Dienstag, 18. April 2017

Musikszene • 22:05 – 22:50 Uhr • Deutschlandfunk

»Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen?«

Wie klassische Musiker mit Konflikten umgehen

Von Florian Hauser

In der Musik lassen sich bestens alle möglichen Emotionen ausleben – Hölle, Rache und Liebesglut. Was aber, wenn es hinter der Bühne gärt, wenn die künstlerisch sorgsam inszenierten Emotionen ins alltägliche Leben hinüberschwappen? Das Streichquartett hat es satt, gemeinsam im Hotel zu übernachten. Der Bratscher fängt ein Verhältnis mit der Harfenistin an. Die Sängerin fühlt sich beleidigt und macht ihre Widersacherin fertig. Der Geiger kann seinen Pultnachbarn nicht mehr ausstehen. Die Hornistin zettelt eine Intrige gegen den Dirigenten an. Viel Unvorhergesehenes (und Vorhersehbares) kann neben, hinter und auch auf der Bühne passieren. Ein Streifzug durch Abgründe – mit der Hilfe eines Klavierduos, einer Geigerin und eines Psychologen.

Alte Musik • 22:00 – 22:30 Uhr • Deutschlandradio Kultur

»Ein weiblicher Beethoven«

Die Komponistin Emilie Mayer (1812–1883)

Von Yvonne Petitpierre

Als Tochter eines wohlhabenden Apothekers in Friedland geboren, entscheidet Emilie Mayer sich erst mit 28 Jahren für ein Kompositionsstudium, nachdem sich ihr Vater erschossen hat. In Berlin stellt sie sich Carl Loewe vor, der ihr schnell gottbegnadetes Talent attestiert. Ihre ersten Sinfonien kommen noch in Stettin zur Aufführung, ehe sie auf Anraten ihres Lehrers das Studium bei dem Beethoven-Forscher Adolph Bernhard Marx in Berlin fortsetzt. Dort und im europäischen Ausland gibt es regelmäßig Aufführungen von Mayers Werken. Kaum eine Komponistin ihrer Zeit hinterlässt mit 200 Kompositionen ein so umfangreiches Œuvre, womit sie zu Lebzeiten einen ungewöhnlichen Bekanntheitsgrad erreicht.

Mittwoch, 19. April 2017

Spielweisen • 22:05 – 22:50 Uhr • Deutschlandfunk

Heimspiel – Die Deutschlandradio-Orchester und -Chöre

Werke von Martin Luther und Michael Praetorius

RIAS-Kammerchor

Capella de la Torre

Am Mikrofon: Frank Kämpfer

Die Reformation war zwar aus einem theologischen Impuls hervorgegangen, wurde aber sehr bald in die politischen Konflikte der Zeit hineingezogen. Die Auseinandersetzungen zwischen Protestanten und Katholiken wurden mit unversöhnlicher Härte ausgetragen – gipfelnd im Dreißigjährigen Krieg. Nur in der Musik herrschten weiterhin Frieden und freundschaftlicher Austausch. Der RIAS-Kammerchor unter Florian Helgath folgt diesen Beziehungen und Wechselwirkungen in einem gemeinsamen Konzertprojekt mit der Formation Capella de la Torre, einem der profiliertesten deutschen Spezialensembles für die Musik der Renaissance. Höhepunkt dieses musikalischen Beitrags zum 500-jährigen Reformationsjubiläum ist das selten zu hörende ›Magnificat zu 19 Stimmen‹ von Michael Praetorius.

Länderreport • 13:07 – 14:00 Uhr • Deutschlandradio Kultur

Boomtown Adlershof

Eine Berliner Erfolgsgeschichte

Von Verena Kemna

Die Wissenschaftsstadt Berlin Adlershof ist einer der erfolgreichsten Standorte für Hochtechnologie in Deutschland und Berlins größter Medienstandort. Am südöstlichen Rand der Hauptstadt haben sich inzwischen über 1000 Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen angesiedelt. Mehr als 16000 Menschen sind dort tätig, hinzu kommen mehrere Tausend Studenten. Rund um den Wissenschafts- und Technologiepark stehen weitere Flächen zur Verfügung; dort sind rund 1400 Wohnungen und Eigenheime sowie die Ansiedlung weiterer Geschäfte, Hotels und Restaurants geplant: Adlershof wächst.

