Hörfunktipps KW 11 Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur und DRadio Wissen

Montag, 13. März 2017

Musik-Panorama  •  21:05 – 22:50 Uhr  •  Deutschlandfunk

Kammermusikfest

Spannungen – Musik im Kraftwerk Heimbach 2016

Am Mikrofon: Norbert Hornig

Für die Geigerin Antje Weithaas ist die erste Violinsonate von Sergej Prokofjew »eines der ernstesten und tiefsten Werke dieses Komponisten«. Der Grund für diese Einschätzung ist klar, denn die Sonate entstand im Schatten des Zweiten Weltkrieges. Als markantes und forderndes Stück erklang sie zu Beginn des Matinéekonzertes beim Kammermusikfest Spannungen 2016. Geradezu unverfänglich und leicht wirkt danach das ›Bläserquintett, op. 43‹ des dänischen Komponisten Carl Nielsen. In tiefste Gefilde der Romantik führt die ›Cellosonate‹ von Frédéric Chopin und im ›Quintett, op. 39‹ von Sergej Prokofjew lernen wir den Komponisten von seiner unbeschwerten, humorigen Seite kennen.

Zeitfragen. Feature  •  19:30 – 20:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Wie das Geld zurück nach Hause kommt

Geldtransfers von Flüchtlingen und Migranten

Von Jenni Roth

Wenn Migranten daheim gebliebene Angehörige mit Direktüberweisungen unterstützen, ist das vor allem eine sehr effiziente Entwicklungshilfe: Das Geld kommt da an, wo es gebraucht wird. Dieser direkte Geldfluss übertrifft die weltweite Entwicklungshilfe mittlerweile um das Dreifache. Die Flüchtlingsbewegung heizt das Geschäft weiter an. Allein 2015 überwiesen Flüchtlinge 440 Mrd. Dollar in ihre Herkunftsländer, die Zahlen dürften weiter wachsen. Von dieser Situation profitiert auch der Finanzdienstleister Western Union. Seine Dienste, vor allem den direkten Geldtransfer ohne Konto oder feste Adresse, nutzen viele Migranten und Flüchtlinge. Also wachsen entlang der Fluchtrouten die Schlangen vor den Filialen.

Kriminalhörspiel  •  21:30 – 22:30 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Ins Gras beißen die anderen

Nach dem Roman von Jamie Mason

DKultur/NDR 2017/ca. 59′

(Ursendung)

Jason Getty hat einen Mann umgebracht und in seinem Garten vergraben. Als das Grundstück kultiviert werden soll, sperrt er das heikle Areal ab. Dennoch wird eine Leiche gefunden. Getty sieht sich bereits im Gefängnis. Doch der Tote ist nicht der, den er umgebracht hat. Reste eines dritten Menschen werden entdeckt. Jason beschließt, seinen Toten auszubuddeln, bevor die Polizei ihn findet. Keine gute Idee, denn genau in dieser Nacht suchen ihn die Angehörigen der beiden anderen Leichen auf. Ein Thriller mit schwarzem Humor und skurrilen Wendungen.

Dienstag, 14. März 2017

Jazz Live  •  21:05 – 22:00 Uhr  •  Deutschlandfunk

Ketil Bjørnstad

Piano solo

Am Mikrofon: Bert Noglik

Der Norweger Ketil Bjørnstad ist ein Mann der Künste. Er hat die Traditionen der europäischen Klassik aufgesogen und ist zugleich im zeitgenössischen Jazz zu Hause. Als Schriftsteller ebenso erfolgreich wie als Musiker, spiegelt sich auch in seinem Spiel die Beschäftigung mit literarischen und philosophischen Themen. Ketil Bjørnstad verfasste Romanbiografien, die sich mit Edvard Grieg und Edvard Munch beschäftigen. Mehr als 50 Musikalben tragen seinen Namen, mehr als 40 Bücher hat er geschrieben. Dabei besteht seine Stärke vor allem in der Konzentration, in der Nachdenklichkeit. Sein literarisches Schaffen wirkt oft wie vom Klang der Melancholie durchwoben. Und sein Klavierspiel reflektiert die Bilderwelt wie auch das Licht des Nordens.

Zeitfragen. Feature  •  19:30 – 20:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

»Smart everything anything«

Verpassen mittelständische Unternehmen den Anschluss?

Von Gabi Schlag und Benno Wenz

Eine Heizung, die Raum- und Wetterdaten analysiert, für individuell angepasste Temperaturen sorgt, Wartungsbedarf an den Hersteller meldet und über das Smartphone gesteuert werden kann; eine GPS-fähige Gehhilfe mit Sensoren, die erkennt, wenn der Nutzer stürzt und Hilfe ordert – nur zwei Beispiele für die schöne smarte und vernetzte Welt. Große Konzerne investieren viel Geld in die Entwicklung dieser Technik und statten ihre Produkte entsprechend aus. Welches mittelständische Unternehmen kann da mithalten? Wie kann man kostengünstig smarte Produkte in kleiner Stückzahl produzieren? Verpasst der Mittelstand die Zukunft? Allmählich eröffnen sich Möglichkeiten: Start-ups suchen nach kostengünstigen Lösungen für kleine und mittelständische Unternehmen. Und die EU hat mit ›Smart everything anything‹ ein Programm für den Mittelstand aufgelegt.

