„Der Gott der Gitarristen“ Seine Virtuosität war unvergleichlich. Sein Körpereinsatz legendär. Mit Jimi Hendrix wurde der Rock’n’Roll zur Religion. Doch das Genie brannte rasch aus – und starb vor fünfzig Jahren. Von Ueli Bernays

Die Zeiten ändern sich und mit ihnen auch die Musik. Jimi Hendrix galt als Avantgardist, als er in den späten sechziger Jahren Grenzen sprengte auf der Gitarre und neue Horizonte erschloss mit seinem obsessiven Spiel. Wer sich seine Aufnahmen heute anhört – am besten lässt man dazu eine Nadel durch die Rillen einer Vinylscheibe kratzen –, fühlt sich hingegen in eine ferne Vergangenheit zurückversetzt. Die physische Wucht, von der Fingerfertigkeit bis zum brachialen Exzess, sie wirkt fremd im digitalen Soundtrack der Gegenwart.

Ungewohnt ist das kämpferische Pathos, die Eroberung des Raums durch Rhythmus und Klang. In seinen Songs zeigte Jimi Hendrix zwar, dass er sich von persönlichen Erfahrungen inspirieren lässt. Aus «Manic Depression» sind Kränkungen herauszuhören, in «The Wind Cries Mary» schwärt die Leidenschaft. Seit dem Debütalbum «Are You Experienced» (1967) sind aber auch Kräfte am Werk, die den individuellen Ausdruck ebenso sprengen wie die formale Konvention.

Warum Jimi Hendrix heute noch viel wichtiger als damals ist

Der legendäre Musiker Jimi Hendrix ist seit 50 Jahren tot – und dennoch zeigt seine Schaffenszeit bis heute Wirkung. Von Markus Schneider 

Auch zu seinem 50. Todestag wird Jimi Hendrix als zeitlose Ikone der Sechziger gefeiert, als potentester Vertreter einer mythischen Zeit aus Sex, Drogen und Rock’n’Roll, die mit den Gründungsmitgliedern des Club 27, den jung verstorbenen Brian Jones (1968), Hendrix und Janis Joplin (1970) sowie Jim Morrison (1971) endete. Demnach landet er 1966 im swingenden London wie ein schillerndes Alien und zwingt sofort die größten lebenden Rockgitarristen in die Knie; er treibt die heterosexuelle Befreiung wie das drogeninduzierte Ausdroppen in ungeahnte Höhen; er meistert als schwarzer Mann die weiße Rockmusik.

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