Hörfunktipps KW 2 Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova

Montag, 8. Januar 2018

Musik-Panorama · 21.05 – 22.50 Uhr · Deutschlandfunk

25 Jahre Schola Heidelberg

Festival ‚Diktaturen‘

Werke von René Leibowitz, Stefan Litwin, Paul Dessau, Peter Buró, Alberto Hortigüela u.a.

Schola Heidelberg

Ensemble aisthesis

Leitung: Walter Nussbaum

Programme des KlangForum Heidelberg berühren Zeitfragen. Das dramaturgisch dicht gestaffelte Festival zum 25-jährigen Ensemblebestehen widmete sich einstigen politischen Diktaturen. Dirigent Walter Nußbaum programmierte Neue Musik aus Südamerika, China und aus dem alten Europa. Im Mittelpunkt eines lateinamerikanischen Abends standen Ausschnitte aus René Leibowitz‘ letzter Oper ,Todos Caeràn’ von 1972. Diese kreist um politische Rebellion, Eifersucht, Verrat und Betrug. In einem anderen Konzert beleuchteten neue Werke von Dániel Péter Biró, Aureliano Cattaneo und Alberto Hortigüela kulturelle Vergangenheitsbewältigung in Ungarn, Italien und Spanien.

Zeitfragen. Feature · 19.30 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Deutsch werden

Die Hürden der Einbürgerung

Von Matthias Baxmann

Auf den Einbürgerungstest kann man sich an Volkshochschulen vorbereiten wie auf eine Führerscheinprüfung. Mit knapp über der Hälfte richtiger Multiple-Choice-Antworten hat man den Nachweis erbracht, sich mit Deutschland auszukennen. Doch das ist für die Bewerber um die deutsche Staatsbürgerschaft das geringste Problem. Welche Motive haben Ausländer, sich einbürgern zu lassen, welche Lebensgeschichten verbergen sich hinter diesem Wunsch? Sind sie doch auch nach langjährigem Leben in unserem Land ebenso in ihrer ursprünglichen Heimat verwurzelt. Aber zum Nachweis ihrer Identität steht dann in ihrem neuen Pass: Nationalität Deutsch.

 

Kriminalhörspiel · 21.30 – 22.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Das Ende von Laura und Paul

Von Christoph Prochnow

Regie: Andrea Getto

Deutschlandfunk Kultur 2017/54‘24

(Ursendung)

Im Dezember 1911 geht die Meldung durch die Weltpresse, dass Laura, Tochter von Karl Marx, gemeinsam mit ihrem kreolischen Ehemann Paul Lafargue in Draveil bei Paris den Freitod gesucht habe. Viele ihrer linken Gesinnungsgenossen glauben nicht an einen Doppel-Selbstmord. So auch Kriminalinspektor Cocu, der vom Polizeidienst suspendiert wurde. Er fährt nach Draveil und versucht auf eigene Faust, den Hintergrund dieses angeblichen Suizids aufzuspüren.

Dienstag, 9. Januar 2018

Sprechstunde · 10.10 – 11.30 Uhr · Deutschlandfunk

Organspende

Eine schwierige Entscheidung über den Tod hinaus

Gesprächsgäste: Dr. med. Axel Rahmel, Medizinischer Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation, Frankfurt am Main/Prof. Dr. med. Bernhard Banas, Präsident der Deutschen Transplantationsgesellschaft, Regensburg

Hörertel.: 0 08 00-44 64  44 64

sprechstunde@deutschlandfunk.de

Anspruch und Wirklichkeit klaffen weit auseinander. 98 Prozent aller Deutschen würden sich zwar Organe eines Toten transplantieren lassen, wenn es um ihr eigenes Überleben geht, allerdings besitzen nur 32 Prozent entsprechende Spenderausweise. Der Transplantationsskandal aus dem Jahr 2012 hat die tiefsitzende Angst vieler Menschen vor Missbrauch, Organhandel und vorzeitiger Organentnahme aufgrund falscher Diagnosen forciert.

