Hörfunktipps KW 15 für den Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova

Montag, 9. April 2018

Musik-Panorama · 21.05 – 22.50 Uhr · Deutschlandfunk

Rheingau Musik Festival 2017

Souvenirs d’Italie

Werke von Nicolò Fiorenza, Andrea Falconieri, Nicola Antonio Porpora, Giovanni Antonio Piani, Johann Adolf Hasse, Giuseppe Sammartini

Maurice Steger, Blockflöte

Mauro Valli, Violoncello

Daniele Caminiti, Theorbe/Laute

Naoki Kitaya, Cembalo

Bei diesem Projekt steht nicht ein Komponist oder ein Musikstil im Mittelpunkt, sondern die handschriftliche Sammlung eines österreichischen Diplomaten. Graf Aloys Thomas Raimund von Harrach gehörte zum Hochadel und amtierte ab 1728 für fast sechs Jahre als Vizekönig in Neapel. Hier kaufte er alles an Musik-Autographen auf, deren er habhaft werden konnte. Diese umfangreiche Sammlung nahm er mit zurück in seine Heimat. Maurice Steger und sein kleines Continuo-Ensemble präsentieren in diesem Programm ein paar besonders virtuose Sonaten und Partiten der beliebtesten Komponisten, die zu Beginn des 18. Jahrhunderts in Neapel wirkten.

Freispiel · 0.05 – 1.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Bambyle

Eine akustische Trebe

Hörspiel von und mit Tine Rahel Völcker, Elena Schmidt, Stefan Schneider

(Ursendung)

In ihrem Dokumentarfilm ‚Bambule‘ porträtierte Ulrike Meinhof Ende der 60er-Jahre ein Westberliner Erziehungsheim für Mädchen. Danach ging sie in den politischen Untergrund. Das Hörspiel ‚Bambyle‘ ist als Recherche angelegt und folgt historischen und fiktiven Spuren aus der Entstehungszeit von Meinhofs Film und ihrer letzten Lebenszeit. Dahinter steht die Frage, inwieweit Kunst auf die gesellschaftliche Gegenwart einwirken kann.

 

Zeitfragen. Feature · 19.30 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Schwangerschaftsabbruch
§ 219a: Der Streit um ein ärztliches Hilfsangebot und das Recht auf Information
Von Gaby Mayr
Eine Gießener Ärztin wurde 2017 zu einer Geldstrafe verurteilt, weil sie auf ihrer Homepage ganz sachlich über Schwangerschaftsabbruch informierte. Das Urteil stieß auf breiten Protest. Dabei ist sie keineswegs die Erste, die ins Visier von zwei selbsternannten ‚Lebensschützern‘ geriet. Seit Jahren erstatten die Männer Anzeige nach Paragraf 219a. Ein Paragraf, dessen Historie mit den Nationalsozialisten verknüpft ist. Er verbietet Ärzten, Werbung für den Schwangerschaftsabbruch zu machen. Die Strafverfolgung und die Einschüchterungsversuche gegenüber Ärzten und Ärztinnen haben eine Debatte über das Abtreibungsrecht ausgelöst. Die Politik ist aufgeschreckt, aber an eine Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs traut sie sich nicht heran.

Dienstag, 10. April 2018

Das Feature · 19.15 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk

Terror in den Südstaaten

Die Lynchjustiz an Afroamerikanern wirkt bis heute nach

Von Thomas Reintjes

Deutschlandfunk 2018

Thomas Miles wurde 1912 in Louisiana brutal gelyncht, weil er mit einer weißen Frau geflirtet haben soll. Er ist einer von mehr als 4.000 Afroamerikanern, die zwischen 1877 und 1950 vor allem in den Südstaaten der USA ein Opfer der Lynchjustiz wurden. Opfer wurden aus Arrestzellen geholt, während Polizei und Justiz zusahen. Die Täter gingen straffrei aus. Die Familie von Thomas Miles floh wie viele Hunderttausende vor dem Terror aus den Südstaaten. Sie wurde damit Teil der Great Migration, der größten Völkerwanderung innerhalb eines Staates. Die Opfer der Lynchjustiz haben bisher wenig Anerkennung oder Wiedergutmachung erfahren.

Zeitfragen. Feature · 19.30 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Die tropische Wunderbohne

Unsere Sucht nach Soja

Von Dirk Asendorpf

Eiweißpflanzen wie Ackerbohne oder Erbse werden in Deutschland kaum noch angebaut, der Rapsboom zur Biodiesel-Erzeugung hat den Trend noch verstärkt. Das Eiweiß im Viehfutter stammt zu großen Teilen aus importierter Soja. Doch die Gülle der damit erzeugten Tiere bleibt in Deutschland. Dieser globale Nährstofftransport beflügelt das Agrobusiness, hat aber gravierende Folgen und Nebenwirkungen. In den Herkunftsländern der Soja – vor allem Brasilien, Argentinien und USA – führt er zu genveränderten Monokulturen und bedroht den Regenwald, bei uns steigt die Nitratbelastung des Grundwassers. EU, Bundes- und Landesregierungen wollen den Trend umkehren.

