Was passiert, wenn man armen Menschen einfach Geld gibt, damit sie sich selbst helfen können? Die US-Hilfsorganisation „Give Directly“ zahlt Menschen in Kenia ein Grundeinkommen aus – zur Armutsbekämpfung.

Von Nina Hellenkemper

Es ist das bislang größte Experiment mit einem bedingungslosen Grundeinkommen in Afrika. Jeden Monat erreicht eine Kurznachricht per Handy die Dorfbewohner von Magawa: „2.250 Schilling sind eingegangen! Abzuholen beim nächsten M-Pesa-Stand.“ M-Pesa heißt das Programm für Geldtransfers via Mobilfunk in Kenia, mit dem Überweisungen selbst in entlegene Dörfer möglich sind. 2.250 Schilling, das sind 22 US Dollar. Soviel, wie die ärmsten Bewohner am Ostufer des Viktoriasees im Monat zum Leben haben – weniger als 75 Cent am Tag.

Was die Menschen vor Ort am nötigsten brauchen, haben sie bisher nie selbst entschieden, sondern Experten von der Entwicklungshilfe. Mit den Geldtransfers hat sich das Leben in den Dörfern verändert: Der Hunger geht zurück, die Einnahmen aus der Landwirtschaft steigen und die Einwohner sind weniger gestresst.

Give Directly hält die klassische Entwicklungshilfe für gescheitert und rechnet vor, dass deren Milliarden ausreichen würden, jedem extrem Armen in der Welt ein bedingungsloses Grundeinkommen zu zahlen.

https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2020/07/31/geld_fuer_die_welt_dlf_20200731_2005_3f838d53.mp3

„Geld für die Welt“ Ein Grundeinkommen für die Ärmsten Kenias
Von Nina Hellenkemper

Regie: Philippe Brühl
Redaktion Dlf: Tina Klopp
Produktion WDR/Deutschlandfunk 2020

© Deutschlandfunk, 31.7.2020

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