Seit Jahrhunderten lehren uns Komponisten das Gruseln. Unheimliche Musik lässt uns erschaudern und kündigt Unheil an. Dabei haben die musikalischen Effekte, die uns das Fürchten beibringen, eine erstaunlich lange Tradition.

Ein Horrorfilm wäre ohne Musik wahrscheinlich nur halb so gruselig. Aber auch ohne Bilder kann Musik eine unheimliche Wirkung entfalten. Der Musikwissenschaftler Professor Frank Hentschel erforscht Hörgewohnheiten und Gründe für das Unbehagen, das Musik auslösen kann. Bei fast allen Menschen löst Musik Gefühle aus, weshalb sie uns buchstäblich „unter die Haut“ gehen kann. Manchmal reagieren wir auf Musik und Geräusche sogar mit einem ganz archaischen Reflex: der Gänsehaut. Doch auch das Irrationale und Unvorhersehbare erzeugt bei uns Angst. Manches Spukphänomen hat es so bis auf die Opernbühne geschafft. Eine Gruselgarantie gibt es jedoch nicht. Ein zu vorhersehbares Muster kann jedem Spuk schnell ein vorzeitiges Ende bereiten.

 

„Klänge des Grauens – Das Unheimliche in der Musik“

Von Silvia Hansen
Redaktion: Leslie Rosin
Produktion: WDR 2019

© WDR 3, Feature, 26.12.2019

Literaturhinweise

  • Frank Hentschel: Töne der Angst: Die Musik im Horrorfilm. Verlag Bertz und Fischer Berlin 2011, 256 Seiten, 32,90 Euro
  • Eckart Altenmüller: Vom Neandertal in die Philharmonie: Warum der Mensch ohne Musik nicht leben kann. Springer Verlag Heidelberg 2018, 525 Seiten, 24,99 Euro
  • Roger Clarke: Naturgeschichte der Gespenster: Eine Beweisaufnahme. Aus dem Englischen von Hainer Kober. Matthes & Seitz Verlag Berlin 2015, 333 Seiten, 38 ,- Euro

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