Hörfunktipps KW 17 für den Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova

Montag, 23. April 2018

Musik-Panorama · 21.05 – 22.50 Uhr · Deutschlandfunk

Beethovenfest Bonn 2017

Werke von Joseph Haydn, Ferdinand Ries und Ludwig van Beethoven

Ronald Brautigam, Hammerklavier

Lehrer, Schüler und Enkelschüler versammelte Ronald Brautigam in seinem Konzertprogramm beim Beethovenfest Bonn 2017. Haydn, Beethoven und Ries – alle haben sich in ihren Kompositionen mit der freien Form, der Fantasie beschäftigt. Joseph Haydn schrieb auch Fantasien oder Capriccios, launige Stücke. Beethoven hat mit seinen zwei Klaviersonaten op. 27 ungewöhnliche Mischwesen aus Regeln und Freiheit komponiert. Das Klavierstück von Ferdinand Ries – der mit Abstand unbekannteste von den drei Komponisten – heißt zwar ,Der Traum’, ,The Dream’, aber in seiner vielseitigen Gestalt zeigt es sich ähnlich einer Fantasie.

 

Klangkunst · 0.05 – 1.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Welcome to Nay Pyi Taw

Von Amandine Casadamont und Alexandre Plank

Deutschlandfunk Kultur/France Culture 2018/ca. 54’30

Wo früher nur Gras- und Reisfelder waren, steht heute eine moderne Planstadt: Naypyidaw, die neue Hauptstadt von Myanmar, bis 2005 in aller Heimlichkeit von der Militärjunta erbaut. Hier sollte nichts fehlen: künstliche Seen, farbcodierte Wohnviertel, 20-spurige Autobahnen, separierte Regierungs- und Hotelzonen. Doch vor allem beherbergt die Hauptstadt Leere. Der öffentliche Raum ist menschenverlassen, auch nach dem Regierungswechsel 2011. Amandine Casadamont und Alexandre Plank haben die postapokalyptisch anmutende Hauptstadt bereist.

 

Kriminalhörspiel · 21.30 – 22.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Sangre Kosher

Von María Inés Krimer

DKultur 2016/58’48

Die Archivarin Ruth Epelbaum stößt bei Recherchen auf eine jüdische Zuhälterorganisation aus den 30er-Jahren: Zwi Migdal. Das Thema beschäftigt sie auch noch über ihre Pensionierung hinaus. In Buenos Aires betreibt sie mit Haushälterin Gladys ein Detektivbüro. Der Auftrag von Chiquito Gold, seine Tochter zu suchen, führt die beiden Frauen auf eine Insel im Paraná-Delta. Im Wasser treibt die Leiche eines jungen Mädchens. Existiert Zwi Migdal noch?

 

Dienstag, 24. April 2018

Das Feature · 19.15 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk

Herd. Heimat. Hass. Über die Verlockungen rechten Denkens (4/5)

Dichter, Denker, Fahnenschwenker – Erkundungen auf den Nachttischen der neuen Rechten

Von Tom Schimmeck

Deutschlandfunk 2018

Immer mehr Autoren wenden sich ab von der progressiven Moderne. Sie schimpfen auf den vermeintlich tonangebenden Linksliberalismus, sperren sich gegen ach so feindlich empfundene Fremde und entdecken ihre Liebe zu Volk und Nation. Der eine machte einst in Katzen, der andere eher in Pop. Dieser war eher romantisch veranlagt, jener speiste mit tiefem Menschenhass das Feuer der Reaktion. Oft ist Überdruss, Leere und Langeweile im Spiel. Die Weltverschwörung lauert immer und überall. Wenn es um Demokratie geht, wirkt mancher Dichter nicht mehr ganz dicht.

(Teil 5 am 27.4.2018)

Zeitfragen. Feature · 19.30 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Wirtschaft denken (4/4)

Berlin – Wie werden wir arbeiten?

Von Barbara Eisenmann

Die klassische lohnabhängige Beschäftigung ist auf dem Rückzug und gerät bei fortschreitender Digitalisierung der Arbeitswelt weiter unter Druck. Dass das alte Normalarbeitsverhältnis – Vollzeit, sozial abgesichert, unbefristet – nicht mehr zu halten ist, gilt offenbar als ausgemacht. Es sind Plattformunternehmen wie Amazon, Google, Facebook, aber auch die kleinen Start-ups der Essenslieferdienstbranche wie in Berlin vor allem Foodora oder Deliveroo, die die Digitalisierung des Dienstleistungssektors vorantreiben und Arbeitsformen, Marktstrukturen und Unternehmensstrategien dabei grundlegend umkrempeln. Wie die Transformation von Arbeit aussieht, wird am Beispiel der Fahrerinnen und Fahrer der Essenlieferdienstbranche in den Blick genommen werden.

