Hörfunktipps KW 19 für Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova

Montag, 7. Mai 2018

Musik-Panorama · 21.05 – 22.50 Uhr · Deutschlandfunk

musica reanimata

Gegensätzliche Lebenswege: Hans Holewa und Paul Abraham

Aufnahme der Gesprächskonzerte vom 25.1. und 8.3.2018 aus dem Konzerthaus Berlin

Das Verbot der Sozialdemokratischen Partei Österreichs brachte Hans Holewa 1934 um seine wichtigste Einkommensquelle, hatte er doch bis dahin sozialdemokratische Chöre geleitet. Deshalb floh er aus wirtschaftlichen Gründen, nicht, weil er Jude war. In seiner Wahlheimat Schweden wurde Holewa nach einem schwierigen Start zu einem der bedeutendsten, hierzulande aber unbekannten Vertreter der Neuen Musik. Der aus Ungarn stammende Paul Abraham wandte sich der Operette zu, später auch dem Tonfilm. In seinen drei Berliner Jahren avancierte er zum meistgespielten Bühnenkomponisten. Seine Flucht vor den Nationalsozialisten führte ihn auf Umwegen nach New York. Es gelang ihm dort aber nicht, Fuß zu fassen, er erkrankte und galt bald als geistig verwirrt.

 

Zeitfragen. Feature · 19.30 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Gekommen, um zu bleiben?

Russen in Deutschland

Von Gesine Dornblüth und Thomas Franke

Deutschland war für Russen schon immer attraktiv. Waren es während der Sowjetunion in der DDR vor allem Soldaten, fanden sich in Westdeutschland vor allem Regimegegner und Juden, die die UdSSR verlassen durften. In den 90er-Jahren kamen Russlanddeutsche – sogenannte Spätaussiedler – dazu und Arbeitsmigranten. In den 2000er-Jahren ebbte der Strom dann ab. Jetzt sind es wieder mehr Russen, die vor der politischen Situation im Land flüchten. Und dann sind da natürlich noch die Touristen und Pendler, die zum Teil in Baden-Baden oder Berlin leben, die zum Shoppen nach Deutschland kommen, Partyjugendliche und Intellektuelle.

 

Kriminalhörspiel · 21.30 – 22.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Illegal

Nach dem Roman von Max Annas

Deutschlandfunk Kultur 2018/54’05

(Ursendung)

Kodjo lebt seit Jahren in Berlin, sein Tagesablauf wird von zwei Dingen bestimmt: Überleben. Nicht auffallen. Denn Kodjo ist illegal im Land. Der junge Mann aus Ghana weiß genau, wie er der Polizei entgeht. Tut alles, um unsichtbar zu sein und unsichtbar zu bleiben. Dann kommt der Tag, der alles verändert: Von einem Abrisshaus aus beobachtet er einen Mord. Sieht den Täter davonfahren. Kodjo reagiert wie gewohnt: Verstecken, warten, dass der Mörder gefasst wird. Doch der hat ihn gesehen. Und schickt dem unbequemen Zeugen seine Männer hinterher.

 

Dienstag, 8. Mai 2018

Das Feature · 19.15 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk

Obamas verlorene Graswurzelbewegung

Die verpasste Chance

Von Martina Groß

Deutschlandfunk 2018

Barack Obama hat mit seinem Wahlsieg 2008 die Regeln des US-Wahlkampfs verändert. Als unbekannter Kandidat ohne große Unterstützung aus dem Partei-Establishment gewann er die Präsidentschaft vor allem dank einer Graswurzelbewegung, die sich für alle Beteiligten überraschend rasant entwickelt hatte. Mehrere Hunderttausend Freiwillige engagierten sich, sammelten Spenden, gründeten lokale Komitees, entwickelten an der Basis Ideen und Konzepte für den Umbruch im Land und vernetzten sich mittels der neuen Möglichkeiten digitaler Medien. Nach dem Wahlsieg standen die meisten von ihnen bereit, sich für den Präsidenten und den versprochenen Politikwechsel zu engagieren. Doch die Bewegung versandete in den Wochen nach der Wahl. Dass es nicht gelang, die Unterstützer dauerhaft zu binden, gilt als einer der größten strategischen Fehler Obamas.

Alte Musik · 22.00 – 22.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Universum JSB

Die ‚Alte Perücke‘ beim Unterrichten belauscht

Bachs Schüler packen aus

Von Michael Maul

Die Nachwelt geht vor Johann Sebastian Bachs Werken in die Knie – und wüsste gern mehr über ihn, seine Aufführungspraxis, seinen Charakter, seine Vorlieben, seine Stärken und Schwächen. All dieses Wissen hatten Bachs Privatschüler. Bach hatte gut 100 davon, darunter allein fünf ambitionierte Söhne. Sie alle wussten über Bach, was die Forschung heute mühsam zu rekonstruieren versucht. In einem Forschungsprojekt der Fritz Thyssen Stiftung verfolgen Wissenschaftler des Bach-Archivs derzeit systematisch die Lebenswege der Bach-Schüler. Sie suchen in hinterlassenen Dokumenten und Kompositionen nach Antworten zu all jenen Fragen über Bach.

