Systemsprenger sind heute in aller Munde. Der Versuch, den Schüler Jonas zu disziplinieren, zeigt das Erziehungssystem der DDR in solcher Klarheit, dass der auftraggebende Rundfunk das Feature 1983 nicht senden wollte.

Ein Bericht über die ersten Wochen nach der Entlassung des 20-jährigen Jonas aus dem Strafvollzug im Juli 1983 nach einer einjährigen Haftstrafe, zu der Jonas im Mai 1982 wegen „asozialen“ Verhaltens und „Arbeitsbummelei“ verurteilt wurde. Filmemacher Thomas Heise durfte in dieser Radioarbeit nicht nur Jonas und seine Familie aufnehmen, sondern auch Männer und Frauen, die von Staats wegen seine „Wiedereingliederung in die sozialistische Gesellschaft“ verfolgten, aber nicht erreichten. Das Hörstück konnte erst 1990 fertiggestellt werden.

Vorname Jonas
Von Thomas Heise
Regie: Thomas Heise
Ton: Hans Blache, Rolf Haberlandt, Anette Gudra
Produktion: Autorenproduktion 1989

Thomas Heise, geboren 1955 in Berlin, Studium an der HFF Potsdam-Babelsberg. Seit 1983 Autor und Regisseur für Theater, Hörspiel und Dokumentarfilm. 2007-2013 Professor für Film und Medienkunst in Karlsruhe, seit 2013 Professor an der Akademie der Bildenden Künste Wien. Seit 2018 Direktor der Sektion Film- und Medienkunst an der Akademie der Künste Berlin. Zuletzt: „Heimat ist ein Raum aus Zeit“ (Deutscher Dokumentarfilmpreis 2019).

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