 

Mittwoch, 25. April 2018

Querköpfe · 21.05 – 22.00 Uhr · Deutschlandfunk

Kabarett, Comedy & schräge Lieder

‚Jetzt hätten die schönen Tage kommen können‘

Das neue Programm von Stefan Waghubinger

Ein verstaubter Dachboden, voller Krempel, voller Erinnerungen, voller Versäumnisse. Voller Einsatz für Stefan Waghubinger: Was war? Was ist? Was hätte sein können? In seinem neuen Programm ,Jetzt hätten die schönen Tage kommen können’ sinniert Waghubinger scheinbar leichtfüßig über philosophische Fragen, mit einem Humor, der über tiefste Abgründe balanciert. Er fragt aus dem Leben, für das Leben, um sein Leben; stellt Fragen, die auch lange nach dem Schlussapplaus noch hallen. Und liefert Antworten, die sind, wie sie sind, die aber auch ganz anders hätten ausfallen können.

Hörspiel · 21.30 – 22.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Raumschiff Tonstudio

Bericht über das Innere einer Kapsel und deren Bewohner

Von Giuseppe Maio

Deutschlandfunk Kultur 2018/ca. 59’

(Ursendung)

Er ist der Pilot an Bord des Klang-Raumschiffes, hat am großen Mischpult alle Regler in der Hand: der Hörspiel-Tonmeister. Ohne ihn hebt hier nichts ab. Hört er, was wir nicht hören? Wie erschafft er ein ausgewogenes Klangbild? Gibt es so etwas wie den ominösen perfekten Sound? Der Tonmeister hat mit vielen Regisseuren zusammengearbeitet, Hunderte von Hörspielszenen komponiert mit allen Details, Schichten und Räumen. Er kennt die akustischen Tricks und Fallen, nur man hört ihn selten darüber sprechen.

 

Donnerstag, 26. April 2018

Marktplatz · 10.10 – 11.30 Uhr · Deutschlandfunk

Gemüse statt Pillen?

Chancen und Grenzen von Ernährung als Medizin

Hörertel.: 0 08 00-44 64  44 64

marktplatz@deutschlandfunk.de

Einfach das Richtige essen, anstatt lästige Pillen zu schlucken: Die Idee, mit der Ernährung etwas für die Gesundheit zu tun, gewinnt immer mehr Anhänger. Dabei geht es nicht in erster Linie um das Abnehmen, sondern um mehr: Herzinfarkt, Krebs und andere schwere Erkrankungen sollen durch die richtige Nahrungsauswahl positiv beeinflusst oder vermieden werden, das Gleiche gilt für Gicht, Akne oder Bronchitis. Die richtige Ernährung soll allgemein das Wohlbefinden verbessern und das Leben länger und leichter machen. Wie seriös sind solche Versprechen?

Länderreport · 13.05 – 14.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Von der ‚Schwangeren Auster‘ zum ‚Haus der Kulturen der Welt‘ –

60 Jahre Berliner Kongresshalle

Von Anja Nehls

Am 26. April 1958 wurde die Benjamin-Franklin-Halle an den Berliner Senat übergeben. Das Gebäude am Ufer der Spree im Großen Tiergarten war der Beitrag der Schutzmacht USA zur Internationalen Bauausstellung 1957. Im Volksmund hieß die Kongresshalle in Anlehnung an ihre Form mit einem Dach, das sich in weitem und hohem Bogen über das Auditorium spannt, schon bald Schwangere Auster. Der Spitzname hält sich bis heute, obwohl die Kongresshalle längst den offiziellen Titel Haus der Kulturen der Welt trägt.

 

Freitag, 27. April 2018

Das Feature · 20.10 – 21.00 Uhr · Deutschlandfunk

Herd. Heimat. Hass. Über die Verlockungen rechten Denkens (5/5)

Gesellschaft des Spektakels – Innenansichten aus dem Zentrum für Politische Schönheit

Von Manuel Gogos

Deutschlandfunk 2018

Ob mit dem Versuch, die Kanzlerin Angela Merkel meistbietend bei Ebay zu versteigern oder der Aktion, vor dem Bundestag Gräber für Fluchtopfer aus dem Mittelmeer auszuheben – das Zentrum für politische Schönheit (ZPS) bewirbt sich mit seinem aggressiven Humanismus und seinen aufsehenerregenden ,Bildstörungen’ um einen Platz in der Aufmerksamkeitsökonomie der Bundesrepublik Deutschland. In einer Gesellschaft des Spektakels wird die Kunstopposition selbst spektakulär. Bislang hat sich die situationistische Gruppe des ZPS im Verpuppungsstadium ihrer Aktionen immer bedeckt gehalten. Jetzt erhält der Autor erstmals Einblick in ihre Kampagnenarbeit – von der Ideenfindung und Stoffentwicklung bis zur Logistik ihrer Großproduktionen.

