Montag, 5. März 2018

Musik-Panorama · 21.05 – 22.50 Uhr · Deutschlandfunk

Klavier-Festival Ruhr 2017

Werke von Franz Schubert, Franz Liszt, Antonín Dvořák, Claude Debussy, George Gershwin, Samuel Barber und Alberto Ginastera

Plamena Mangova, Klavier

Gut ein Jahrzehnt ist es her, dass die bulgarische Pianistin Plamena Mangova ins internationale Rampenlicht trat. Heute lebt die 37-jährige Pianistin in Brüssel, sie hat sich aber auf den Bühnen in ganz Europa und in Fernost profiliert. Die Schülerin von Leon Fleisher und András Schiff fühlt sich auch im kammermusikalischen und konzertanten Genre wohl. Bei ihrem Solodebüt beim Klavier-Festival Ruhr 2017 stellte sie unter anderem Kompositionen von Debussy und Barber neben Werke von Gershwin und Liszt.

 

Freispiel · 0.05 – 1.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Mitleid. Die Geschichte des Maschinengewehrs

Hörspiel von Milo Rau

WDR 2016/54’09

Wie human sind unsere humanitären Missionen? In einem Doppelmonolog leuchtet ‚Mitleid’ die Ambivalenzen europäischer Betroffenheitskultur aus. Ursina Lardi schlüpft nach und nach in die Rolle einer NGO-Mitarbeiterin und berichtet vom Leben in den Krisenregionen der Welt. An ihrer Seite agiert die Schauspielerin Consolate Sipérius, Überlebende des burundischen Genozids. ‚Mitleid’ beruht auf Gesprächen mit humanitären Helfern und Kriegsopfern.

Zeitfragen. Feature · 19.39 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Mein Bild vom Krieg

Eine Studienreise ins Krisengebiet

Von Azadê Peşmen

Syrien, Irak, Afghanistan: Kriegsgebiete sind geografisch weit weg, aber dank sozialer Medien, dem Internet und der allgegenwärtigen Nachrichtenflut kann kaum einer behaupten, nichts davon zu wissen. Wer aber den Platz vor dem Bildschirm nicht verlässt, bleibt in der Rolle des Zuschauers. Die ‚Middle East Excursion‘ ermöglicht deutschen Studierenden, sich vor Ort ein Bild zu machen und organisiert regelmäßig Studienreisen in den Norden des Irak, wo vor kurzem noch kriegerische Auseinandersetzungen andauerten. Welches Bild wird einem vermittelt und hilft es wirklich, aktuelle, politische Konflikte zu verstehen?

 

Dienstag, 6. März 2018

Das Feature · 19.15 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk

Unter Kontrolle

Wie Pädophile mit ihrer Neigung leben

Von Philine Sauvageot

Deutschlandfunk 2018

Die Familie kennt seinen Fall und vertraut ihm. Andere pädophile Männer und Frauen bleiben nicht einmal in einem Bus voller Kinder sitzen. „Alles unter Kontrolle” sagen sie sich erst, wenn sie der Situation entflohen sind. „Werde ich je ein normales Leben führen, trotz meiner Neigung?” – Das fragen sich viele Männer und Frauen, die sich körperlich zu Kindern hingezogen fühlen. Das Feature nähert sich einer Szene, in der Selbstzweifel herrschen, in der Menschen nach einem Weg suchen, um ihre Liebe zu Kindern nicht auszuleben. Was können sie tun, um ihre Neigung in den Griff zu bekommen? – Einige deutsche Kliniken bieten Therapien an. Aber: Nur das pädosexuelle Verlangen ist veränderbar. Die pädophilen Gefühle werden bleiben.

Zeitfragen. Feature · 19.30 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Kein Bock auf Verantwortung?

Warum erfolgreiche Familienunternehmen vom Markt verschwinden

Von Mirko Heinemann

Die deutsche Wirtschaft boomt, dem Mittelstand geht es gut. Dennoch verschwinden viele erfolgreiche Unternehmen vom Markt. Sie werden liquidiert, weil es ihren Inhabern nicht gelingt, einen passenden Nachfolger zu finden. Aber warum will keiner die eingeführten Unternehmen haben? Sind die Rahmenbedingungen für Selbstständige in Deutschland nicht attraktiv? Ist das Erbschaftssteuerrecht schuld? Oder hat die ‚Generation Y‘ einfach keinen Bock auf Verantwortung? Die Zeitfragen zeigen Firmeninhaber beim Versuch, ihr Unternehmen zu veräußern und begleiten Mittelständler und ihre Erben auf ihrem komplizierten Weg in die Unternehmensnachfolge.

