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Heute wäre Hans Werner Henze 90 Jahre alt geworden. Das SWR Vokalensemble Stuttgart hat ihm zusammen mit dem Ensemble Modern ein Porträtkonzert mit Werken für Chor und Kammerensemble gewidmet. Viele dieser Werke sind seit ihrer Uraufführung nicht mehr zu hören gewesen und zeigen Henze in einer großen stilistischen Vielseitigkeit. Da sind die „Lieder von einer Insel“ als Dokument der geheimnisvollen Freundschaft mit Ingeborg Bachmann, in der es um Kunst und Italien, aber trotz Henzes Homosexualität irgendwie auch um Mann und Frau geht. Dazu eine Auseinandersetzung mit Madrigalen, der vokalen Königsgattung seiner Wahlheimat Italien. Als virtuoser Instrumentalkomponist spinnt Henze in den Oktettsätzen „Quattro fantasie“ Bezüge in die Geschichte der Kammermusik, zu Franz Schubert und Benjamin Britten. Und bei „Orpheus behind the wire“, einer Umarbeitung von Henzes Orpheus-Ballett in ein Chorwerk, begegnet man Henze und seinem Librettisten Edward Bond in ihrer gemeinsamen human-politischen Mission.

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