Montag, 08. Mai 2017

Musik-Panorama • 21.05 – 22.50 Uhr • Deutschlandfunk

musica reanimata

Zum 25. Todestag von Ernst Krenek

Ernst Kreneks überaus erfolgreiche Oper ‚Jonny spielt auf‘ (1927) rief sofort heftige Nazi-Proteste hervor. Die Titelfigur, der schwarze Jazzmusiker Jonny, wurde 1938 als Inbegriff von Rassenschande auf dem Plakat der Ausstellung ‚Entartete Musik‘ abgebildet.

Berthold Goldschmidt: geflohen, verstummt, wiederentdeckt

Die Karriere des jungen Berthold Goldschmidt hatte verheißungsvoll begonnen. Als seine Werke ab 1933 nicht mehr gespielt werden durften, floh er von Berlin nach London. Jahrzehntelang komponierte er nicht mehr und geriet fast in Vergessenheit. 1987 leiteten die Berliner Festwochen ein grandioses Comeback ein und eine bemerkenswerte Alterskarriere begann.

Länderreport • 13.07 – 14.00 Uhr • Deutschlandfunk Kultur

Spuren brauner Gewalt

Rechtsextremismus in Ost- wie Westdeutschland

Von Thilo Schmidt

Heute vor 25 Jahren überfielen Neonazis in Magdeburg eine Geburtstagsparty, bei der Punks feierten. Ein Punk wurde dabei so schwer verletzt, dass er zwei Jahre später an den Folgen des Angriffs verstarb. Der Täter wurde bis heute nicht ermittelt. Thilo Schmidt erinnert an eine tragische Geschichte, die viele Menschen noch immer bewegt.

Freispiel • 00.05 – 01.00 Uhr • Deutschlandfunk Kultur

Kontrollierter Sinkflug

Hörspiel von Schauplatz International

Regie: Anna-Lisa Ellend, Johannes Mayr

SRF 2016/52’22

Ein Künstlerpaar plant ein neues Projekt. Sie wollen in das Denken eines Mannes vordringen, der 149 Menschen mit in den Tod gerissen hat. 2015 hatte der Kopilot eines Flugzeugs vorsätzlich den Sinkflug eingeleitet. Der Airbus zerschellte. Die Konzeptkünstler wollen die letzten Minuten dieser Katastrophe in einer Komposition verarbeiten. Doch zwischen Beziehungsstress, Finanzsorgen und den eigenen radikalen künstlerischen Ansprüchen geraten sie ins Schleudern.

 

Dienstag, 09. Mai 2017

Sprechstunde • 10.10 – 11.30 Uhr • Deutschlandfunk

Arthrose – Ursache und Behandlung entzündeter und schmerzender Gelenke

Studiogast: Prof. Dr. med. Stefan Rehart, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Agaplesion Markus Krankenhaus

Am Mikrofon: Carsten Schroeder

Hörertel.: 00800.4464 4464

sprechstunde@deutschlandfunk.de

Arthrose zählt zur häufigsten aller Gelenkkrankheiten. Sie beschreibt den Zustand nach Zerstörung der Knorpelschicht eines Gelenks und den damit einhergehenden Veränderungen des Knochens. Das Gelenk entzündet sich, schwillt an und schmerzt, der Patient verliert seine Bewegungsfreiheit. Hände, Knie und Hüften erkranken besonders häufig an Arthrose, grundsätzlich kann aber jedes Gelenk betroffen sein. Zu den Ursachen zählen die chronische Überbeanspruchung, Übergewicht, Spätfolgen von Unfällen und eine Fehlform der Gelenke. Vorrangiges Ziel aller Behandlungsmethoden ist es, die Schmerzen der Patienten zu lindern und ihre Bewegungsfähigkeit wiederherzustellen.

