Das Trio Grünen und sein neues Album „Disenjambment“. Das eine oder andere Rätsel gäbe es schon, aber ob Lösungen existieren und, wenn ja, ob sie weiterhelfen könnten? Erwähnen wir wenigstens kurz das erste Rätsel: Was soll der Titel „Disenjambment“?

Philologen kennen vielleicht das deutsche Wort „Enjambement“, das aus dem Französischen stammt und angewandt wird für ein lyrisches Stilmittel; das englische „enjambment“ wird bündig mit „Zeilensprung“ übersetzt. Was aber sollte das mit diesem „dis-“ davor meinen? Schwierig.

Wie zu erwarten, gibt die Musik keine Antwort auf solche verbalen Fragen. Die Musik des Trios „Grünen“ erscheint selbst irgendwie enigmatisch. Als Jazz würde man das nicht unbedingt bezeichnen, dazu ist alles scheinbar zu formlos, zu vieldeutig, rhythmisch zu wenig expressiv. Andererseits ist es Musik, in der komponierte und improvisierte Anteile in einem Verhältnis stehen, das in der akademischen Neuen Musik so nicht vorkäme. Sie folgt keinen leicht erkennbaren Schemata, sie trennt nicht zwischen Zuständigkeiten für die verschiedenen Parameter, alle drei Instrumentalisten sind gleichermaßen und jederzeit für Klang, Rhythmus, Energie verantwortlich; für etwas wie Melodik oder Harmonik interessiert sich allerdings niemand so recht….

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© Frankfurter Rundschau, Kultur, Musik, 10.3.2020

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