Klangkunst · 0.05 – 1.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Raung Raya – Das große Brüllen

Von Jan Rohlf und Rabih Beaini

DISK/CTM/Deutschlandfunk Kultur 2018/ca. 54’30

(Ursendung)

In Indonesien trifft eine außergewöhnliche Vielfalt lebendiger Musiktraditionen auf eine brodelnde Szene experimenteller musikalischer Subkulturen. Die vom libanesischen Musiker und Produzenten Rabih Beaini konzipierte Konzertreihe Raung Raya (in etwa ‚großes Brüllen‘, umgangssprachlich auch ‚Verkehrsstau‘) erkundet Berührungspunkte und Austauschprozesse zwischen diesen scheinbar unterschiedlichen Musikpraktiken. Die Autoren stellen indonesische Künstler vor, die musikalische Tradition und Moderne in Einklang bringen wollen.

 

Samstag, 28. April 2018

Gesichter Europas · 11.05 – 12.00 Uhr · Deutschlandfunk

Die Hüter der Unabhängigkeit

Mit der KFOR unterwegs im Kosovo

Von Christoph Kersting

Noch immer ist die multinationale Truppe KFOR im Kosovo präsent. Auch 500 deutsche Soldaten beteiligen sich an dem Einsatz im Auftrag der NATO. Dabei ist die Lage inzwischen weitestgehend ruhig in der Balkanrepublik, die seit zehn Jahren unabhängig ist. Die Soldaten der Kosovo-Force unterstützen heute kosovarische Polizisten, Feuerwehrleute und medizinisches Personal bei der Ausbildung. Nur ein serbisch-orthodoxes Kloster im Westen des Landes wird noch rund um die Uhr bewacht. Die Rechtsstaatsmission EULEX der Europäischen Union steht dagegen kurz vor ihrem Ende. Ihr Ziel war es, beim Aufbau von Polizei, Justiz und Verwaltung zu helfen.

Lange Nacht · 0.05 – 3.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

„Zum Raum wird hier die Zeit“

Eine Lange Nacht über Hamburg

Von Dirk Meyhöfer

Hamburg liegt an der Elbe und ist mit seinem Hafen, St. Pauli und den Landungsbrücken zu einem Sehnsuchtsort der Deutschen geworden: ein Tor zur Welt, zu allen Zeiten seiner Geschichte. Trotzdem bleibt die Freie und Hansestadt für Besucher und Touristen immer noch die raue, fremde Schöne des Nordens. Nach den Zäsuren des Zweiten Weltkrieges und der Wiedervereinigung ist Hamburg wieder auf der Überholspur. Insgeheim hatte man Berlin oder Rotterdam schon lange hinter sich gelassen. Gescheiterte Olympiabewerbung, neue Wohnungsnot und G20-Gipfel polarisieren allerdings in der Stadt der pfeffersäckischen, lutherischen und sozialdemokratischen Traditionen: Nur noch ein Drittel kann sich das schöne Hamburg leisten – gibt es ein Hamburg für alle?

Die ‚Lange Nacht‘ wird ab 23.05 Uhr auch im Deutschlandfunk gesendet.

 

Sonntag, 29. April 2018

Freistil · 20.05 – 21.00 Uhr · Deutschlandfunk

Löcher im Bauch

Vom Sinn und Unsinn des Fragens

Von Uta Rüenauver

Dlf 2015

Ständig fragt man: nach dem Wetter und nach dem Befinden, nach dem Schuldigen und nach der Wahrheit, nach den Rätseln der Welt und nach dem Sinn des Lebens. Man stellt dumme oder die großen Fragen, rhetorische und existenzielle, Verlegenheits- und Tabufragen. Manchmal öffnet das Fragen Türen, manchmal verschließt es sie und manchmal versteckt man sich auch dahinter. Das Fragen ist die zentrale Form, in der der Mensch der Welt begegnet und sie sich aneignet. Ohne Fragen gibt es keine Erkenntnis, keine Entwicklung und keinen menschlichen Austausch. Die Autorin erkundet das weite Feld des Fragens, wo ihr nicht nur Gottbefrager, Sinnsucher, Seelenergründer, Gesetzeshüter, Vielfrager und Frageforscher begegnen, sondern auch allerhand erfragte Geschichten und fragliche Antworten.

Hörspiel · 18.30 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

1111 Vögel

Von Valère Novarina

Deutschlandfunk Kultur 2018/ca. 60’

(Ursendung)

Höhepunkt von Valère Novarinas ‚Rede an die Tiere‘ ist eine Aufzählung von 1111 erfundenen Vogelnamen, die der Übersetzer Leopold von Verschuer zu einer bilingualen, musikalischen Sprachskulptur verwebt. Die geradezu materielle Verschiedenheit des Französischen und Deutschen erklingt durch den Wechselgesang der Vogelnamen und im Dialog mit der Komposition von Peter Ablinger als sinnfreier Flug und doch sinnlich konkret.

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