Nestor Machno kommandierte im russischen Bürgerkrieg die selbsternannte „Revolutionäre Aufständische Armee der Ukraine“. Die sowjetische Geschichtsschreibung degradierte ihn zum Banditen. Die Anarchisten in aller Welt verehren ihn als Helden, als ukrainischen Che Guevara. Wer war dieser Mann?

Feature von Mark Zak

Nirgendwo wütete der Bürgerkrieg (1917 bis 1921) so brutal und vernichtend wie in der Ukraine. Hier fanden die blutigsten Schlachten, die schwersten Epidemien, die meisten Judenpogrome statt.

Nestors Machnos Bauern-Partisanen-Truppe kämpfte gegen alle: Weiße Garde, ukrainische Nationalisten, Antisemiten, deutsch-österreichische Truppen, Rote Armee und versuchte im Südosten des Landes eine herrschaftsfreie Gesellschaft aufzubauen.

Mit seinen Freischärlern beeinflusste er den Ausgang des Bürgerkriegs zu Gunsten der Bolschewiki entscheidend. Doch er war ein Gegner der Diktatur des Proletariats; Machno plädierte leidenschaftlich für die Freiheit – und wurde ins Exil getrieben. Er starb 1934 in Paris – arm, krank und sprachlos.

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„Erinnert Euch an mich“
Nestor Machno und seine ukrainische anarchistische Volksarmee.
Von Mark Zak

Regie: Wolfgang Rindfleisch
Es sprachen: Matthias Haase, Hendrik Stickan, Mark Zak, Philipp Schepmann, Thomas Balou Martin, Susanne Flury, Anja Bilabel und Kerstin Fischer
Ton und Technik: Gunther Rose und Angelika Brochhaus
Redaktion: Karin Beindorff, Ulrike Bajohr
Produktion: Dlf 2017

Der Autor und Schauspieler Mark Zak wurde 1959 in der Ukraine geboren und kam 1974 mit seiner Familie nach Westdeutschland. Zak hat in über hundert deutschen und internationalen Filmen mitgewirkt. Er schreibt Krimis, Hörspiele, Features und Theaterstücke. Sein Buch über Nestor Machno „Erinnert euch an mich“ erschien 2018 in der Edition Nautilus.

© Deutschlandfunk, Feature, 20.4.2020

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