 

Mittwoch, 7. März 2018

Querköpfe · 21.05 – 22.00 Uhr · Deutschlandfunk

Kabarett, Comedy & schräge Lieder

Komiker mit Hybridantrieb

Der österreichische Musikkabarettist Christof Spörk

Ein Porträt von Luigi Lauer

Politikwissenschaftler, Musiker oder Kabarettist? So richtig entschieden hat sich Christof Spörk bis heute nicht. Bereits mit 19 Jahren war er Texter und Musiker der mit dem Salzburger Stier ausgezeichneten Musikkabarettgruppe Die steirische Landstreich. Quasi im Nebenfach promovierte er über Musik und Politik in Kuba, mit Lehrauftrag in Wien. 2002 dann machte Spörk aus Versehen mit der Band Global Kryner Furore, die internationale Pophits in krachledernem Stil aufbereitete. Spörk tritt erstmalig 2011 mit einem Soloprogramm auf, für das er wieder einen Preis erhält. Er gewöhnt sich an die Trophäen und lernt: Politik, Musik und Kabarett lassen sich eben doch gleichzeitig unterbringen.

Hörspiel · 21.30 – 22.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Unter Wasser

Von Jean-François Guibault und Andréanne Joubert

Regie: Anouschka Trocker

SR/DKultur 2015/57’49

Louis träumt davon ein Held zu sein. Als seine Lehrerin vergisst, sich aus dem Intranet auszuloggen, ergreift er seine Chance: Unter dem Decknamen Narzissus fordert er seine Mitschüler auf, ihm ihre Wünsche zu schicken, Erfüllung garantiert. Eko, die Schul-Schönheit, testet Narzissus mit Erfolg und behauptet bald, sie seien ein Paar. Doch wer ist Narzissus wirklich? Ekos Konkurrentin Sedna trainiert, unter Wasser die Luft anzuhalten. Aus dem Spiel wird Ernst.

 

Donnerstag, 8. März 2018

Marktplatz · 10.10 – 11.30 Uhr · Deutschlandfunk

Erfahrung fürs Leben: Als Austauschschülerin im Ausland

Live von der Tourismusmesse ITB in Berlin

Die einen gehen an die High-School nach Kanada, die anderen wählen wagemutig China. Wer als Schülerin oder Schüler eine Zeit im Ausland verbringen möchte, dem steht heute im Grunde fast die ganze Welt offen. Allerdings kann so ein Austauschschuljahr je nach Ziel schnell so teuer wie ein neuer Kleinwagen kommen. Welches Land ist für wen das richtige? Wann ist schultechnisch und persönlich der richtige Zeitpunkt für‘s Ausland, ist ein Halbjahr sinnvoll oder direkt ein ganzes Jahr? Was spricht dafür, über eine deutsche Organisation rauszugehen, wann lässt sich die Auslandszeit kostengünstiger und erfolgreich selbst organisieren? Wo und unter welchen Bedingungen gibt es Stipendien, um den Aufenthalt zu finanzieren? Was tun, wenn Heimweh und Missstimmung in der Gastfamilie überhand nehmen?

Zeitfragen. Feature · 19.30 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Der Superwal

Wie Wale und Delfine zum ideologischen Konzept wurden

Von Jennifer Rieger

Vielleicht liegt es daran, dass sie so groß sind, an ihren geheimnisvollen Gesängen oder an ihrem Image als sanfte Meeresriesen – Wale erfreuen sich in unserem Kulturkreis großer Beliebtheit. Umso größer ist die Empörung, wenn Japans Walfangflotte auszieht, um die Meeressäuger zu jagen. Das Land gerät immer wieder in Kritik, weil es zwar das Moratorium der Internationalen Walfangkommission unterzeichnet, aber das Hintertürchen des ‚wissenschaftlichen Walfangs‘ offengelassen hat. Kritiker aus dem Ausland sehen in Japans Forschungsvorhaben einen Vorwand dafür, das Walfleisch kommerziell zu vermarkten. Auch die japanische Bevölkerung isst immer weniger Walfleisch, eine wirtschaftliche Motivation ist also auch unwahrscheinlich. Warum also die Entscheidung, jedes Jahr Walfänger auf die Reise zu schicken?

 

Freitag, 9. März 2018

Das Feature · 20.10 – 21.00 Uhr · Deutschlandfunk

Die Sache Kränzle

Von der Unsterblichkeit in der Musik

Von Elke Pressler

Deutschlandfunk 2018

Bei der Premiere fühlt sich der Bariton Johannes Kränzle passagenweise wie ferngesteuert, am Tag danach ein Aufwachen in einem schwarzen Loch. Dann ist die Stimme plötzlich weg. Diagnose MDS, myelodysplastisches Syndrom. Es folgen lebensbedrohlicher Zusammenbruch, akute Blutvergiftung, Chemotherapie. Statt adrenalingetränkter Bühnenintensität und Applaus stumme Isolation auf der Quarantänestation. Die Stammzellentransplantation ist auch eine Begegnung mit dem Tod – intensiver als es jede Bühnenerfahrung sein kann. Ist es ein hartnäckiges Zwiegespräch, ein Aufbäumen oder gar stilles Einverständnis? Der Sänger Kränzle erlebt eine glanzvolle Wiederauferstehung, unter anderem als Beckmesser in Bayreuth. Dank der Medizin – oder doch der Kunst?

