Ghédalia Tazartès, 1947 in Paris als Sohn spanisch-jüdischer Eltern aus Thessaloniki geboren, ist Autodidakt, spielt Akkordeon, tibetische Schale, Perkussion, Flöten, Tonband. Die Stimme ist sein Hauptinstrument. Er singt, spricht, in verschiedenen Sprachen, echten oder erfundenen. Er benutzt sie wie ein Schamane, um eine einzigartige Musik zu schaffen. Er arbeitete für Tanz, Theater, Film und spielte weltweit. 20 Platten sind seit 1974 erschienen. So ist es auf seiner Bandcampseite zu lesen.

Für mich ist Ghédalia Tazartès ein moderner Schamane. Er drückt sich so vielfältig aus, dass man Ihn gar nicht zu fassen bekommt. Er ist irgendwie ein Mysterium. Ich habe hier die spärlichen Informationen zusammengetragen. Außer bei „The Wire“ gab es kaum Nachrufe. Es wäre toll, wenn ihr an seinem Werk Interesse findet und so seine Musik lebendig haltet!

Tazartes ist ein nomadisierender Musiker, der kaum zu sehen ist und selten eine Bühne betritt. Er ist ein Sammler von Tönen und Geräuschen, schreibt seine Musik mit dem Tonband. Es sind spannungsreiche collagierte Songs, die Musique Concrete mit Ethno und Techno erbinden. Elemente von Minimal und Industrial durchziehen sie, klingen wie Sirenen eines am Horizont verschwindenden Schiffes. Tazartes singt in einer improvisierten Sprache, oft sind es französische Phrasen. Es wird gelacht und geschrien. Seine Geschichten können voller Schmerzen sein, mehr gefühlt als verstanden. Tazartes dreht und wendet die Worte, schneidet mit einem Gitarrenriff ein Chanson entzwei, so wie es nur ein autodidaktischer Bastler wagt, ein Bricoleur. Seine Musik gibt auch auch dreißig Jahre später kaum eines ihrer Geheimnisse preis. Sie hat den Charme und den Schmerz über die Zeit bewahrt. Tazartes‘ Gesang weht aus der Wüste in die Metropolen herüber. © rec.rec.



Der französische Kultkünstler Ghédalia Tazartès ist ein kompromissloser Charakter, der sich einer Kategorisierung entzieht. Er hat allein mehr als 20 Alben aufgenommen und nennt seine Kunst mangels eines besseren Begriffs „Impromuz“. Bis in die 2000er Jahre blieben seine öffentlichen Auftritte Ausnahmeerscheinungen.
Ghédalia Tazartès‘ Musik war schon immer ein Mysterium. Sie wechselt von Musique concrète zu – existierender oder erfundener – ethnischer Musik, von Poesie zu Noise oder von Loops und Collagen zu traurigen und extrem schönen Melodien in einer Sekunde, ist aber immer im Fluss und kohärent.
Im Jahr 2004 entschied sich Ghedalia schließlich, wieder live aufzutreten. Er arbeitete zunächst mit anderen Musikern zusammen (Les Reines d’Angleterre, David Fenech & Jac Berrocal, Norscq & Black Sifichi, Nicolas Lelièvre) und war dann zehn Jahre lang solo unterwegs.
Seit 2009 spielten Tazartes viele Shows in ganz Europa. Nachdem er 2008 einen Cinemix zu dem unglaublichen Stummfilm „Haxan“ aufgeführt hatte, präsentierte er 2013 eine neue Soloshow beim CTM in Berlin Festival vor einem ausverkauften HAU2. Die neue Show basierte auf der Musik seines Albums ‚Coda Lunga‘. Er sagt: ‚Ich dachte, ich hätte in Berlin nur 5 Minuten gespielt… dann wurde mir klar, dass ich mehr als eine Stunde gespielt hatte!‘
2018 beschloss Ghedalia, nicht mehr solo zu spielen und wieder mit anderen Musikern zusammenzuarbeiten.

Ghedalia starb am 9. Februar 2021 in Paris. © julie tippex

Der französische Kultkünstler Ghédalia Tazartès ist ein kompromissloser Charakter, der sich einer Kategorisierung entzieht. Er hat allein ein Dutzend Alben aufgenommen und nennt seine Arbeitsweise in Ermangelung eines besseren Begriffs „Impromuz“. Bis in die 2000er Jahre hinein blieben seine öffentlichen Auftritte Ausnahmeerscheinungen.

Ghédalia Tazartès‘ Musik war immer ein Rätsel. Sie wechselt von Musique concrète zu – existierender oder erfundener – ethnischer Musik, von Poesie zu Noise oder von Loops und Collagen zu traurigen und extrem schönen Melodien in einer Sekunde, ist aber stets im Fluss und kohärent.

Im Jahr 2004 entschied sich Ghedalia schließlich, wieder live aufzutreten. Er arbeitete zunächst mit anderen Musikern zusammen (Les Reines d’Angleterre, David Fenech & Jac Berrocal, Norscq & Black Sifichi, Nicolas Lelièvre) und tritt nun als Solokünstler auf (obwohl sich sein sehr junger Sohn manchmal zu ihm auf die Bühne gesellt!). © Cafe OTO



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