Markus Stockhausens intuitive Septett-Musik auf neuer CD „Wild Life“. Wild? Auf den ersten Blick eher nicht. Die Musik ist komplex und oft überraschend in ihrer Klanglichkeit und ihren Verläufen, aber sie türmt sich nicht hoch in addierten Klangschichten, sie verzichtet auf dominante, treibende Rhythmik und lässt die immerhin zwei Schlagwerker eher als Sound-Schöpfer wirken, und sie geht bei all dem dynamisch maßvoll vor. 

Einige Stücke – etwa die „Walpurgisnacht (Fast Lane)“ – drehen ein wenig stärker auf, Schlagzeuger Christian Thomé drischt ein wenig härter, aber dann wird es wieder feinsinnig und filigran mit Tabla (Bodek Janke) und gezupften Saiteninstrumenten (Michelangelo Flammia), mit einem Flügelhorn (Markus Stockhausen), das fein ausklingende Melodielinien intoniert („Zeitreisende“), ein aufregend sangliches Cello (Jörg Brinkmann), und Florian Weber entfaltet am Klavier variationsreiche rhythmische und harmonische Ideen. Nein, wild ist das Klangbild nicht. Es ist sondern dicht, überraschend, voller Abwechslung, dabei von narrativer innerer Konsequenz.

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© Frankfurter Rundschau, Kultur, 13.7.2020

CD Tipp auf BR

 

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