Clint Eastwood wird am 31. Mai 90 Jahre alt. Er gehört zu den größten lebenden Leinwand-Idolen der USA, war der Held zahlloser Western und Thriller, ist aber auch ein viel bewunderter Regisseur, Geschäftsmann und eine in den letzten Jahren zunehmend umstrittene politische Figur seines Landes. Eine Würdigung in 90 Beobachtungen.

Von Patrick Holzapfel

1

Clint Eastwood wurde am 31. Mai 1930 in San Francisco geboren. Im Land spürte man die Auswirkungen des Börsenzusammenbruchs, aber seine Familie war recht wohlhabend. Aufgrund des beruflichen Werdegangs des Vaters zog man in den 1930er-Jahren häufig um.

2

Eastwood braucht keine Background-Story. Er spielt die Vergangenheit einer Figur ständig mit. Sein schweigsamer Held in Sergio Leones Dollar-Trilogie verdankt die Introvertiertheit angeblich dem Schauspieler. Dieser habe dem jungen italienischen Regisseur gesagt, dass nur B-Movies versuchen würden, dem Zuschauer alles zu erzählen. In dem von Eastwood inszenieren Drama „Mystic River“ sagt ein Polizist, dass man der Figur von Sean Penn ansehen könne, dass sie im Gefängnis gewesen sei. Es verrate sich in der Körperhaltung.

3

Eastwood hat sich inzwischen 24 Mal selbst in der Hauptrolle inszeniert. Damit übertrifft er sogar Woody Allen.

4

Er spielt schon lange alte Männer. Männer, die schnell außer Atem sind, die scheinbar ausrangiert wurden. Irgendwann ging er dazu über, sehr alte Männer zu spielen. Dann wirkt sein wütender Trotz, seine Sturheit noch beeindruckender. Man glaubt, dass dieser hagere Mann mit den dicken Äderchen auf den Händen gleich umfallen müsste. Aber plötzlich rennt er allen davon. Mit Ausnahme von Christopher Plummer und Hal Holbrook gibt es nur wenige Star-Schauspielers seines Alters. Allerdings hat er sich als Schauspieler rarer gemacht in diesem Jahrhundert…

Weiter lesen …!

© Filmdienst,  30.05.2020

Danke, das Du meinen Beitrag kommentieren möchtest

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.