Zeitfragen. Literatur · 19.30 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

„Alles, was ich schreibe, war einmal wirkliches Leben“

Der rumänische Schriftsteller M. Blecher ist ein Klassiker der Moderne

Von Nadja Küchenmeister

Als der rumänisch-jüdische Schriftsteller M. Blecher nach einem Leidensjahrzehnt 1938 an Knochentuberkulose stirbt, ist er noch keine 30 Jahre alt. Er hinterlässt ein schmales Werk, das unter der faschistischen Antonescu-Diktatur Rumäniens und später in der kommunistischen Volksrepublik in Vergessenheit gerät. Erst in den 1970er-Jahren finden Blechers Bücher in Rumänien Beachtung, in Deutschland wird er ab 2003 einem größeren Publikum bekannt. Inzwischen zählt er zu den Klassikern des 20. Jahrhunderts. Den existenziellen Krisen seines Lebens hat sich M. Blecher, der seinen Vornamen stets abkürzte, vom ersten Roman an schonungslos gestellt. Seine nüchterne und glasklare Prosa erzählt unsentimental von Krankheit und Tod und von der Schönheit eines Lebens, das dazu verdammt ist, viel zu früh zu vergehen.

 

Samstag, 10. März 2018

Klassik-Pop-et cetera · 10.05 – 11.00 Uhr · Deutschlandfunk

Am Mikrofon: Der Jazz-Schlagzeuger Eric Schaefer

Er zählt zu den begnadeten Schlagzeugern seiner Generation, der in Frankfurt am Main geborene Schlagzeuger Eric Schaefer. Ein wandlungsfähiger Musiker, der auch als Komponist und Bandleader wirkt, bei dem die Stile seiner Werke genau so unterschiedlich sind wie die Mitglieder seiner verschiedenen Formationen. Schon zu seiner Zeit als junger Schlagzeuger im Bundesjugendorchester entwickelte sich Schaefer zu einem Musiker, der sich nicht auf eine Stilrichtung festlegen ließ. Für den 41-Jährigen ist die Kammermusik genauso wichtig wie Rock und experimenteller Jazz, Neue Musik und Folklore ebenso wie Pop oder Elektronische Musik.

Feature · 18.05 – 19.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

André Müller

Aus dem Kassettenarchiv eines radikalen Interviewers

Von Sonya Schönberger und Norbert Lang

Deutschlandfunk Kultur 2018/ca. 54’30

(Ursendung)

Quälend und provokant waren die Fragen des Journalisten André Müller. Manche Gesprächspartner brachen Interviews ab oder prozessierten gegen ihn. Anderen entlockte er unerwartete Einsichten über Einsamkeit, Zweifel und Tod. Zu seiner Kunst des Fragens sagte Müller, der sich auf seine Gesprächspartner wie kein zweiter vorbereitete: „Ich habe in den Interviews immer die Erfahrung gemacht, dass ich mehr zu sagen habe als diese Leute”. Als er 2011 starb, hinterließ er ein umfangreiches Kassettenarchiv mit Tonaufnahmen der Interviews. Eine Archivrecherche.

 

Sonntag, 11. März 2018

Freistil · 20.05 – 21.00 Uhr · Deutschlandfunk

Was übrig bleibt, wenn nix übrig bleibt

Über das Nichts

Von Rolf Cantzen

DLF 2014

Wenn Nichts nichts ist, was ist es dann? Nichts oder Etwas? Philosophen verwarfen diese Frage als unlösbares Paradox. Aber diese Verbannung des Nichts mache uns seinsfixiert, nichtsvergessen und unglücklich, meint der Philosoph Ludger Lütkehaus. Er fragt: Wäre nicht Nichts besser als Etwas? Astronomen spielen neuerdings mit dem Gedanken, dass im Anfang Nichts war und dass das Sein aus dem Nichts entstanden ist. Tatsächlich stellt sich die Frage, wenn es einen Gott gäbe, der den Kosmos aus dem Nichts erschaffen könnte, warum hat er sich nicht ein bisschen mehr Mühe gegeben oder gleich ganz darauf verzichtet? Die Komikertruppe Monty Python hat die nichtsbewusste Lösung aller Fragen gefunden: „Du kommst aus dem Nichts. Du gehst ins Nichts. Was hast Du zu verlieren? Nichts!”

Musikfeuilleton · 22.00 – 22.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Jenseits der Grenzen des tonalen Denkens

Die französische Komponistin Lili Boulanger

Von Bettina Brand

Als knapp Dreijährige las sie bereits Noten und mit neun Jahren komponierte sie. Als die französische Komponistin Lili Boulanger im März 1918 im Alter von 24 Jahren starb, hinterließ sie Kammermusik und Orchesterwerke, doch ihre große Liebe galt der Vokalmusik. Ihre Schwester Nadia ist weltweit als Komponistin und Pianistin bekannter, doch Lili Boulanger war die begabtere. Igor Markévitch nannte sie „die größte Komponistin der Musikgeschichte“.

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