„Glaube, Triebe, Hoffnung“ Daniel Lanois mit neuer CD „Heavy Sun“

Der kanadische Starproduzent Daniel Lanois veröffentlicht mit „Heavy Sun“ ein betörend schönes Gospel-Album. Das Leben gleicht einer Pilgerreise und am Ende des Wegs wartet das Paradies. Von Christian Schröder.

 „I’m looking for a city / On the other side / And when I get there I’ll be satisfied“, jubiliert eine Stimme, die im höchsten Falsett gen Himmel strebt. Warm brummt dazu eine Hammondorgel, sparsam glitzern helle Akustikgitarrentöne und der Bass zuckelt im allerlangsamsten Marschrhythmus.

Mit der „Stadt auf der anderen Seite“ ist das Himmlische Jerusalem gemeint, in dem die Gläubigen am Ende aller Tage einziehen werden. Gier und Hass existieren in dieser Jenseits-Utopie nicht mehr, „that’s what I been told“, versichert der Sänger. „Way Down“ heißt der Song, der eine biblische Verheißung aufgreift, an die schon Martin Luther King anknüpfte: „We are free at last.“ Am Ende werden wir frei sein.

Gospel spendet Trost, immer noch. Daniel Lanois glaubt, dass sein Album in der Coronakrise genau zum richtigen Zeitpunkt herauskommt. Vielleicht, so hofft er, könne es „als Mittel gegen Isolation und Einsamkeit“ dienen.

© Der Tagesspiegel, Kultur, Musik, 12.4.2021

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