 

Mittwoch, 15. März 2017

Spielweisen  •  22:05 – 22:50 Uhr  •  Deutschlandfunk

Heimspiel – Die Deutschlandradio-Orchester und -Chöre

Igor Strawinsky

Apollon musagète

Deutsches Symphonie Orchester Berlin

Leitung: Ingo Metzmacher

»Igor Strawinsky ist ein Chamäleon«, sagt Dirigent Ingo Metzmacher. »Immer wieder hat er sich verwandelt und doch blieb er stets er selbst.« Strawinskys Wandlungsfähigkeit bei gleichzeitiger Stiltreue stellt die Ballettmusik ›Apollon musagète‹ von 1928 unter Beweis. Das kammermusikalisch besetzte Streichorchesterwerk ist von der Klangwelt eines martialischen ›Sacre du Printemps‹ weit entfernt: Versatzstücke aus Barock und Vorklassik, gehüllt in einen transparenten Streicherklang, erzeugen ein Bild der Reinheit, der Helligkeit, der tänzerischen Eleganz. »Trotzdem ist Strawinsky hier unverkennbar herauszuhören«, meint Ingo Metzmacher.

Hörspiel  •  21:30 – 22:30 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Der Wunsch zu töten

Von Claudia Grundschok

Regie: Beatrix Ackers

DKultur 2008/54’30

»Valentine hat auf ihrem Stuhl am Fenster gesessen, in dieser letzten Woche, und von Träumen und von Musik und von einer alten Frau erzählt.« Valentine ist tot. Ihre Schwester Sarah versucht zu verstehen, was geschehen ist. Auch die Mutter fragt sich, ob das Unglück zu verhindern war. »Jemand, der sich selbst tötet, wünscht eigentlich, jemand anderen zu töten.« John, Valentines Geliebter, wollte sie mitnehmen nach Island, sie sogar heiraten. Aber sie wollte nicht. »Das Wilde, das Unzurechnungsfähige. Ich hätte das merken müssen.«

 

Donnerstag, 16. März 2017

Marktplatz  •  10:10 – 11:30 Uhr  •  Deutschlandfunk

Das eigene Hab und Gut absichern

Die Hausratversicherung

Am Mikrofon: Günter Hetzke

Hörertel.: 00800.4464 4464

marktplatz@deutschlandfunk.de

Es ist schnell passiert: Die auslaufende Waschmaschine setzt alles unter Wasser, ein Schwelbrand macht die Wohnung unbewohnbar, ein Einbrecher klaut, was uns lieb und teuer ist. Damit Betroffene zumindest auf dem finanziellen Schaden nicht sitzen bleiben, bieten die Versicherer die Hausratversicherung an, die von den Verbraucherschützern als (meist) sinnvoll angesehen wird. Doch was genau ist dadurch alles versichert? Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, damit der Schutz auch greift? Wie teuer ist guter Versicherungsschutz und welche Extras bieten Luxustarife? Über diese und weitere Fragen informiert Günter Hetzke im Gespräch mit Expertinnen und Experten.

Konzert  •  20:03 – 22:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Kurt Weill Fest

Marienkirche Dessau

Kurt Weill in der Kirche. Für Weills Werk bietet dieses Konzert eine Traumbesetzung. Das Ensemble Modern beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit Kurt Weill, und auch der Dirigent und Komponist HK Gruber ist ein echter Weillianer.

 

Freitag, 17. März 2017

Dossier  •  19:15 – 20:00 Uhr  •  Deutschlandfunk

Kölner Kongress 2017 – Erzählen in den Medien

Das Geheimnis ihres Erfolgs: Storytelling

Wie sich das amerikanische dokumentarische Radio erfunden hat

Von Wolfgang Schiller

Vor allem im englischsprachigen Raum hat das Radio in den letzten 15 Jahren das Erzählen wieder entdeckt. Storytelling ist das Zauberwort, mit dem Radiosendungen wie ›This American Life‹ oder ›Radiolab‹ und ›Podcasts‹ wie ›99% Invisible‹, ›the Moth‹ oder ›Snap Judgement‹ das Dokumentarische im Radio zu einer neuen ungeahnten Blüte gebracht haben – lange bevor Serial zum popkulturellen Welterfolg wurde. Beim Kölner Kongress 2017 erzählen die Radiomacher John Biewen, Avery Trufelman, Luisa Beck und viele andere, wie sich dieser Boom entwickeln konnte.

Kakadu. Entdeckertag  •  15:05 – 15:30 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Wie leben Schafe wirklich?