Alte Musik · 22.00 – 22.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Vor dem Vergessen bewahrt

Der Komponist Joseph Martin Kraus und sein Retter Frederik Samuel Silverstolpe

Von Wolfram Enßlin

Als der aus dem Odenwald stammende Komponist Joseph Martin Kraus 1792 im Alter von nur 36 Jahren in Stockholm starb, hinterließ der bedeutende musikalische Repräsentant der glanzvollen Gustavianischen Epoche ein vielseitiges musikalisches Œuvre. Zum Zeitpunkt seines Todes waren die einzelnen Kompositionen jedoch weit verstreut und lagen häufig nur in singulären handschriftlichen Exemplaren vor. Wenige Jahre nach Kraus‘ Tod begann der schwedische Diplomat und Musikenthusiast Frederik Samuel Silverstolpe in Vorbereitung einer größeren Kraus-Biografie verlässliche Informationen über ihn bei Familienangehörigen und Weggenossen einzuholen. Wie er dabei gleichzeitig einen Großteil seiner Kompositionen, nicht zuletzt seines geistlichen Frühwerks, vor der Vergessenheit bewahrte, thematisiert diese Sendung.

Mittwoch, 10. Januar 2018

Spielweisen · 22.05 – 22.50 Uhr · Deutschlandfunk

Wortspiel – Das Musik-Gespräch

Der Dirigent Michael Alexander Willens und der Musikologe Klaus Winkler im Gespräch über Johann Schelles ,Actus Musicus auf Weyh-Nachten’

Als Thomaskantor war er seinem berühmten Kollegen Johann Sebastian Bach in Leipzig vorangegangen: Johann Schelle. Auch ein ‚Weihnachtsoratorium‘ hatte der 1648 im Erzgebirge geborene Schelle bereits komponiert, einen ,Actus Musicus auf Weyh-Nachten’. Wie Schelle das dreiteilige Werk im Detail gestaltet und mit welchen Klangeffekten er arbeitet – darüber geben der Dirigent Michael Alexander Willens und der Musikexperte Klaus Winkler im Gespräch mit Christoph Schmitz Auskunft. Das Spezial-Ensemble für Alte Musik, die Kölner Akademie, liefert dazu viele Klangbeispiele und es spielt im Anschluss an das Gespräch die vollständige Komposition.

Feature · 0.05 – 1.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

O Stimmcoach, hilf!

Ein vokaler Selbstversuch

Von Andra Joeckle

DKultur 2015/53‘43

Stimmkundige halten mir den Spiegel vor: schreddrig, kiekst, eiert, knarrt. O Gott, was für eine Stimme, o Stimmcoach, hilf! Ich möchte meine Stimme tragen wie ein hinreißendes Kleid. Die Optimierer raten: Tiefer soll sie sitzen. Weiter tragen. Mehr Seide darin, weniger Bruch. Weg die Verlacher und Weichmacher. Ich gehe ans Stimmtrimm-Werk: artikuliere mit Kieseln im Mund, spiele mit meiner Stimme durch einen Strohhalm ins Wasser, lasse Urlaute los und schwinge zum Sprechen das Lasso – bis meine innere Stimme zu Wort kommt.

Donnerstag, 11. Januar 2018

Marktplatz · 10.10 – 11.30 Uhr · Deutschlandfunk

Auf der Suche nach dem Glück

Partnerbörsen auf dem Prüfstand

Hörertel.: 0 08 00-44 64  44 64

marktplatz@deutschlandfunk.de

Es ist nicht leicht, den perfekten Partner fürs Leben zu finden. Die Zahl der Singlehaushalte ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Gleichzeitig nutzen Millionen Menschen Datingportale, die versprechen, den Wunsch nach der großen Liebe zu erfüllen. Was unterscheidet Parship von Tinder, was die Börsen im Internet von der klassischen menschlichen Partnervermittlerin? Nach welchen Kriterien schlagen digitale und analoge Partnerbörsen einen Kandidaten vor, mit welchen Erfolgschancen? Wie teuer kommt mich die Suche nach der großen Liebe zu stehen, wie viel Geduld sollte ich mitbringen? Und wie bewältigen Kandidatinnen und Kandidaten das erste Zusammentreffen in der echten Welt am besten?