Donnerstag, 20. April 2017

Marktplatz • 10:10 – 11:30 Uhr • Deutschlandfunk

Einkaufen, reparieren, entsorgen

Müll im Haushalt minimieren

Am Mikrofon: Philip Banse

Hörertel.: 00800.4464 4464

marktplatz@deutschlandfunk.de

Die Deutschen produzieren immer mehr Müll. Zwar wird auch ein Teil dieses Abfalls wiederverwertet, doch viele Verbraucher fragen sich grundsätzlich: Wie kann ich weniger Müll produzieren? Nehme ich an der Obsttheke Plastikbeutel oder Papiertüten? Wann lohnt sich die Reparatur von Elektrogeräten? Wo kann ich bereits durch die Auswahl beim Einkauf vorsorgen? Welcher Onlinehändler verpackt besonders effizient? Allerdings wird es ganz ohne Abfall nicht gehen und so stellt sich die Frage: Wie entsorge ich alte Waschmaschinen, Smartphones, Möbel oder andere Haushaltsüberbleibsel am besten? Philip Banse diskutiert diese und Ihre Fragen mit Entsorgungs- und Recyclingspezialisten.

Zeitfragen. Feature • 19:30 – 20:00 Uhr • Deutschlandradio Kultur

Damit Bio eine Zukunft hat

Forschung für mehr Ökolandbau

Von Stephanie Eichler

Hohe Erträge, sauberes Grundwasser, mehr Artenvielfalt – der ökologische Landbau hat hochgesteckte Ziele. Um diese unter einen Hut zu bekommen, ist die Forschung gefragt: Wissenschaftler erproben auf Bauernhöfen und im Labor, wie der Spagat zu schaffen ist: die Leistungsfähigkeit steigern und gleichzeitig noch schonender mit den Ressourcen umgehen. Zentrale Themen sind dabei die Züchtung neuer Pflanzensorten, der Einsatz moderner Technik und das Tierwohl. Bisher gab es vergleichsweise wenige Forschungsgelder für den Ökolandbau. Jetzt hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft die Zukunftsstrategie Ökologischer Landbau gestartet. Die Ökolandwirte hoffen, dass sie den Weg ebnet für einen noch nachhaltigeren und ertragreicheren Biolandbau.

Freitag, 21. April 2017

Das Feature • 20:10 – 21:00 Uhr • Deutschlandfunk

Wunsch nach Verzauberung

Über Irrationalismus, Fantasy und magisches Denken in modernen Zeiten

Von Tina Klopp

DLF 2016

Die Welt ist entzaubert, heißt es unter anderem bei Max Weber, und schuld daran sei die Aufklärung. Doch auch in der vermeintlich säkularen Gesellschaft tragen die Menschen Lieblingsmützen zu wichtigen Terminen und pflegen ihre kleinen Spleens und Alltagsfluchten. Dem Fantasygenre gehört die Zukunft, die Esoterikbranche boomt und das Religionsmarketing wusste schon immer: Inszenierung ist die halbe Miete. Ausgangspunkt der Sendung ist die Frage, was dieser Wunsch nach Verzauberung eigentlich ist: Flucht oder Bewältigung? Motor von Kultur oder Nährboden für allerhand Schindluder?

Klangkunst • 00:05 – 01:00 Uhr • Deutschlandradio Kultur

Every Time A Ear Di Soun

Radiokunstreihe von documenta 14 und Deutschlandradio Kultur

documenta 14/DKultur 2017/ca. 50′

(Ursendung)

Klänge sind von Natur aus in Bewegung. Mithilfe des Mediums Radio können sie jede Entfernung überbrücken. Deshalb präsentieren die documenta 14 und Deutschlandradio Kultur eine weltumspannende Ausstellung im Äther: ›Every Time A Ear Di Soun‹ zeigt 30 neue Hörstücke von internationalen Künstlerinnen und Künstlern und historisches Material aus unterschiedlichen Audioarchiven. Diese Klänge gehen über die Antennen von acht Rundfunksendern auf der ganzen Welt – und sie erscheinen im Klangkunstprogramm von Deutschlandradio Kultur während des documenta-Zeitraums vom 8. April bis

17. September. Der Titel der Ausstellung ist einem Song des jamaikanischen Dub-Poeten Mutabaruka entlehnt. Er bedeutet ›Immer wenn ich den Klang höre‹.