Mittwoch, 11. April 2018

 

Spielweisen · 22.05 – 22.50 Uhr · Deutschlandfunk

Wortspiel – Das Musik-Gespräch

Das Gewandhaus-Quartett über Ludwig van Beethovens

8. Streichquartett

Mit seinem 8. Streichquartett erkundete Beethoven wieder einmal Neuland. Er orientierte sich zwar an traditionellen formalen Verfahren, rückte sie aber in den musikalischen Hintergrund und verstärkte seine Arbeit an den Themen und Motiven, entfaltete und variierte sie höchst kreativ. Zusammen mit dem Gewandhaus-Quartett aus Leipzig nimmt dessen 1. Geiger, Frank-Michael Erben, die ersten beiden Sätze von Beethovens Streichquartett in e-Moll, opus 59,2 mit vielen Klangbeispielen unter die Lupe – im Gespräch mit Christoph Schmitz.

Kakadu. Musiktag · 15.05 – 15.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

U.a. Das „Händel-Experiment“

Moderation: Fabian Schmitz

Das „Händel-Experiment“ macht Musikunterricht zum kreativen Komponisten-Workshop. Die Aktion startet in allen Bundesländern jeweils zum Schuljahresbeginn 2017/18. Eine Jury wählt drei der interessantesten Kompositionen aus und stellt den betreffenden Schulklassen professionelle Arrangeure an die Seite. Gemeinsam werden die Werke veredelt und zur Aufführungsreife gebracht. Der Höhepunkt ist das Finalkonzert mit dem renommierten MDR Sinfonieorchester am 3. Mai 2018 in Halle an der Saale.

Donnerstag, 12. April 2018

 

Historische Aufnahmen · 22.05 – 22.50 Uhr · Deutschlandfunk

Klassizistischer Klanglyriker

Der Dirigent Jean-François Paillard (1928–2013)

Von Bernd Heyder

Gemessen an den sensationellen Verkaufszahlen seiner Schallplatteneinspielungen, zählte Jean-François Paillard zu den erfolgreichsten Dirigenten des 20. Jahrhunderts. Und doch war der Franzose eher einem eng umgrenzten Publikum ein Begriff. Denn er konzentrierte sich mit seinem Kammerorchester und prominenten Solisten auf die Musik des 18. Jahrhunderts, mit gelegentlichen Ausflügen ins frühere Barock, aber auch in die klassische Moderne. Jean-François Paillard starb am 15. April 2013 im Alter von 85 Jahren. In den ,Historischen Aufnahmen’ werden Meilensteine und Raritäten seiner Diskografie vorgestellt.

Zeitfragen. Feature · 19.30 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Trauma und Therapie

Wie kontrolliert man die Wirksamkeit von Psychotherapien?

Von Tim Wiese

Unbändige Trauer oder Wut, Ängste, Zwänge und widersprüchliche Gefühle – sie können Teil psychischer Probleme sein. Etwa 30 Prozent der Deutschen leiden unter dem Chaos im Kopf, das sich teilweise auch körperlich bemerkbar macht. Aber nur ein kleiner Teil der Betroffenen lässt sich behandeln. Jede Therapie muss individuell angepasst werden. Schwer zu belegen ist auch, welchen Anteil sie an Verbesserung oder Verschlechterung der Symptome haben.

Freitag, 13. April 2018

 

Das Feature · 20.10 – 21.00 Uhr · Deutschlandfunk

Herd. Heimat. Hass. Über die Verlockungen rechten Denkens (1/5)

Donalds Donald – Hasstiraden, Kommandos und Liebesschwüre

Von Hofmann&Lindholm

Deutschlandfunk/WDR/rbb 2018

Das Heizungsrohr von Frau X im zehnten Stock dient dem Nachbarn im neunten als Folterinstrument. Als sie die Lärmbelästigung nach einer Woche nicht mehr ertragen kann, ruft sie vom Balkon: „Du dreckiges Arschloch, Du arbeitslose Sau.“ Beim vierten Mal bekommt sie dafür eine Anzeige und versteht die Welt nicht mehr. Donalds Donald beschäftigt sich mit Projektionen und Protektionen. Hierfür hat das Autorenkollektiv Hofmann&Lindholm Menschen in Deutschland angestiftet, Machtfantasien im Eigenheim zu verhandeln – projiziert auf die suspekte Nachbarschaft. In vertraulichen Vor-Ort-Gesprächen wird das Gegenüber zur Zielscheibe für komplex-verdrehte Hypothesen und Unterstellungen und Haustiere zu stummen Zeugen von Hasstiraden, Kommandos und Liebesschwüren.

