Schon vor der Corona-Krise waren wichtige Medikamente über Monate nicht lieferbar. Viele davon werden heute fast ausschließlich in China und Indien hergestellt. Aus Kostengründen. In Deutschland wurde dagegen die letzte große Antibiotika-Fabrik 2017 stillgelegt.

Von Ludger Fittkau

Noch vor einem Vierteljahrhundert war die Hoechst AG im Frankfurter Vorort Hoechst ein global bedeutendes Pharma-Unternehmen. An rund 15.000 Apotheken der Welt hing das Firmenschild mit Turm und Brücke, der symbolischen Darstellung des expressionistschen Verwaltungsgebäudes. Die Hoechst AG gibt es heute nicht mehr. Die Antibiotika-Fermentationsanlage wird nicht mehr für den ursprünglichen Zweck genutzt.

Doch nun mehren sich Stimmen aus Politik und Wirtschaft, die fordern, aus der Covid-19-Krise zu lernen und versorgungsrelevante Arzneimittel wie Antibiotika künftig wieder in Europa zu produzieren. Klar ist inzwischen auch: Die Stilllegung der Anlage in Höchst wäre nicht nötig gewesen. Denn es gab Unternehmer, die sie weiterbetreiben wollten. 

https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2020/08/11/zurueck_zur_apotheke_europas_auf_den_spuren_eines_dlf_20200811_1915_f8b8f2e5.mp3

Zurück zur „Apotheke Europas“? Auf den Spuren eines unnötigen Mangels
Von Ludger Fittkau

Regie: Anna Panknin
Sprecher: Jean-Paul Baeck und Hildegard Meier
Ton und Technik: Wolfgang Rixius und Jens Müller
Redaktion: Wolfgang Schiller
Produktion: Deutschlandfunk 2020

© Deutschlandfunk, Feature, 11.8.2020

Danke, das Du meinen Beitrag kommentieren möchtest

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.