Eine doppelte Lektüre zum 200. Geburtstag von Jacques Offenbach: Karl Kraus las öffentlich dessen Operetten. Den Denker und Sprachkritiker reizte die logische Anarchie in diesen Stücken. Und Kraus schrieb Offenbachs Verse fort, aktualisierte ihn für den Kampf gegen die moralischen Missstände seiner eigenen Gegenwart.

Von Werner Klüppelholz

Siegfried Kracauer erklärt in seinem Buch „Jacques Offenbach und das Paris seiner Zeit“, warum die Operette nur in einer Gesellschaft entstehen konnte, die selbst Operette war. Zugleich gruselt ihn die Erkenntnis, dass unsägliche Typen aus der Zeit um 1860 auch später wieder auftauchen. – Offenbach selbst allerdings passte als Typ überhaupt nicht zu seinen Operetten.

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© SWR 2, Essay, 3.6.2019

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