikrofon: Der Jazzmusiker Pascal Schumacher

Pascal Schumacher flirtet gerne mit verschiedenen Musikstilen: Sein Hauptinteresse gilt zwar der elektronischen Musik, aber er entführt auch in barocke Welten mit Skizzen ‚Über Bach‘ oder kreiert Film-, Theater-, Tanz- und Multimediaprojekte. Pascal Schumacher spezialisierte sich auf Vibra- und Marimbaphon und wirkt als Komponist und Musiker in verschiedenen Formationen wie in kammermusikalischen Ensembles. 2005 gewann er den Django d’Or-Preis in der Kategorie Neue Talente, und einige Jahre später erhielt der sogenannte Goldschmied seines Genres den ECHO Jazz als Instrumentalist des Jahres. Der 38-Jährige unterrichtet Schlagwerk am Konservatorium in Luxemburg sowie Jazzvibraphon an der Hochschule für Musik in Saarbrücken.

Lange Nacht • 0.05 – 3.00 Uhr • Deutschlandfunk Kultur

Gefährlich, aber gut

Die Lange Nacht mit Dieter Hildebrandt und Volker Kühn

Von Oliver Kranz

Sie haben 1973 die subversivste Sendung aus der Taufe gehoben, die das deutsche Fernsehen bis dahin kannte – ‚Notizen aus der Provinz‘. Satire kam im Gewand eines politischen Magazins auf den Bildschirm. Dieter Hildebrandt (1927–2013) sagte wie ein Nachrichtensprecher Beiträge an, in denen Politiker parodiert und gesellschaftliche Reizthemen kabarettistisch kommentiert wurden. Die Grenzen zwischen Satire und Realität waren oft nicht auszumachen. So gelangen viele höchst wirkungsvolle Provokationen. Volker Kühn (1933–2015) hat das Konzept der Sendung entwickelt und gehörte zu den besten Kennern der deutschen Kabarettszene. Mit Dieter Hildebrandt lässt er anhand markanter Beispiele Szenen deutscher Fernsehsatire Revue passieren.

Die ‚Lange Nacht‘ wird ab 23.05 Uhr auch im Deutschlandfunk gesendet.

 

Sonntag, 21. Mai 2017

Zwischentöne • 13.30 – 15.00 Uhr • Deutschlandfunk

Musik und Fragen zur Person

Der Philosoph Dieter Thomä im Gespräch mit Joachim Scholl

„Ein ganzer Kerl“ – Hat er an Donald Trump gedacht? Als Dieter Thomä seine ‚Philosophie des Störenfrieds‘ zu schreiben begann, war der neue US-Präsident noch ein bizarrer Schattenriss am Horizont. Jetzt wirkt Dieter Thomäs Buch ‚Puer robustus – das wilde Kind‘ wie die philosophische Faust aufs Auge! Zunächst war der Journalismus seine Zunft: Nach einem Volontariat an der Henri-Nannen-Schule wurde Dieter Thomä, geboren 1959, Redakteur beim Hörfunk. Doch dann zog es ihn doch erfolgreich zur Philosophie. Nach Dissertation und Habilitation lehrte Dieter Thomä zunächst in den USA, seit 2000 ist die Universität St. Gallen seine akademische Heimat. Elegant und rasant geschriebene Bücher sind zum Markenzeichen von Dieter Thomä geworden – die journalistische Herkunft hat sich aufs Schönste ausgewirkt!

Hörspiel • 18.30 – 20.00 Uhr • Deutschlandfunk Kultur

vielstimmig

Die Kunst an nichts zu glauben

De Arte Nihil Credendi

Von Raoul Schrott

DKultur 2016/ca. 79’39

Nicht selten ist ein Buch der Auslöser, Ausgangspunkt für ein neues, ein weiteres Buch. In diesem Fall: ‚De Arte Nihil Credendi – Über die Kunst an nichts zu glauben‘, ein Traktat aus dem 17. Jahrhundert. Menschen in alltäglichen Berufen fragen nach dem Gelingen des Lebens oder der Kunst des Scheiterns. Passagen daraus bildeten die Inspirationsquelle für neue Gedichte, sie sind zugleich aber auch ihr Spiegel, Illuminationen von fremder Hand.

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