Chormusik · 22.00 – 22.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Unbekannt und spätromantisch

Werke für Chor von Wilhelm Berger

Alejandro Picó-Leonís, Klavier

Landesjugendchor Thüringen

Leitung: Nikolaus Müller

Seit seiner Wiedergründung 2013 hat es sich der Landesjugendchor Thüringen zur Aufgabe gemacht, bekannte Chormusik neu zu entdecken und unentdeckte Werke bekannt zu machen. Wilhelm Berger, Komponist, Dirigent, Pianist und Chef der Meininger Hofkapelle von 1903 bis zu seinem Tod 1911 ist stilistisch zwischen Brahms und Reger anzusiedeln – und bis heute ein Unbekannter der Musikgeschichte. Der Landesjugendchor Thüringen hat nun 17 Vokalwerke Bergers für Frauen- und Männerchor sowie für gemischten Chor mit bis zu acht Stimmen eingespielt.

Freitag, 12. Januar 2018

Das Feature · 20.10 – 21.00 Uhr · Deutschlandfunk

Wann reden, wann schweigen

Ein Besuch bei Ruth und Kurt Elias in Beth Jitzchak

Von Heike Tauch

Deutschlandfunk 2007

Nach dem deutschen Einmarsch in ihre mährische Heimat wird Ruth Huppert nach Theresienstadt deportiert. Dort heiratet sie, um dem nächsten Osttransport zu entgehen, ihren Freund Gorni, kommt nach Auschwitz, wo sie ein Kind von ihm zur Welt bringt. Bevor es der KZ-Arzt Mengele für seine Experimente nutzen kann, gibt ihr eine Ärztin Morphium. Ruth Huppert tötet ihr Kind. Sie überlebt Auschwitz und gerät 1944 in das Arbeitslager Taucha bei Leipzig, wo sie ihren späteren Ehemann Kurt Elias kennenlernt. 1949 wandern sie nach Israel aus, ihr Haus wird zum Treffpunkt von Freunden. Den zwei Söhnen verschweigen sie ihre Vergangenheit – eine Abmachung, die Kurt verlangte. Als Ruth Elias das Schweigen nicht mehr aushält, beginnt sie ihre Erinnerungen heimlich aufzuschreiben. Sie werden 1988 veröffentlicht.

Kakadu. Entdeckertag · 15.05 – 15.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Heulende Jäger
Wölfe in Geschichten und in Wirklichkeit
Von Ulrike Klausmann
In alten Märchen und Geschichten waren die Wölfe meistens die Bösen. Sie wurden gejagt, bis sie in Deutschland fast ausgestorben waren. Jetzt kommen sie in unsere Wälder zurück und vermehren sich, denn heute stehen sie unter Naturschutz. Kinder bekommen Kuschelwölfe geschenkt und in den Geschichten von heute sind die einstigen Bösewichter meistens lieb oder lustig. Die Tierschützer freuen sich, denn die Wölfe helfen, das ökologische Gleichgewicht in den Wäldern aufrecht zu erhalten. Aber die Schäfer sind alarmiert, denn die Wölfe fressen nicht nur das kranke Wild im Wald, sondern gern auch einmal Schafe aus ihren Herden. Ulrike Klausmann hat die Spur der Wölfe verfolgt.

