Nach hören …

Schüler und Lehrer des Komponierens

Von Barbara Eckle

Ein Komponist, der bestehen will, muss seine eigene Sprache finden. Und das kann ihm keiner beibringen. Oder doch? Diverse Schüler-Lehrer-Konstellationen in der neueren Musikgeschichte zeigen, dass der Kompositionsunterricht nicht einfach ein Ort des Weitergebens, sondern durchaus eine Geburtsstätte von Neuem, Eigenem sein kann.

Ohne die Denkimpulse seines „Leerers“ Luigi Nono wäre Helmut Lachenmanns „musique concrète instrumentale“ nicht denkbar. Auch der Unterricht von Gösta Neuwirth baute auf einem intensiven musikübergreifenden Dialog auf, in dem Schüler und Lehrer lernten, mehr über sich selbst zu erfahren, wie seine Schüler Orm Finnendahl, Hanspeter Kyburz und Bernhard Lang attestieren.

Das medialisierte Zeitalter wartet inzwischen mit neuen Herausforderungen auf: Wo das Reflektieren der neusten Tools eine immer wichtigere Rolle spielt, werden Schüler oft zu Lehrern ihrer Lehrer. Aber suchen die Schüler nur noch nach Tools und Tricks, können auch Lehrer in der Sinnkrise landen.

nach hören !

© SWR 2, JetztMusik, 28.3.2016