Heiner Goebbels (3): „Roman Dogs“ Hörspiel von Heiner Goebbels

Bei Heiner Goebbels ist die inszenatorische und musikalische Auseinandersetzung mit demselben Textmaterial immer unterschiedlich. Die Differenz, ob zeitlich-biografisch oder über den Wechsel in eine andere Sprache, schlägt sich unmittelbar ihm künstlerischen Ausdruck nieder.

Wie soll Rom mit einem Mann umgehen, der zugleich Sieger und Mörder ist? – Die mit der Horatier-Sage überlieferte Frage nach der Gewalt wurde in vielen Bearbeitungen aufgegriffen und beherrscht auch die amerikanische Pop-Version.

Im Rap des Sängers Eric Gould verschmilzt der antike Bericht mit einer Mordgeschichte von William Faulkner.

Wie in der deutschen Fassung, „Der Horatier“ zählt bei Heiner Goebbels nie das gesprochene Wort allein, sondern seine Einbettung in den kompositorischen Verlauf, der den Reiz und die Qualität des Verständnisses ausmacht.

 

„Roman Dogs“ Hörspiel von Heiner Goebbels

Mit: Eric Gould, Gail Gilmore (Mezzosopran), Jürgen Wagner (Tenor) u. a.
Komposition und Regie: Heiner Goebbels
(Produktion: SWR/hr/WDR 1994)

Heiner Goebbels, geboren 1952 in Neustadt an der Weinstraße, ist der international renommierteste deutsche Künstler an der Schnittstelle von Theater, Performance und Komposition. Vielfach ausgezeichnet. Für den SWR hat er zahlreiche seiner Hörspiele realisiert. Gleich sein erstes Hörstück „Verkommenes Ufer“ (1984), erhielt den Karl-Sczuka-Preis.

© SWR 2, Hörspiel, 23.5.2019

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