Die Welt der Schafe – Eine Radiogeschichte über Shauns echte Artgenossen

Von Ulrike Klausmann

Viele halten Schafe für langweilig: Sie sähen alle gleich aus, fühlten sich nur wohl in der Herde und sie zu zählen gilt sogar als prima Einschlaftrick. Doch wie sind Schafe wirklich? Vielleicht sogar schlau und listig wie Shaun, das berühmte Film- und Fernseh-Schaf? Oder doch dumm und lammfromm? Und wo lebt es sich als Schaf am besten? In der Mongolei, wo es keine Zäune gibt, aber gefährliche Wölfe? Oder in Island, wo es keine Wölfe gibt, dafür aber Kolkraben, die gern Schafe aus der Luft angreifen? In Sachsen, wo große Herdenschutzhunde auf die Schafe aufpassen? Oder doch lieber in der Schweiz? Das Schulschaf Lilli macht sich auf den Weg, um es herauszufinden.

 

Samstag, 18. März 2017

Gesichter Europas  •  11:05 – 12:00 Uhr  •  Deutschlandfunk

Volk sucht Heimat – Aramäer und Assyrer zwischen Deutschland und der Türkei

Am Mikrofon: Katrin Michaelsen

DLF 2016

Schwäbisch und Ruhrpott-Dialekt wird in den christlichen Dörfern des Tur Abdin in der Südosttürkei gesprochen, denn viele Bewohner sind erst im letzten Jahrzehnt aus Deutschland zurückgekehrt. Die Suryoye – auf Deutsch auch Aramäer oder Assyrer genannt – sind eines der ältesten christlichen Völker der Welt. Die meisten Suryoye flohen im Laufe des 20. Jahrhunderts vor türkischem Assimilationsdruck und kurdischer Zuwanderung nach Europa. Heute leben noch 2000 Suryoye im Tur Abdin – und 300000 in Europa. Mit rund 100000 Menschen ist ein Großteil von ihnen heute in Deutschland zu Hause. Als die Türkei ab 2002 einen demokratischen Reformkurs einschlug, war das für sie das Startsignal zur Heimkehr nach Südostanatolien. Doch mit dem Rückfall der Türkei in Krieg, Gewalt und undemokratische Gewohnheiten ist die Zukunft der Suryoye in ihrer Heimat wieder ungewiss geworden.

Lange Nacht  •  00:05 – 03:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

American Dusk

Eine amerikanische Nacht

Von Edgar Lipki und Hermann-Christoph Müller

American Dusk – im Zentrum dieses dreiteiligen Hörspiels stehen Erfahrungen von Grenzen – Erfahrungen der Staatsgrenze zwischen Mexiko und den USA, der Grenze zwischen Leben und Tod, der Grenze zwischen Geschichte und Aktualität. Originaltöne von Beteiligten und Betroffenen wie auch Musik- und Literaturfragmente verschmelzen und kollidieren in diesem Szenario der Grenzerfahrung – ein unbekannteres Amerika.

Die ›Lange Nacht‹ wird ab 23:05 Uhr auch im Deutschlandfunk gesendet.

 

Sonntag, 19. März 2017

Rock et cetera  •  15:05 – 16:00 Uhr  •  Deutschlandfunk

Pionier des Livemusik-Fernsehens

Peter Rüchel zum 80. Geburtstag

Am Mikrofon: Tim Schauen

Trotz anfangs schlechter TV-Quoten wurden die ›Rockpalast‹-Nächte im Westdeutschen Rundfunk Kult, sie begleiteten Generationen von Musikfans, die nachts vor dem Fernseher ausharrten, um ihre Idole live spielen zu sehen: den irischen Gitarristen Rory Gallagher, die rauschebärtigen Bluesrocker ZZ Top oder die bloß Socken tragende Funkband Red Hot Chili Peppers. All diesen legendären Shows wurden von einem langhaarigen Mann begleitet, der mit ruhiger Stimme seine Moderation ins Mikrofon sprach: Peter Rüchel. 1937 in Berlin geboren, seit 1968 beim Sender Freies Berlin, später beim ZDF tätig, von 1976–86 und dann im 1995 wiederbelebten ›Rockpalast‹ aktiv. 2003 übergab er die Geschäfte an seinen Nachfolger – seine Erinnerungen an sein langes Wirken als Pionier des Livemusik-Fernsehens sind sehr lebendig.

Deutschlandrundfahrt  •  11:05 – 11:59 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Pro und Contra Lutherstadt

Wittenberg und das Reformationsjubiläum

Von Susanne Arlt

Religiös ist in der Lutherstadt Wittenberg kaum jemand. Trotzdem wirbt das Land seit einem halben Jahr mit dem Slogan ›Sachsen-Anhalt – Ursprungsland der Reformation‹. Martin Luther hat hier vor knapp 500 Jahren seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel an die Tür der Wittenberger Schlosskirche angeschlagen – und tatsächlich erinnert derzeit sehr vieles hier an die Reformation. Für dieses besondere Jubiläum legen sich Staat und Kirche mächtig ins Zeug. Allein für die Evangelische Kirche in Deutschland sind hier 90 Hauptamtliche und mehr als 160 Freiwillige für die Jahrhundertfeier im Einsatz. Schließlich ist das Reformationsjubiläum das nationale Kulturereignis des Jahrzehnts. Nicht jeder der 45000 Wittenberger ist darüber begeistert.

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