„Freie Radikale – Jazz und Politik gestern und heute“ Nicole Mitchell & Haki R. Madhubuti in Chicago Mit Harry Lachner

Die Wahl Donald Trumps zum Präsidenten der Vereinigten Staaten war ein Schock für viele Musiker – auch die Flötistin Nicole Mitchell positionierte sich immer deutlicher gegen Ausgrenzung und Unterdrückung in einer immer rassistischer werdenden US-amerikanischen Gesellschaft. Beispielhaft dafür war ihr Konzert in Chicago mit dem Motto „Liberation Narratives„.

Mit Harry Lachner

Der Jazz war – wenn er sich nicht zur harmlos exotischen Unterhaltungsmusik umdeuten ließ – an sich bereits ein Stachel im Selbstverständnis der weiß-dominierten amerikanischen Gesellschaft. Zwar konnten Künstler wie Billie Holiday in den Clubs auftreten – mussten aber mit dem Lieferanteneingang vorlieb nehmen. Eine eindeutige Politisierung erfuhr der Jazz aber erst mit der Erstarkung der Bürgerrechtsbewegung Ende der fünfziger, Anfang der sechziger Jahre – mit Werken wie etwa der „Freedom Now Suite“ von Max Roach. Die Sendung zeigt die zunehmende Schärfung im Ausdruck gesellschaftspolitischer Prozesse im Jazz über die Jahre, stellt die Frage, inwieweit heute politische Absichtserklärungen im Jazz noch eine Rolle spielen und wie eng Politik und musikformale Neuerungen zusammenhängen.

Nicole Mitchell & Haki R. Madhubuti in Chicago
Aufnahme vom 10. November 2016 aus dem Logan Center

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© WDR 3, Jazz & World, 30.11.2018

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