Im Norden Lapplands sind normale Tage das Außerordentliche. Normal sind dort lange dunkle Winter und Sommerwochen, in denen die Sonne kaum untergeht. Wenn es wahr ist, dass Menschen vom Licht abhängig sind, müssten sie von extremen Stimmungsschwankungen gebeutelt sein.

Von Jean-Claude Kuner und Hannu Karisto

Oder kann sich der Mensch an diese Extreme gewöhnen? Ist diese Gewöhnung gar vererbbar wie die Augenfarbe – und hat die etwas damit zu tun? Kann der Mensch das Extrem vielleicht produktiv machen, indem er darüber singt, malt, dichtet? Kann er daraus Kraft schöpfen?

Lebt zum Beispiel der Einheimische von Ivalo, der Sami, in ständiger Vorfreude auf die Sonne und in permanentem Genuss des Lichts, wenn es einmal da ist?

Oder ist die Gewöhnung ans Extrem eben doch nur eine Behauptung, eine Methode der psychischen Selbstüberlistung? Dann sollte diese Methode erlernbar sein. Hat man schon einmal von in Mitteleuropa lebenden Sami gehört, denen das winterliche Dunkel fehlt? Und: Hören Sami besser, weil sie weniger zu sehen kriegen? Wie klingen Licht und Dunkel?

 

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© Deutschlandfunk, Feature, 25.12.2017

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