Die Bibel wird von vielen Juden und Christen als Besitzurkunde für das „Heilige Land“ angesehen. Darüber ist unter israelischen Archäologen ein Streit entbrannt. Eine Schlüsselkontroverse dreht sich um die Königreiche von David und Salomon.

Hat es die Schlacht von David und Goliath wirklich gegeben? Waren die Philister tatsächlich ein brutales, kampfbereites Volk, wie die Bibel schreibt? In Israel wird von der Archäologie erwartet, dass sie handfeste, objektive Beweise für solche Erzählungen der Bibel liefert.

Nach Jahrzehnten der Instrumentalisierung wehren sich israelische Archäologen jetzt dagegen, ihre Wissenschaft weiter in den Dienst der nationalen Geschichtserzählung zu stellen und der Auseinandersetzung mit den Palästinensern.

Der Streit dreht sich vor allem um die Frage, ob die israelische Archäologie zu stark von biblischen Legenden ausgeht und sich nicht genug kümmert um die Spuren anderer Kulturen des Landes. Eine der Schlüsselkontroversen in der Debatte um die Politisierung betrifft die Geschichtlichkeit der Königreiche von David und Salomon – und damit den Streit um Grenzen und um Jerusalem als „ewige Hauptstadt“ Israels. Der Autor besucht Ausgrabungen in Jerusalem, Shiloh und im Elah-Tal und trifft die dort arbeitenden Archäologen.

Graben nach Gott – Bibel und Politik in Israel
Von Daniel Cil Brecher
Redaktion: Dorothea Runge
Produktion: WDR 2020

© WDR 3, Kulturfeature, 13.6.2020

 

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