Samstag, 22. April 2017

Gesichter Europas • 11:05 – 12:00 Uhr • Deutschlandfunk

Nationalstraße 7

Von Paris in die Provinz

Von Andreas Noll und Anne Raith

Die Nationalstraße 7 ist für Frankreich, was die Route 66 für die USA ist: Fast 1000 Kilometer lang schlängelt sie sich von Paris über Nevers, Roanne, Valence, Aix-en-Provence und Nizza nach Menton. Doch mit der Dezentralisierung der Nationalstraßen und dem Ausbau der Autobahnen ist die N7 in Vergessenheit geraten. Vor der Präsidentenwahl im April und Mai 2017 gehen die ›Gesichter Europas‹ en route: durch wirtschaftlich abgehängte Landstriche, Städte, in denen die allgegenwärtige Terrorgefahr das Leben verändert hat, Orte, in denen der Front National an Boden gutmacht, bis zur französisch-italienischen Grenze, an der die Realitäten der europäischen Einwanderungsregeln täglich gemessen werden.

Lange Nacht • 00:05 – 03:00 Uhr • Deutschlandradio Kultur

Befund und Befindlichkeit

Eine Lange Nacht über Krankheit, Heilung und Gesundheit

Von Burkhard Reinartz

Weltweit steigt die Zahl der therapieresistenten chronischen Krankheiten. Immer mehr Patienten wenden sich komplementären Heilverfahren zu. Sind Körper und Seele feiner verwoben, als die Schulmedizin annimmt? Was macht Gesundheit und Krankheit in der Erfahrung von Menschen aus? Der Schweizer Arzt und Psychiater Jakob Bösch litt unter Depressionen und versöhnt heute Schulmedizin und komplementäre Heilmethoden. Die 77-Jährige Gesundheitsprofessorin Annelie Keil hat einen Herzinfarkt und drei Krebserkrankungen überlebt. Eine ›Lange Nacht‹ über die Kunst, achtsam mit den Herausforderungen des Lebens umzugehen.

Die ›Lange Nacht‹ wird ab 23:05 Uhr auch im Deutschlandfunk gesendet.

Sonntag, 23. April 2017

Essay und Diskurs • 09:30 – 10:00 Uhr • Deutschlandfunk

Der Anschlag und seine Geschichte

Was wir aus den tatsächlichen Ursprüngen des Terrorismus lernen können

Von Carola Dietze

Wo und wann wurde der Terrorismus erfunden? Die Geschichte des Terrorismus hat selbst eine Geschichte. Während des Kalten Krieges galt Russland als das Land, in dem der Terrorismus aufkam. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 avancierte das mittelalterliche Persien zum Entstehungsort des Terrorismus. Die Ursprünge des Terrorismus wurden stets beim jeweils aktuellen Feindbild verortet. Eine unvoreingenommene geschichtswissenschaftliche Analyse allerdings ergibt: Der Terrorismus wurde zwischen 1858 und 1866 in Europa und Amerika erfunden. Die Taktik entstand im Anschluss an die großen Revolutionen des 18. und 19. Jahrhunderts mit der Entwicklung von Massenmedien und Öffentlichkeit. Die damals entwickelten Ausprägungen – ethnisch nationalistisch, sozialrevolutionär oder rechtsradikal – haben sich seither nicht verändert.

Musikfeuilleton • 22:00 – 22:30 Uhr • Deutschlandradio Kultur

Saties musikalische Tochter

Die Komponistin Germaine Tailleferre

Von Sabine Fringes

Im Paris der 20er-Jahre zählte sie zur Avantgarde, zu den Enfants terribles der Komponistenszene: Als einzige Frau der Groupe des Six setzte sich Germaine Tailleferre gemeinsam mit ihren Freunden Francis Poulenc, Darius Milhaud, Georges Auric, Arthur Honegger und Louis Durey für einen Neuanfang in der Musik ein. In ihrer Musik spiegelt sich das unterhaltsame Paris wieder, Musik, inspiriert von Zirkus- und Casinobesuchen, von Music Hall und Jahrmarkt. Es ist eine Absage an die Kunst des 19. Jahrhunderts, wie ihr Vorbild Erik Satie sie forderte.

Danke, das Du meinen Beitrag kommentieren möchtest

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.