Je mehr unsere Arbeit verdichtet wird, desto weniger haben wir zu lachen, desto mehr wird aber gelacht und gelächelt. Innen bewölkt, außen heiter: An der Kasse oder der Fleischtheke erleben wir die Verkehrung der tatsächlichen Gemütslage. Lächeln wird beruflich verordnet. Gespielte Heiterkeit in ernsten Zeiten.

Uns umgibt viel Vergnügen. Das beginnt gleich am Morgen: Beim Frühstücksfernsehen springt uns geballt gute Laune an. Wir sehen fürchterlich breit grinsende Menschen. Doch wie echt ist unser Lächeln, und wie oft sollten wir es lieber lassen? Ja, lächeln kann ansteckend sein und gute Laune verbreiten. Es kann aber auch anstrengend sein, ständig das Gesicht zu verziehen. Zumal es leicht zu erkennen ist, wenn jemand gegen sein wahres Gefühl anlacht.

Neurowissenschaftler reden von 18 verschiedenen Arten von Lächeln oder Lachen. Aber nur eine Variante sei der Ausdruck wirklichen Vergnügens. Manche gehen in die Lachtherapie oder zum Lachyoga. Viele haben im Alltag keine Zeit mehr für ausgiebiges Gelächter.

Doch Lachen soll gesund sein und kann sogar einem Burnout vorbeugen. Dauer lächeln kann hingegen schaden. Was sollen wir also tun? Halten wir es mit dem Schriftsteller Kurt Tucholsky, der empfahl: „Lerne lachen ohne zu weinen“. Schaffen wir das?

Lach doch mal!
Gespielte Heiterkeit in ernsten Zeiten
Von Dieter Jandt

Regie: Uta Reitz
Es sprachen: Rene Heinersdorff, Daniel Wiemer, Louis Friedemann Thiele, Justine Hauer
Ton und Technik: Daniel Dietmann und Roman Weingard
Redaktion: Klaus Pilger
Produktion: Dlf 2017

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