 

Mittwoch, 9. Mai 2018

Spielweisen · 22.05 – 22.50 Uhr · Deutschlandfunk

Wortspiel – Das Musik-Gespräch

Das Boulanger Trio stellt Peter Tschaikowskys ‚Klaviertrio op. 50‘ vor

Dieses Kammermusikstück ist riesig wie eine Sinfonie. Es hat zwar nur zwei Sätze, aber die dauern fast 50 Minuten. Tschaikowsky hat in ihnen seinem verstorbenen Freund und Förderer ein Denkmal gesetzt, dem Pianisten und Dirigenten Nikolai Rubinstein. Wie er seine Emotionen in Klänge überführt, wie sich der erste Satz des Klaviertrios entwickelt, darüber geben die drei Musikerinnen des Boulanger Trios Auskunft, mit zahlreichen Musikbeispielen versehen im Gespräch mit Christoph Schmitz. Im Anschluss an das Gespräch spielt das Boulanger Trio den ersten Satz komplett.

Zeitfragen. Feature · 19.30 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Himmlisches Jerusalem, irdisches Jerusalem

Wie deutsche Theologiestudenten Israel und Palästina erleben

Von Ofer Waldman

Seit 40 Jahren verbringen deutsche Theologiestudentinnen und -studenten ein Jahr in Israel im Rahmen des Programms ‚Studium in Israel‘. Sie erleben den Gegensatz zwischen israelischer Realität und dem Wort vom Heiligen Land. Ziel des Programms ist, das Verständnis für die jüdisch-christliche Verbindung zu stärken. Doch mit den politischen Verwerfungen in der Region, zuletzt mit der Entscheidung des US-Präsidenten Trump, die US-Botschaft nach Jerusalem zu verlegen, werden die Kontraste schärfer: zwischen deutschen Wunschbildern, dem Jerusalemer Alltag und der nahöstlichen Realität.

 

Donnerstag, 10. Mai 2018

Schöne Stimmen · 23.05 – 23.57 Uhr · Deutschlandfunk

Die Sopranistin Barbara Hannigan

Von Marcus Stäbler

Der britische Telegraph verehrt sie als Hitchcock-Blondine mit einer unvergleichlichen Stimme, für den französischen Figaro kommt sie schlicht von einem anderen Stern. Bei Barbara Hannigan geraten auch anspruchsvolle Kritiker ins Schwärmen; die kanadische Sopranistin ist ein international gefeierter Star. Das Außergewöhnliche daran: Sie hat sich ihren Ruhm fast ausschließlich mit neuer und zeitgenössischer Musik von Nono bis Hosokawa ersungen und an über 80 Uraufführungen mitgewirkt. In der Sendung erzählt Barbara Hannigan von ihrer Lust am Entdecken, vom sinnlichen Zugang zur Moderne und von ihrer Liebe zu Alban Bergs ,Lulu’.

Musikfeuilleton · 22.00 – 22.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Zwischen Diktatur und Demut

Autorität in der Musik

Von Dorothee Binding

Musikern haftet oft eine Aura von Freiheit an, sie gelten als sensible Künstler und musikalisch hochgebildete Spezialisten, die für den Moment Musik zum Leben erwecken. Gerade Orchestermusiker unterstehen jedoch einem sehr strikten hierarchischen Gebilde. Wie viel Autorität ist in diesem Gefüge sinnvoll? Brauchen Musiker klare Ansagen von despotischen Dirigenten, die das große Ganze im Auge haben, oder entstehen nur dann magische Momente während der Konzerte, wenn man den Musikern gewisse Freiheiten lässt? Das ‚Musikfeuilleton‘ geht im Gespräch mit Solisten, Dirigenten, Orchestermusikern und Mitgliedern freier Ensembles der Frage nach, wie viel Autorität die Musik braucht.

 

Freitag, 11. Mai 2018

Das Feature · 20.10 – 21.00 Uhr · Deutschlandfunk

Fuchtel und ich

Wie man dem Charme eines Politikers widersteht

Von Rainer Schildberger

Deutschlandfunk 2018

Der Politiker Hans-Joachim Fuchtel sitzt seit 30 Jahren für die CDU im Bundestag. In den zurückliegenden Legislaturperioden war er Parlamentarischer Staatssekretär in verschiedenen Ministerien und zudem Griechenlandbeauftragter der Bundesregierung. Der Journalist Rainer Schildberger darf ihn überall hin begleiten. Durch den Wahlkreis, in den Bundestag, auf Reisen nach Griechenland. Er fühlt sich geschmeichelt – und doch bedrängen ihn Fragen. Wie in der ungewohnten Nähe Distanz wahren? Wie es vermeiden, einem Berufspolitiker auf den Leim zu gehen? Irgendwie das Echte gewinnen? Mit allen Brüchen, Anfeindungen und Loyalitätskonflikten, die sich aus einer politischen Karriere ergeben. Es ist eine Gratwanderung zwischen festgelegten Rollen und gegenseitiger Sympathie.

