Luft ist niemals wirklich rein. Auch nicht der Boden, auf dem wir stehen. Stets regnet ein unsichtbarer Fall-out auf den Menschen nieder und belegt ihn und seine Umgebung mit einem sanften Film. Der Leidgeplagte kämpft dagegen an. Erfolglos. Der permanente Kampf gegen Staub ist ein wahrer Sisyphosakt.

Von Dieter Jandt

Ein ständiges Ringen in einer Welt voller farbloser Fäden. Und rutscht man doch so verbissen auf den Knien, bewaffnet mit Staubsauger, Lappen und Handfeger, um in den hintersten Winkel zu gelangen, so wird man doch irgendwann selbst zu Boden sinken und zu Staub zerfallen. Ist dieses frustrierende Säubern also im tiefen Grunde eine zähe Auseinandersetzung mit dem schleichenden Verfall, um ja nicht selbst zu geschlagener Stunde pulverisiert zu werden?

Ein graues Phänomen, um das sich zäh Assoziationen der Vergängnis ranken wie klebrige Spinnweben. Psychologen wie Allergologen raten zur Mäßigung, derweil Staubsaugerindustrie und Allergiker den Staub schier verteufeln.

Manuskript PDF

„Staub“ Das verfolgte Faszinosum
Von Dieter Jandt

Regie: Uta Reitz
Es sprachen: Margret Gilgenreiner, Thomas Lang, Stefanie Mühle, Heinrich Schmieder
Ton und Technik: Karl-Heinz Stevens und Stefan Vollmicke
Produktion: Dlf 2000

 

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