Samstag, 13. Januar 2018

Gesichter Europas · 11.05 – 12.00 Uhr · Deutschlandfunk

Das Haus der verlassenen Kinder

Ein Kinderheim in Rumänien

Von Manfred Götzke und Leila Knüppel

Seit mehr als 20 Jahren betreibt Sybille Hüttemann-Boca ein Kinderheim in Rumänien. Kurz nach der Revolution ist die deutsche Kinderkrankenschwester zum ersten Mal nach Rumänien gereist, die schrecklichen Bilder aus den Heimen der Ceauşescu-Diktatur vor Augen. Was eigentlich nur als Spenden- und Hilfsaktion gedacht war, ist zu ihrem Lebensprojekt geworden. Erst kümmerte sie sich um misshandelte und verwahrloste behinderte Kinder, später betreute sie Straßenkinder in Bukarest. Sie lebte Monate mit ihnen zusammen, um ihr Vertrauen zu gewinnen, und gründete schließlich für sie ein Kinderheim.

Lange Nacht · 0.05 – 3.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

„I get a kick out of you”

Eine Lange Nacht über Cole Porter

Von Anette Selg

Cole Porters Lieder sind Kürzestgeschichten über die Liebe – über Hoffnung und Begehren, Sehnsucht und Verzicht. Sie sind intelligent und glänzend an der Oberfläche, darunter aber fast immer von herzzerreißender Melancholie und Schwermut. Cole Porter – 1891 als Sohn einer schwerreichen Familie in Indiana geboren – feilte schon als junger Student in Yale und Harvard an seinem Liedrepertoire. Seine Musik spielte er jedoch vor allem bei privaten Anlässen, für seine Freunde. Erst als er über 40 war, kam für den amerikanischen Komponisten der Durchbruch. Ab Anfang der 30er-Jahre feierte fast jedes Jahr ein neues Porter-Musical Premiere am Broadway. Heute wird von seinen vielen Musicals kaum noch eine Handvoll aufgeführt. Cole Porters Lieder sind derart zum Allgemeingut geworden, dass der Urheber dahinter verschwunden ist.

Die ‚Lange Nacht‘ wird ab 23.05 Uhr auch im Deutschlandfunk gesendet.

Sonntag, 14. Januar 2018

Konzertdokument der Woche · 21.05 – 23.00 Uhr · Deutschlandfunk

Beethovenfest Bonn 2017

Hugo Wolf

‚Italienisches Liederbuch‘. Liederzyklus für eine Singstimme und Klavier

Necken, schmachten, verschmähen, trauern – die Gemütsschwankungen im ‚Italienischen Liederbuch‘ von Hugo Wolf sind groß. Sängerin und Sänger stehen nebeneinander, sie spricht ihn an, er singt über sie, aber nie erklingen ihre Stimmen zusammen: Ein Duo ohne Duett. Beim Beethovenfest Bonn interpretierten Christiane Karg und Michael Nagy spielfreudig die zwei Partien, begleitet von Gerold Huber am Klavier. Dass Huber dabei nicht nur Begleiter, sondern im Sinne Hugo Wolfs auch Akteur ist, auch das machten die Sopranistin und der Bariton in dem Konzert deutlich.

Hörspiel · 18.30 – 19.25 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

„Was mit uns los ist kann doch kein Mensch verstehen”

Eine synthetisierte Mono-Oper inspiriert von Jean Cocteaus Mono-Drama ‚La voix humaine‘

Von wittmann/zeitblom

DKultur 2016/52‘12

Das Autorenduo wittmann/zeitblom konfrontiert Motive aus Cocteaus Stück von 1930 mit heutiger Lebenswirklichkeit. In einer Montage von Alltags-Samples, chorischen Loops, klangmanipulierten Stimmen und rhythmisierten Sprachfragmenten entsteht eine synthetisierte Mono-Oper. Cocteaus Monodrama, das einseitige Telefongespräch einer verlassenen und lebensmüden Geliebten, wurde 1930 uraufgeführt und vielfach mit herausragenden Schauspielerinnen inszeniert – auf dem Theater wie im Radio. ‚Die geliebte Stimme‘ oder ‚Die menschliche Stimme‘ ist ein Klassiker. 1959 wurde ‚La Voix Humaine‘ auch als Oper von Francis Poulenc uraufgeführt.

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