Alte Musik • 22.00 – 22.30 Uhr • Deutschlandfunk Kultur

Universum JSB

»Monatlich neüe Stücke« – Bachs Weimarer Kantaten

Von Michael Maul

Im Frühjahr 1714 bittet der Weimarer Hoforganist Johann Sebastian Bach um eine Besoldungserhöhung. Der Herzog gewährt sie ihm mit der Auflage, künftig „monatlich neüe Stücke“, also Kantaten für den Hofgottesdienst komponieren zu müssen. Was nun folgt, ist eine Serie von Bach-Kantaten, die nicht nur seine Musiker vor ungeahnte Herausforderungen stellt, sondern auch die Nachwelt Note für Note in Verzückung geraten lässt. Sei es Bachs majestätische Version von ‚Nun komm, der Heiden Heiland‘, die überwältigende Chorpassacaglia ‚Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen‘, die klanggewordene Osterfreude in ‚Der Himmel lacht, die Erde jubilieret‘ oder das opernhafte geistliche Lamento ‚Mein Herze schwimmt in Blut‘. Den Besonderheiten, aber auch den noch immer ungelösten Rätseln dieser Kantatenserie geht Michael Maul vom Leipziger Bach-Archiv in diesem Teil unserer Sendereihe ‚Universum JSB‘ nach.

 

Mittwoch, 10. Mai 2017

Querköpfe • 21.05 – 22.00 Uhr • Deutschlandfunk

Kabarett, Comedy & schräge Lieder

Salzburger Stier 2017 – Die Eröffnungsgala

Jedes Jahr im Mai vergeben die deutschsprachigen Rundfunkanstalten den Radiokabarettpreis Salzburger Stier, den Oscar des deutschsprachigen Kabaretts. In diesem Jahr wird er im Stadttheater in Schaffhausen überreicht. Zum Auftakt des Salzburger Stiers 2017 werden dort fünf wortgewaltige Frauen zum kabarettistischen Aufstand einladen. Da ist zum einen die Berner Schriftstellerin Stefanie Grob, die mit ihren satirischen ›Zytlupen‹ auf Radio SRF 1 zielsicher in die Wunden trifft. Dazu gesellen sich die Salzburgerstier-Preisträgerinnen Knuth & Tucek, die zwar engelhaft musizieren, aber auch einen teuflisch schwarzen Humor haben. Aus Deutschland reist die Wundertüte Christine Prayon über die Grenze, die bewegende Momente mit Hinterlist zerstört. Und vielleicht legt zum Schluss Lara Stoll ihr Veto gegen alle anderen ein.

Hörspiel • 21.30 – 22.30 Uhr • Deutschlandfunk Kultur

Kunckels Kunst

Von Patricia Görg nach ihrem Roman ‚Glas‘

Dlfkultur 2017/ca. 59′

(Ursendung)

Wie wandeln Stoffe den, der sie verwandelt? Eine der Fragen, die den Alchemisten Johann Kunckel, geheimer Kammerdiener des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm, umtreiben. Für sein Laboratorium übereignete ihm der herrschaftliche Gönner eine Insel in der Havel. Nicht Gold erwartet der Fürst, sondern Kristallglas. Doch auch Kurfürstin Dorothea hat Wünsche: Goldrubinglas. Bildreich, kristallin und poetisch vergegenwärtigt Patricia Görg die Welt des Alchemisten Johann Kunckel, sein Streben nach Perfektion, die Frage nach dem Verhältnis von Kunst und Macht.

 

Donnerstag, 11. Mai 2017

Marktplatz • 10.10 – 11.30 Uhr • Deutschlandfunk

Benehmen kann man lernen – Der ›Knigge‹ für das

21. Jahrhundert

Am Mikrofon: Susanne Kuhlmann

Hörertel.: 00800.4464 4464

marktplatz@deutschlandfunk.de

Adolph Freiherr Knigge ist zwar seit über 200 Jahren tot, aber sein Name steht noch heute für Ratgeber zum korrekten Benehmen. Tischmanieren und Türaufhalten, Dresscodes und Begrüßungsrituale: Führungskräfte, und nicht nur sie, buchen Kurse bei Benimmtrainern, um Sicherheit im gesellschaftlichen Umgang zu gewinnen. Zu Knigges Erbe zählen aber auch Tugenden wie Wertschätzung und Respekt im Kontakt mit anderen. Wer bietet wem das Du an? Wann sollte das Handy lautlos in der Tasche bleiben? Wie verhalte ich mich im Internet und was kann ich tun gegen Schmähungen und Hasskommentare in der digitalen Welt? Darüber diskutiert SusanneKuhlmann mit ihren Gästen. Hörerfragen sind wie immer erwünscht.

