Es war, natürlich, wie sollte es anders sein, Karl Lippegaus, 1992, im DLF Soundcheck, na klar: „Wer ist Hal Wilner“? Das hat sicher dazu beigetragen, daß ich mich von Anfang an „in seinen Händen“ gut aufgehoben fühlte.

Daß Karl mir dann neben vieler meiner helden wie Moondog oder Kevin Coyne in den nächsten Jahren zb. Pascal Comelade andiente oder mich dazu brachte, mir die Bücher über Krautrock und den französischen Underground von Eric Deshayes aus dem Neosphère-Verlag zuzulegendas ist dann die Geschichte einer großen Zuneigung.

Ganz am Anfang eben zu Hal Wilner. Der Beginn einer großen Liebe, dieser Moment, in dem Sun Ra „Pink Elephant On Parade“ aus Disneys „Dumbo“ in den Olymp hob und dann SunRaesk einfärbte. Sieh mich vor meiner Anlage knien und G*tt anbeten.

„Baby Mine“ mit der Stimme und von der Slideguitar einer Bonnie Raitt getragen, Suzanne Vega und Bill Frisell, der Marsch der Zwerge aus Schneewittchen als unfassbares „Hi Ho“ von Tom Waits.

Wer zum Teufel denkt sich so was aus? Hal Wilner. Als ich dann endlich ein (ziemlich gebrauchtes) Exemplar aus der Restekiste meiner Videothek fischen konnte (gerade zum 2ten mal Papa geworden …) musste ich am Ende den einen oder anderen nicht zu tilgenden Sprung in Kauf nehmen. Und mein erstes Exemplar von „Lost in the Stars – The Music of Kurt Weill“ als Longplayer war auch Resterampe aber immerhin noch in der Folie. Eine Sensation die der nächsten folgte. Stan Ridgeway mit dem „Kanonen Song“?

Sting der „Mack The Kife“ performed? Marianne Faithfull & Chris Spedding „Ballad Of The Soldier’s Wife“? Wer zum Teufel denkt sich so was aus? Hal Wilner …

Eben saßen wir hier zum Tee und die beiden Platten liefen in gänze durch und da ist immer noch diese Magie, die die Sachen von Wilner nie für mich verloren haben. Ich könnte da jetzt endlos weiter jubeln, könnte von „Amarcord – Nino Rota (1981)“, von „Weird Nightmare – Meditation On Mingus (1992)“ oder von „Whoops I Am An Indian (1998)“ schwärmen, aber weisst du was?

Hör! auf! mich! zu! lesen! – und hör dir statt dessen die Sachen selbst noch mal – und wenn du zufälligerweise ne gute Kopie von „That’s the Way I Feel Now: A Tribute to Thelonious Monk“ hast, lass sie mir zukommen.

Danke, Hal, Du hast mein musikalisches Universum beschenkt, und dank Dir, Karl, dafür, dass du eine der ersten Sendungen des damals noch jungfräulich frischen Soundcheck ihm gewidmet hast. Dafür gebührt dir von mir ewiger Dank. Geh bei Gelegenheit einen Kaffee für mich nach Quillan am Marktplatz trinken. Wird ein bißchen dauern, bis ich wieder nach Axat komme – ich denke mal, du wohnst da in der Ecke 😉

Und jetzt: Hal Wilner und Kurt Weill!

Danke, das Du meinen Beitrag kommentieren möchtest

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.