Fasziniert vom Klang der Worte sucht der Komponist Alessandro Bosetti immer wieder nach Wegen, Musik aus Sprache zu generieren. DJ Tonality S. reflektiert in seinem Hörstück das breite Spektrum menschlicher Verhaltensmuster bei Kontaktaufnahmen und Kontaktabbruch.

Mit Stefanie Schrank

Alessandro Bosetti: „A Collection of Smiles“
Realisation: der Autor
Produktion: WDR 2011

Fasziniert vom Klang der Worte sucht der Komponist Alessandro Bosetti immer wieder nach Wegen, Musik aus Sprache zu generieren.In seinem von Francis Ford Coppolas Lauschangriff-Thriller „The Conversation“ inspirierten Projekt „A Collection of Smiles“ konzentriert er sich auf die Polyphonie alltäglicher privater Gesprächssituationen. Allerdings mikrophoniert Bosetti nicht heimlich. Er sperrt seine Gesprächspartner zu einem Blind Date in getrennte Studiokabinen. Die Interaktionsfragmente legt er mit den Experimentalmusikern Kenta Nagai, Johnny Chang und Chris Heenan unter die akustische Lupe, bildet den Raum zwischen den Worten ab und reibt die Stimmen gegeneinander.

Tonality S.: „Hello, Goodbye!“
Klangwelten zwischen Willkommen und Abschied

„Say Hello to my little friend!” Schon hinter dieser Vorstellungsrunde des narbengesichtigen Gangsters „Scarface“ steckte im Ergebnis eine eher unfreundliche Abschiedsgeste. Ein großes Hallo und lange Abschiede gibt es nicht nur auf Opernbühnen und im Stadionkonzert. Joseph Haydn inszenierte z.B. in seiner 45. Symphonie „The Long Goodbye“. Die Beatles haben die Dialektik von Hello und Goodbye im Rahmen ihrer „Magical Mystery Tour“ vertieft.  DJ Tonality S. reflektiert in seinem Hörstück das breite Spektrum menschlicher Verhaltensmuster bei Kontaktaufnahmen und Kontaktabbruch. Eine wüste Collage aus musikalischen Begrüßungsfloskeln und anrührenden Abschiedsszenen.

Beide Stücke in Flac:

© WDR 3, Open Sounds, 12.1.2019

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