Historische Aufnahmen • 22.05 – 22.50 Uhr • Deutschlandfunk

Aristokrat am Pult

Der Dirigent Felix von Weingartner (1863–1942)

Am Mikrofon: Norbert Hornig

Noch während seiner Studienjahre in Leipzig lernte der in Zara (Dalmatien) geborene Felix Weingartner Richard Wagner kennen, und er hatte zudem das Glück, bei Franz Liszt Klavierunterricht zu erhalten, was sein Künstlertum nachhaltig prägte. Der aus einer österreichischen Adelsfamilie stammende Weingartner avancierte zu einem der bedeutendsten Dirigenten um die Wende zum 20. Jahrhundert. Über viele Kapellmeisterposten arbeitete er sich nach oben, wobei er seine Repertoireschwerpunkte bei Liszt, Wagner und Beethoven setzte. In der Nachfolge von Gustav Mahler als Direktor an der Wiener Hofoper 1908 erreichte Weingartners Karriere einen ersten Höhepunkt. Drei Jahre lang war er auch der Chefdirigent der Wiener Philharmoniker. Als Wahlschweizer starb er am 7. Mai vor 75 Jahren in Winterthur.

 

Freitag, 12. Mai 2017

Das Feature • 20.10 – 21.00 Uhr • Deutschlandfunk

Freigeist und Menschenfreund

Erinnerungen an Roger Willemsen

Von Rosvita Krausz

DLF 2017

Dem promovierten Germanisten, Philosophen und Kunsthistoriker Roger Willemsen (1955–2016) hätte eine akademische Laufbahn offen gestanden, doch er suchte den Kontakt mit der Welt und den Menschen, die sinnliche Begegnung mit Kunst und Kultur. Bekannt wurde er in den 90er-Jahren als Moderator von ‚Willemsens Woche‘ beim ZDF. Später verlegte er sich aufs Schreiben. Das persönlichste seiner 36 Bücher heißt ‚Der Knacks‘ und erzählt von den Brüchen, Erstickungsgefühlen und Niederlagen des Lebens. Willemsen war ein politischer Mensch. Er reiste nach Afghanistan, interviewte ehemalige Häftlinge aus Guantánamo und beobachtete für sein letztes Buch, ‚Das Hohe Haus‘, ein Jahr lang den Bundestag. Den Großteil seiner Honorare spendete er an Bedürftige. Das Feature versucht, diesem stets entflammten Vorzeigeintellektuellen, der gern kiffte und nie wirklich sesshaft wurde, auf die Spur zu kommen.

Kakadu. Entdeckertag • 15.05 – 15.30 Uhr • Deutschlandfunk Kultur

Ohne Mama geht gar nichts?

Mütter und ihre Kinder

Von Karin Hahn

Moderation: Ulrike Jährling

Mamas sind einfach da, ganz normal. Doch wie sind die Mütter heutzutage? Umkreisen und behüten sie ihre Kinder rund um die Uhr oder lassen sie auch alles einfach mal laufen? Was machen Mütter anders als Väter? Kann man sich mit seiner Mutter streiten? Haben Mütter immer Zeit oder müssen Kinder auch Dinge allein regeln? Und wir schauen in die Welt der Märchen, aber auch in die aktuelle Kinderliteratur und fragen, welches Bild von der Mutter hier gespiegelt wird. Mädchen und Jungen kommen zu Wort und erzählen von ihren strengen, interessierten, manchmal hilflosen, überforderten und liebevollen Müttern, von deren Stärken und Schwächen.

