Heute Abend die (vermutlich) letzte Sendung von Karl Lippegaus auf WDR 3 // 22.04 Uhr WDR 3 Jazz & World „Avishai Cohen Quartet live in Hamburg“

Es ist ein bitterer Moment den wir heute Abend erleben müssen. Jahrzehnte lang war er für den WDR tätig. Erst vor ein paar Jahren wurde auf WDR 4 seine Swing Easy – Reihe eingestellt. Und jetzt das vielleicht komplette Ende.

Für den WDR hat Karl seine eigene Geschichte in wenigen aber treffenden Worten aufgeschrieben. Im „Rock Cafe“ habe ich ihn zuerst gehört. Das war noch im Deutschlandfunk, als der noch eine Hitparade hatte. Ein „Musicarium“ mit Walter Bachauer … Heute ist das alles leider unvorstellbar!

Das was und warum habe ich hier schon geschrieben.

Alles was uns bleibt ist dem WDR zu schreiben, was wir wollen und was wir nicht wollen. So wiederhole ich meinen Appell an Euch. Schreibt dagegen an und nutzt die Kraft der sozialen Medien.

© Foto: Karl Lippegaus, 2019

14 Replies to “Heute Abend die (vermutlich) letzte Sendung von Karl Lippegaus auf WDR 3 // 22.04 Uhr WDR 3 Jazz & World „Avishai Cohen Quartet live in Hamburg“

  1. Hier mein Mailverkehr mit dem WDR:
    Sehr geehrtes WDR3,

    als interessierter Hörer Ihrer Sendestrecke und als jemand, der diese Strecke als Gebührenzahler mitfinanziert, hoffe ich auf Ihr Verständnis, dass Sie mich mit solchen Marketingphrasen nicht beruhigen und meine Sorgen nicht zerstreuen können.

    Daher bitte ich um eine offene Antwort auf mein folgenden Fragen:

    Wurden bei der Entscheidung, die Zahl von bisher 19 auf 4 Redakteure zu reduzieren, die Hörer von WDR3 Jazz & World beteiligt?
    Gibt es nachvollziehbare Gründe dafür, Karl Lippegaus vor die Tür zu setzen? (Sparmaßnahmen, Marktanalysen, Einschaltquoten etc.?)
    Warum kann ein von Gebührenzahlern finanzierter Sender immer wieder Programmreformen vornehmen, ohne diese auch nur ansatzweise demokratisch zu legitimieren?

    Ich bin äußerst interessiert daran, dass Sender wie der WDR und der Deutschlandfunk ihre Sonderstellung in einer sich zunehmend verödenden Medienlandschaft stärken. Dazu gehören ganz zwingend mehr Nischenprogramme, mehr Individualität, eine größere Vielfältigkeit und mehr Mut zu Nonkonformität.
    Bequemer ist es natürlich, jedes Risiko zu vermeiden und sich ängstlich hinter den Entscheidungen von Consulting Unternehmen zu verstecken.
    Ihr demokratischer Aufträge wäre es allerdings, die unzufriedenen und frustrierten Hörer mit einem interessanten und engagierten Programm zurückzugewinnen. Unzufriedene Hörer gibt es vielleicht mehr als sie denken. Die übrigen werden bereits ausreichend versorgt…

    Viele Grüße
    Manfred Terlau

    Gesendet: Samstag, 30. März 2019 um 14:18 Uhr
    Von: „WDR 3“
    An: manfred.terlau@gmx.de
    Betreff: AW: WG: WDR Radio

    Sehr geehrter Herr Terlau,

    haben Sie vielen Dank für Ihr Interesse an unserer Sendestrecke „WDR 3 Jazz & World“.

    Wir verstehen Ihre Sorgen und können Sie beruhigen: Selbstverständlich werden wir weiterhin in gewohnter Qualität Jazz und Musikkulturen senden und die Musikszenen in NRW abbilden. Auch Konzerte in NRW werden weiterhin mitgeschnitten und in den Programmen von WDR 3 ausgestrahlt.

    Alle unsere Sendungen können Sie online auf wdr3.de nachhören.

    Ein wöchentlicher Newsletter wird Sie über die Themen informieren, die uns als Redaktion beschäftigen. Diesen können Sie online auf wdr3.de abonnieren.

    Bei Fragen nach den neuen Stimmen: Ab 1. April 2019 wird Sie in „WDR 3 Jazz & World“ ein neues Moderationsteam begrüßen. Nina Heinrichs, Ilka Geyer, Niklas Wandt und Thomas Mau freuen sich darauf, Ihnen ein ausgewähltes Musikprogramm mit viel Jazz zu präsentieren.

    Mehr Informationen zu unseren neuen Moderator*innen finden Sie auf wdr3.de

    —–Ursprüngliche Nachricht—–
    Von: „radio“
    Gesendet: Donnerstag, 28. März 2019 16:48
    An: „wdr WDR3“
    Betreff: WG: WDR Radio

    —–Ursprüngliche Nachricht—–
    Von: noreply@wdr.de [mailto:noreply@wdr.de]
    Gesendet: Mittwoch, 27. März 2019 23:30
    An: radio
    Betreff: WDR Radio

    Betreff: = [Schon wieder ’ne Programmreform?]
    Nachricht: = [Stimmt es, was die Süddeutsche schreibt? „Der WDR-Hörfunk verabschiedet sich von der liebevollen Jazz-Präsentation – und damit auch von bekannten Moderatorenlegenden wie Karl Lippegaus.“
    Ab dem 1. April „ersetzt (man) dort die individuelle Musikbetrachtung in der werktäglichen WDR 3-Sendung „Jazz & World“ durch konfektionierte Spiellisten, was sehr nach der handelsüblichen Magazinitis klingt, die vieler Orten das Radiohören so unerträglich macht.“
    Ich hoffe sehr, dass es sich hier um einen Aprilscherz handelt!] Ihr Name: = [Manfred Terlau] Ihre-E-Mail-Adresse = [manfred.terlau@gmx.de]

      1. Dem kann ich nur beipflichten! Mich würde interessieren, ob auf diese Mail auch nur Worthülsen und heiße Luft kommt, oder aber eine konkrete Antwort.

