Geri Antoinette Allen wurde 1957 geboren und wuchs in Detroit auf. Ihr harmonisch und rhythmisch komplexer, gleichwohl fließender Improvisationsstil machte Schule. Sie starb am 27. Juni 2017 im Alter von 60 Jahren in Philadelphia.

Mit Karl Lippegaus

Der Pianist Ethan Iverson brachte es auf den Punkt, als er ihre Bedeutung für das Klavierspiel im heutigen Jazz herausstellte: „Es gibt eine Zeit vor und eine Zeit nach Geri Allen – so bedeutend ist sie.“ Mit einer Dissertation über Eric Dolphy beendete Geri Allen ihr Studium der Musikethnologie, während sie im M-Base-Kollektiv des Saxofonisten Steve Coleman aktiv an bahnbrechenden Verbindungen von Jazz, Poesie und modernem Tanz mitarbeitete. Diese ganzheitliche Auffassung prägte Allens gesamtes Schaffen.

Faszinierende Konzeptalben

Das Thema „Frauen im Jazz“ war für die Pianistin ein zentrales Anliegen, wie ihre Kooperation mit der Sängerin Betty Carter oder ihr Erinnern an die große Vorgängerin Mary Lou Williams zeigten, deren „Zodiac Suite“ sie neu einspielte. Sie entwarf faszinierende Konzeptalben über Aspekte afroamerikanischer Musikgeschichte wie das Schicksal der Maroons, geflohener Sklaven. 2006 komponierte sie eine Suite für die Opfer und Überlebenden der Terroranschläge auf das World Trade Center.

© Deutschlandfunk, Milesstones, 20.10.2017

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