„Fremd in der Welt und frei im Leben“ Lange Nacht über Jean-Paul Sartre und Albert Camus

Während der NS-Zensur in Paris der 40er-Jahre regt sich philosophischer Widerstand: Im Schatten der Hakenkreuzfahnen entsteht eine neue Philosophie der Freiheit, der Existenzialismus. Die zentralen Protagonisten Sartre und Camus brechen gemeinsam in die Zukunft auf – und scheiden dann im Streit.

Von Christoph David Piorkowski

Der seit der Kindheit von Büchern umgebene Sartre und der in bitterer Armut aufgewachsene Algerienfranzose Camus thematisieren auf je eigene Weise die prekäre Existenz des Individuums in einer absurden und gottlosen Welt. Ohne jeden Kompass ist der Mensch zu einer furchterregenden, aber auch berauschenden Freiheit verdammt, die ihm die totale Verantwortung für sein Leben aufbürdet.

Ab den 1950er-Jahren engagieren sich Sartre und seine nicht minder populäre Lebensgefährtin Simone de Beauvoir immer stärker für den Kommunismus. Mit dem politisch gemäßigteren Camus kommt es darüber zum Bruch. Als Persona non grata wird der einst in die Pariser Intelligenz immigrierte Aufsteiger aus Algier nun aus deren Mitte verbannt.

Nach dem Zerwürfnis mit Sartre zieht sich Camus bis zu seinem Unfalltod im Jahr 1960 auf ein Leben und Denken im Zeichen der Sonne seiner Kindheit zurück. Jean-Paul Sartre schwört dem orthodoxen Kommunismus ab und wahrt seine Stellung als einer der tonangebenden Linksintellektuellen des 20. Jahrhunderts.


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© Deutschlandfunk, Lange Nacht, 14.4.2018

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