Die Covid-Pandemie hat den massenhaften Tod zurück ins öffentliche Bewusstsein geholt. Sie legt offen, wie wenig wir uns mit ihm tatsächlich beschäftigen wollen. Dieser Generator will herausfinden, wie sich die Kunstwelt mit dem Tod auseinandersetzt. Von Christoph Schlingensief, über das Performance-Kollektiv DARUM bis hin zu Christian Y. Schmidt.

Christoph Schlingensief brach mit dem Tabu, über das eigene Sterben zu sprechen, er hat seine Todesangst förmlich ausgestellt. In der Regel stirbt der Mensch privat und in aller Stille, zieht sich wie ein Haustier zurück an eine einsame Stelle im Garten und rollt sich zusammen. Der Tod, er bleibt selbst in Zeiten der Pandemie seltsam unsichtbar.


„Viele dieser Corona-Toten sterben nun einmal auf der Intensivstation, und wegen der Isolierung und den Pandemiemaßnahmen ist es Angehörigen praktisch überhaupt nicht mehr erlaubt dabei zu sein. Das heißt, Tod wird noch viel mehr abstrahiert und abgeschottet. Wir werden täglich mit Nachrichten über den Tod konfrontiert, mehr denn je. Medial ist der Tod total präsent, aber nicht als solches, wie er wirklich stattfindet und wie er ist.“

Robert, Neurologe in Berlin

Anscheinend muss jede Generation aufs Neue lernen, mit Tod und Sterben umzugehen. Der Ausbruch der verheerenden Spanischen Grippe liegt nur 100 Jahre zurück. 500 Millionen infizierten sich weltweit, bis zu 10% davon erlagen ihr. Trotzdem ist sie heute so gut wie vergessen.




© Bayern2, Zündfuink Generator,

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