        Hier mein kleiner Mailverkehrt:

        Ich:

        „Aus gegebenem Anlass möchte ich Sie nicht beglückwünschen für Ihre kommenden Programmveränderungen, die den Jazz weiter ins Marginale verschiebt:
        https://www.jazzcity.de/index.php/news/2289-jazz-kahlschlag-auf-wdr3

        Als Hörer, der Jazz durch den öffentlichen Rundfunk entdeckt hat, empfinde ich es als sehr traurig, dass ein öffentlich-rechtlicher Sender nicht seiner Aufgabe nachkommt und einer unkommerziellen Musik wie dem Jazz immer weniger Raum zur Entfaltung anbietet.“

        WDR:

        „Sie hatten uns geschrieben und Ihre Besorgnis in Bezug auf unsere Jazz&World-Sendungen mitgeteilt.

        Ja, ich verstehe, dass Sie nach der (nicht ganz korrekten) Veröffentlichung auf jazzcityde nun unsicher sind, was Sie künftig auf dieser Programmstrecke erwartet.

        Soweit kann ich Sie beruhigen: Jazz und aktuelle Musik ist für uns wichtiger denn je. Wir planen, ab April den Fokus noch stärker auf die aktuellen Jazzszenen zu setzen. Dazu gehören auch neue Stimmen am Mikrofon, zwei davon kennen Sie aus früheren Sendungen. Wir werden nach wie vor über Jazzfestivals und spannende Künstlerpersönlichkeiten berichten.

        „Playlist“ ist in diesem Kontext ein missverständlicher Terminus: Selbstverständlich erfolgt die Musikauswahl weiterhin von kundigen Redakteur*innen oder Autor*innen.

        Ich würde mich freuen, wenn Sie mir schreiben, wie Ihnen die Sendungen gefallen und was Sie eventuell vermissen.

        Herzliche Grüße aus Köln“

  2. Jau: WDR und DLF go mainstream, „Soundcheck, InBetween, Bordermusic, Passagen“, alle ausg3storben;
    ein „moderner“ plan zur verödung der nacht-radio-stunden. Algorithmen statt Lippegaus. was tun? die alten kassetten-mitschnitte hören?? immerhin ist frühling und K.L. ist glaube ich auch öfter in Frankreich als in Köln…..

    demnächst in Milestones Michael Frank mit Robert-Johnson-covers, 31.5.
    immerhin
    Grüße! klaus ellwanger oldenburg

    1. Von Michael Frank hab ich die letzte Sendung zum Jahresende 2012 gehört. Wo war er in der Zwischenzeit? Ich hoffe, dass ich da nix verpasst hab. Nach den Milestones am 31.5. gibt’s am 16.6. „Eine Lange Nacht mit Musik von Türkeistämmigen in Deutschland“ ebf. mit Michael Frank! (Die Soundcheck Sendungen von Michael Frank in den 2000ern gehören zu meinen größten Radiofavoriten. Nur der Name „Michael Frank“ ist leider nicht besonders google-kompatibel.)

        1. Genial: 22 Michael-Frank-Soundcheck-Uploads von 1993-2013! Hätte ich ohne deine Hilfe nie gefunden. Danke!
          …und dass nach 6 Jahren Sendepause der Name Michael Frank jetzt wieder beim DLF auftaucht, from darkness to light!

          1. Das hast du Hardy zu verdanken. Er hat sich diese wahnsinnige Arbeit gemacht und das alles hochgeladen ! Viel spass beim Anhören !

      1. Wie für K.L. gilt auch für M.F.: wenn die STIMMEN wegrationalisiert werden, is schon scheiße…..
        in den 2000-ern erinner ich eine sagenhafte „Krautrock“ sendung von MF.; großes vergnügen,

  3. Ich will jetzt hier nicht die „Taschentücher“ auspacken. Immerhin schreibe und arbeite ich gegen die Umstände an…. Aber immer hin gibt es hier ( ab ca.15.00 UhrI) die Klanghorizonte mit Michael Engelbrecht. 5 Stunden Musik die kein Dudelfunk sind. Also es gibt schon noch Sendungen die sich lohnen….

  4. tschuldigung, was heißt genau „hier“: WDR3? ich kenn wohl die Radionacht auf DLF, von 1-6, is das dasselbe?
    ja, Engelbrecht nicht zu vergessen, sehr „open-minded“.

  5. Ich habe das wohl etwas salopp formuliert. Mit hier meine ich meinen Blog. Und die Klanghorizonte gibt es hier ab 15.00 Uhr zum nach hören.

  6. Ein ganz herzliches Dankeschön an Hardy und die hermetischgarage! Hab mir bisher Michael Franks Soundchecks zur Canterbury Scene, zu Julie Driscoll/Tippetts und mit Schätzen aus den BBC Archiven angehört und mit ist jetzt erst klar geworden, wie sehr ich diese Sendungen vermisst habe. So sehr ich Karl Lippegaus, Alan Bangs, Michael Engelbrecht, Harry Lachner, Götz Alsmann, Michael Rüsenberg, Matthias Westerweller, Klaus Walter und viele mehr als Musikvermittler schätze und liebe, bei keinem fühle ich mich so beheimatet wie bei Michael Frank.

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