Henning Bolte und 2 Sendungen seiner Reihe: bijdetijds

„bijdetijds“ zu deutsch: zeitgemäß, so heisst die eine Sendereihe auf Concertzender.nl von Henning Bolte

 

Musik aus dem Tiefsten der Seele von Hayastan, dem Land im Kaukasus, das wir auch Armenien nennen, Musik des Komponisten Soghomon Soghomonian, bekannt als Komitas Vardapet, der von 1869 – 1935 lebte. Komitas Vardapet ist das schlagende Herz Musik Armeniens, das verbindende Element zwischen Volksmusik, geistlicher Musik und Kunstmusik. Im Gegensatz zu Kodaly und Bartók, die auf ähnlichen Pfaden wandelten, hat Komitas Vardapet bei uns im Westen als Komponist bisher nicht die Aufmerksamkeit und Wertschätzung erfahren, die ihm auch als Mittler zwischen klassischer westlicher Musik und östlicher morgenländischer Musik gebührt.

Das ECM-Label hat der Musik von Komitas in der Vergangenheit regelmässig Aufmerksamkeit geschenkt. Einiges davon ist in dem ersten Radioprogramm zu hören.

1.Sendung

 

DieserTage greift das Label ECM den Faden mit zwei aussergewöhnlichen Alben erneut auf.

Einmal ist der aus dem Jazz bekannte Pianist zusammen mit dem Staatskammerchor von Armenien bei der Ausführung nach wie vor gültiger ‘alter’ Musik zu hören und mit der Umsetzung in Stücken von Komitas Vardapet.

Levon Eskenian, der Leiter des Gurdjieff Folkinstrument Ensemble geht den Weg von Komitas zurück und verfolgt genauso wie bei den Pianotranskriptionen der Musik von Gurdjieff die Musik zurück zu ihren volksmusikalischen Quellen und lässt diese Rekonstruktionen mit seinem Ensemble auf volksmusikalischen Instrumenten klingen.

Etwa in den Sieben Tänzen, zu denen es von Komitas sehr genaue Aufzeichnungen gibt dazu gibt, wie die olksmusikalischen Klänge auf das Piano zu übertragen sind und klingen sollten. Eskenian tut auf hochentwickelte Weisen etwas, was etwa Martha Sebestyen und die ungarische Gruppe Muszikas auch für die Quellen Bartók-Stücken getan haben. Es lässt ein faszinierendes und herausforderndes Spannungsfeld musikalischer Schönheit entstehen. In dieser Sendung also Komitasstücke aus zwei verschiedenen Perspektiven mit eigenen Signifikanzen. Im kommenden Früjahr folgt bei ECM dann die Pianoversion der Sieben Tänze.

2.Sendung