 

Samstag, 13. Mai 2017

Klassik-Pop-et cetera • 10.05 – 11.00 Uhr • Deutschlandfunk

Am Mikrofon: Die A-cappella-Gruppe Wise Guys

In der Schule galten sie als Besserwisser. Als Wise Guys rockten die fünf klugen Jungs aus Köln 25 Jahre die Bühnen der Republik. Mit geschmeidigen Stimmen, perfektem Timing und ansteckend guter Laune sangen sie über wahre Helden, erste Küsse und Lieder zur Lage der Nation. Vokal-Pop nannten sie ihren Stil, mit dem sie bundesweit Erfolge feierten. 2009 erhielten sie die erste von insgesamt fünf Goldenen Schallplatten. Mehr als 12000 Zuschauer kamen schon 2001 zu ihrem legendären jährlichen Open-Air-Konzert im Kölner Tanzbrunnen. Jetzt lassen die Wise Guys ihre Fans wissen: „Wir hatten eine gute Zeit. Eine wunderschöne Reise geht zu Ende.“ In ‚Klassik-Pop-et cetera‘ nehmen Eddi und Sari ihre Hörer noch einmal mit auf eine Spritztour zu den Anfängen der Wise Guys an einem Kölner Gymnasium Anfang der 90er-Jahre. Sie erzählen über ihre Erfolge als deutschsprachiges A-cappella-Ensemble, über Abschiednehmen, Aufbruch und Veränderung.

Feature • 18.05 – 19.00 Uhr • Deutschlandfunk Kultur

Geschlechter

gender zone

Von Geschlechtern und Identitäten

Von Jenny Marrenbach, Vivien Schütz und Ingo Kottkamp

Dlfkultur 2017/54’29

(Ursendung)

Cis, Trans, Inter – Butch, Drag, Queer – die Vielfalt der Bezeichnungen ist groß und die der individuellen Geschlechteridentitäten noch größer. Aber nicht alle können sich darin orientieren oder haben den Raum, sich zu entfalten. Wir lassen drei Personen sprechen, die in Bezug auf Geschlechteridentität ihre eigenen Erfahrungen gemacht haben: einen Transmann, eine Transfrau und eine Person zwischen den Geschlechtern. Mit ihnen begeben wir uns auf eine glitzernde ‚tour d’horizon‘ durch die Welt der gelebten Genderrollen.

 

Sonntag, 14. Mai 2017

Konzertdokument der Woche • 21.05 – 23.00 Uhr • Deutschlandfunk

Neue Deutschlandfunk-Produktionen

Werke von Ludwig van Beethoven

Lars Vogt, Klavier und Leitung

Royal Northern Sinfonia

Am Mikrofon: Jochen Hubmacher

Als Pianist konzertiert Lars Vogt auf den wichtigen Bühnen der Welt. Inzwischen tritt er aber auch vermehrt als Dirigent in Erscheinung. Seit 2015 leitet Vogt als Music Director die Royal Northern Sinfonia im nordenglischen Gateshead. Das Orchester hat sein Domizil in dem von Stararchitekt Norman Foster entworfenen Konzerthaus The Sage. Der spektakuläre Bau thront hoch über dem Fluss Tyne mit atemberaubender Aussicht auf die gegenüberliegende Stadt Newcastle. Der große Konzertsaal zählt akustisch zum Besten, was England derzeit zu bieten hat. In der Saison 2016/17 wird Lars Vogt dort sämtliche Klavierkonzerte Ludwig van Beethovens aufführen. Der Deutschlandfunk begleitet dieses Beethoven-Projekt, das als Koproduktion mit dem Label Ondine auf CD erscheinen wird.

Musikfeuilleton • 22.00 – 22.30 Uhr • Deutschlandfunk Kultur

Musik im Krieg, gegen den Krieg

Erik Saties ‚Parade – Ballet réaliste‘

Von Georg Beck

Es war nicht nur prominent, es war exzellent besetzt, dieses ‚Ballet réaliste‘: Jean Cocteau lieferte das Thema, Pablo Picasso Kostüme, Vorhang und Bühnenbild. 1916/1917 komponierte Erik Satie eine Musik für Sergei Dhiagilews ‚Ballets Russes‘. Uraufgeführt wurde ‚Parade – Ballet réaliste‘, choreografiert von Léonide Massine, dirigiert von Ernest Ansermet, am 18. Mai 1917 am Théâtre du Châtelet in Paris. Das Ergebnis: ein Theater-Skandal. Wie kann ein französischer Komponist mitten im Grand Guerre, mitten im Ersten Weltkrieg, Theater machen, ohne Partei zu ergreifen? Bis heute ist ‚Parade – Ballet réaliste‘ ein Höhepunkt in abgrundtiefen Zeiten, ein Lehrstück über künstlerische Unabhängigkeit.

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