(Teil 2 am 17. April 2018)

Klangkunst · 0.05 – 1.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Die stille Stadt

Von Amandine Casadamont und Alexandre Plank

Deutschlandfunk Kultur/France Culture 2018/ca. 54’30

(Ursendung)

Wo früher nur Gras- und Reisfelder waren, steht heute eine moderne Planstadt: Naypyidaw, die neue Hauptstadt von Myanmar, bis 2005 in aller Heimlichkeit von der Militärjunta erbaut. Hier sollte nichts fehlen: Künstliche Seen, farbcodierte Wohnviertel, 20-spurige Autobahnen, separierte Regierungs- und Hotelzonen. Doch vor allem beherbergt die Hauptstadt Leere. Der öffentliche Raum ist menschenverlassen, auch nach dem Regierungswechsel 2011. Amandine Casadamont und Alexandre Plank haben die postapokalyptisch anmutende Hauptstadt bereist.

Samstag, 14. April 2018

 

Klassik-Pop-et cetera · 10.05 – 11.00 Uhr · Deutschlandfunk

Am Mikrofon: Der Komponist und Dirigent HK Gruber

HK steht für Heinz Karl, und HK Gruber ist ein Multitalent. Als Komponist, Dirigent und Chansonnier gehört er zu den großen Künstlerpersönlichkeiten unserer Zeit. Seine Stimme schulte er bei den Wiener Sängerknaben, seine Kompositionskünste unter anderem bei Gottfried von Einem. Den Dogmen der neuen Musik hat sich der gebürtige Wiener stets widersetzt. Er verbindet in seinen Werken vielmehr Volksmusik und Neutönendes, Jazz und Pop mit Kabarett und Strauß oder Wagner mit Eisler und Weill. Lange strich er den Kontrabass im Radio-Symphonieorchester Wien und dirigiert bis heute Orchester wie die Wiener Philharmoniker und das Gewandhausorchester Leipzig. In diesem Jahr feiert HK Gruber seinen 75. Geburtstag.

Feature · 18.05 – 19.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Doppelherz

Mein Bruder, sein Kunstherz (und ich)

Von Martina Groß

DKultur 2016/54’30

Etwa 1.200 sogenannte Kunstherzen werden Menschen mit terminaler Herzinsuffizienz pro Jahr in Deutschland eingesetzt. Eigentlich als Überbrückung bis zur Transplantation gedacht. Heute schon leben viele Patienten dauerhaft damit; zwei bis neun Jahre. „Mein Bruder ist einer von ihnen. Eingeliefert ins Krankenhaus mit der Diagnose Herzinfarkt – es war sein zweiter –, gab es keine Alternative. Von nun an hängt sein Leben von einer Maschine ab. Ein Jahr lang habe ich ihn in seinem zweiten Leben begleitet.”

Sonntag, 15. April 2018

 

Freistil · 20.05 – 21.00 Uhr · Deutschlandfunk

Von Menschen und Raben

Betrachtungen aus der Vogelperspektive

Von Ulrike Klausmann

Deutschlandfunk 2018

In der nordischen Mythologie trägt der Göttervater Odin zwei Raben auf seinen Schultern. Hughin, der Gedanke, und Munin, die Erinnerung. Sie fliegen zu den Menschen und berichten dem Gott, was die Erdbewohner umtreibt. Was würden sie ihm heute sagen? Vielleicht, ob sich das Verhältnis der Menschen zu den intelligentesten Vögeln unter der Sonne allmählich wandelt. Warum die Menschen in Europa die Raben so lange verteufelt haben, während sie in Asien und Amerika schon immer verehrt wurden. Und warum heute immer mehr Rabenkrähen in die Städte ziehen und dort statt Paare wehrhafte Trios bilden.

Kakadu. Hörspieltag · 8.05 – 9.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Gustav im Schrank

Von Sarah Trilsch

Deutschlandfunk Kultur 2018/ca. 50’

(Ursendung)

Wenn die anderen Kinder auf den Schulhof gehen, sitzt Karo gern im Bastelschrank, da kann sie in Ruhe mit der Taschenlampe den neusten Comic lesen. Und niemand nervt. Da wird plötzlich die Schranktür aufgerissen und vor ihr steht Gustav und drängelt sich in den Schrank. Er hat große Angst, zittert am ganzen Körper und schafft es gerade so, sich vor Ric zu verstecken. Seit Tagen rennt der hinter ihm her, tritt und schubst ihn, zerreißt ihm das T-Shirt, nimmt ihm das Pausenbrot weg und drückt ihm Feuerkäfer ins Gesicht. Ric war eigentlich mal ganz in Ordnung. Aber jetzt haben alle Angst vor ihm. Karo und Gustav schmieden Pläne, sie wollen sich wehren!

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