John Scofields „Swallow Tales“ handelt von guten alten Geschichten. Am besten hört man das alles gleich noch einmal. Zumindest, wenn man mehr darüber erfahren will, was daran so magnetisch ist – schließlich können, wenn von Musik ein Magnetismus ausgeht, die Gründe dafür kompliziert sein.

Auf den ersten Blick sieht die Sache überschaubar aus: Ein Jazz-Trio mit einem Gitarristen (John Scofield, Jahrgang 1951), einem E-Bassisten (Steve Swallow, Jahrgang 1940) und einem Schlagzeuger (Bill Stewart, Jahrgang 1966) spielt Stücke des Bassisten.

Dann wäre der Klang an der Reihe. Das Trio klingt auf eine berückende Weise klassisch, subtil, lässig, geschichtsbewusst und voller Liebe für die schönsten Eigenschaften der Liedform, als da wären Melos, Mitteilsamkeit, gemessenes Virtuosentum im Dienste der inhaltlichen Qualitäten. Wobei „klassisch“ nicht nur konsensfähig bedeuten soll, sondern vor allem formal durchdacht und durchlebt und auf nicht exaltierte Weise reif und souverän.

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© FR, Kultur, Musik, 21.6.2020

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