Länderreport · 13.05 – 14.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Spekulant vertreibt Krankenschwester

Was der Immobilienboom für München bedeutet

Von Burkhard Schäfers

Fast überall in Deutschland wird Wohnen stetig teurer: Die Immobilienpreise steigen, und mit ihnen die Mieten. Das gilt ganz besonders für München. Bezahlbarer Wohnraum ist in der bayerischen Landeshauptstadt für Normalverdiener kaum zu finden. Und viele, die eine Wohnung haben, werden mit knallharten Mieterhöhungen verdrängt.

 

Samstag, 12. Mai 2018

Klassik-Pop-et cetera · 10.05 – 11.00 Uhr · Deutschlandfunk

Am Mikrofon: Das Schumann Quartett

Musik war bei den Schumanns zu Hause ständig präsent. Im rheinländischen Wohnzimmer wurde Kammermusik gespielt, und damit die Brüder Erik, Ken und Mark jederzeit in Ruhe üben konnten, schallisolierten die Eltern, selbst beide Berufsmusiker, sogar die Kinderzimmer. 2007 gründeten die Brüder in Köln das Schumann Quartett, heute gehört es zu den besten Streichquartetten weltweit – obwohl die Musiker erst zwischen 30 und 35 Jahre alt sind. Bratschistin ist seit 2012 die aus Tallinn stammende Liisa Randalu.

Lange Nacht · 0.05 – 3.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Mütter und Töchter

Die Lange Nacht einer besonderen Beziehung

Von Gesine Schmidt

Kaum eine Beziehung ist so ambivalent und bietet so viel Zündstoff, wie die Mutter aller Beziehungen: die Mutter-Tochter-Beziehung. Nicht alle Frauen werden Mütter, aber alle sind Töchter und Töchter haben Mütter. Und wenn sie unter sich sind, geht es nicht hauptsächlich um die Männer, sondern um die längste Zweierbeziehung des Lebens. Die Mutter ist die allererste Bindung, die erste große Liebe, das Rollenvorbild, und sie prägt zeitlebens die Körperlichkeit und das Gefühlsleben einer Frau. Eine tragikomische, reale und fiktionale ‚Lange Nacht‘ über die emotionalen Achterbahnfahrten zwischen Müttern und Töchtern.

Die ‚Lange Nacht‘ wird ab 23.05 Uhr auch im Deutschlandfunk gesendet.

 

Sonntag, 13. Mai 2018

Freistil · 20.05 – 21.00 Uhr · Deutschlandfunk

Ich esse nicht, also bin ich

Vom diätischen Leben

Von Bettina Mittelstraß

Deutschlandfunk 2018

Seit 50 Jahren gibt sie Anleitungen für den Verzicht nach der Völlerei: die Brigitte-Diät. Längst ist sie Synonym für die Schlankheitskur und Symbol für das vernünftige Leben. Nicht nur Körperbilder, auch viele Dogmen stecken hinter Diätvorschriften: Überleg dir, was du isst, und du bist den Trieben überlegen. Auch politischer Protest und Lebenskrisen spielen sich auf dem Teller ab. Reduktion ist das Stichwort der Stunde, und Diät zu halten heißt Kontrolle zu haben. Wer nicht alles isst, dem geht es besser. Wer noch alles isst, ist ohnehin out.

Kakadu für Frühaufsteher · 7.30 – 8.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Erzähltag

Der Maulwurfshaufen

Von Mario Göpfert

DKultur 2017

Lorenz ist etwas langsamer als andere Kinder. Das wäre nicht weiter schlimm, hätte er nicht noch zwei Geschwister, die ihm immer alles vor der Nase wegschnappen. Zu Ostern ist das besonders ärgerlich. Bevor Lorenz mit der Suche angefangen hat, haben seine Geschwister bereits die meisten Nester aufgestöbert. Dieses Jahr scheint es wieder genauso abzulaufen. Doch plötzlich flattert ein Schmetterling an Lorenz vorüber und führt ihn zu einem Maulwurfshaufen, neben dem eine Münze liegt. Das Geldstück ist ein Halbtaler aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Ist in Omas Garten vielleicht ein echter Schatz vergraben?

Danke, das Du meinen Beitrag kommentieren möchtest

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.