„Graben nach Gott“ Bibel und Politik in Israel Von Daniel Cil-Brecher

Hat es die Schlacht von David und Goliath wirklich gegeben? Waren die Philister tatsächlich ein brutales, kampfbereites Volk, wie die Bibel schreibt? In Israel wird von der Archäologie erwartet, dass sie handfeste, objektive Beweise für solche Erzählungen der Bibel liefert.

Nach Jahrzehnten der Instrumentalisierung wehren sich israelische Archäologen jetzt dagegen, ihre Wissenschaft weiter in den Dienst der nationalen Geschichtserzählung und der Auseinandersetzung mit den Palästinensern zu stellen.

Der Streit dreht sich vor allem um die Frage, ob die israelische Archäologie zu stark von biblischen Legenden ausgeht und sich nicht genug um die Spuren anderer Kulturen des Landes kümmert. Eine der Schlüsselkontroversen in der Debatte um die Politisierung betrifft die Geschichtlichkeit der Königreiche von David und Salomon – und damit den Streit über Staatsgrenzen und den Status Jerusalems als „ewiger Hauptstadt“ Israels. Der Autor besucht Ausgrabungen in Jerusalem, Shiloh und im Elah-Tal und trifft die dort arbeitenden Archäologen.



Graben nach Gott
Bibel und Politik in Israel
Von Daniel Cil-Brecher
Regie: Phillipp Bruehl
Mit: Ulrich Noethen, Bernt Hahn, Daniel Berger, Andreas Potulski, Axel Gottschick, Wolf Aniol, Jonas Baeck, Gerhard Mohr und Edda Fischer
Ton: Gerd Nesgen
Produktion: WDR 2020

© Deutschlandfunk, Feature, 6.3.2021

Daniel Cil-Brecher, geboren 1951 in Tel Aviv, ist Historiker und Publizist. Er studierte Geschichte und Philosophie, arbeitete an der Universität Haifa und in der Gedenkstätte Yad Vashem. 1983 wurde er Direktor des Leo Baeck Instituts in Jerusalem. Er lebt heute in den Niederlanden. Zuletzt: „Ist das antisemitisch? Erkundungen eines deutschen Dilemmas“ (WDR 2019).

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