Respekt ist nicht gleich Respekt. Eine Ärztin oder einen Polizisten zu respektieren, das geschieht unter ganz anderen gesellschaftlichen Voraussetzungen als der Respekt gegenüber Menschen anderer Religionen, anderer politischer Haltungen und Lebensweisen.

Von Almut Schnerring und Sascha Verlan

Respekt ist das Bindemittel, das die Gesellschaft zusammenhält, und zugleich die Zentrifuge, die sie auseinandertreibt. Und Respekt ist schnell eingefordert, viel schwieriger ist es dagegen, in einer diversifizierten Gesellschaft wirklich respektvoll zu leben – sich selbst, der Natur und Umwelt, den Mitmenschen gegenüber.

Es ist nicht nur eine Frage der Vorerfahrung und allgemeinen Lebenseinstellung, es braucht vor allem auch Zeit und Ruhe in der Situation selbst, um wirklich respektvoll sein zu können. Respekt als Begriff ist mehrdeutig, vielschichtig, unpräzise, bisweilen sogar widersprüchlich: Synonym für Angst oder für die Vorsicht vor einer anspruchsvollen, vielleicht gefährlichen Aufgabe. Respekt vor dem Alter, staatlichen Institutionen. Und Respekt vor einer Leistung, die jemand vollbracht hat, gern auch vor eigenen Leistungen.

Wer Respekt fordert, meint deshalb oft etwas anderes als den Respekt, den er oder sie selbst zu erweisen bereit ist. Wie kann Respekt funktionieren und gelebt werden in einer zunehmend digitalisierten und globalisierten Welt, in der wir uns oft nur noch medial vermittelt, sogar anonym begegnen?

Manuskript PDF

R.E.S.P.E.K.T. 2.0
Von Wertschätzung in einer globalisierten Welt
Von Almut Schnerring und Sascha Verlan

Regie: Rolf Mayer
Es sprachen: Sigrid Burkholder und Heiko Obermöller
Ton und Technik: Eva Pöpplein und Thomas Widdig
Redaktion: Klaus Pilger
Produktion: Deutschlandfunk 2017

© Deutschlandfunk, Feature, 14.6.2020

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