In der brasilianischen Metropole São Paulo steht das größte Wohngebäude der Welt: das Edifício Copan, ersonnen von Oscar Niemeyer, dem Nestor der brasilianischen Architektur. Menschen aller sozioökonomischen Schichten sollten hier leben und sich begegnen. Lange galt dieser Traum als gescheitert.

Mit dem Niedergang der brasilianischen Wirtschaft verkam das Zentrum São Paulos und mit ihm das Copan. In den Gängen wurden Drogen verkauft und Überfälle verübt, Wohnungen zu Bordellen umfunktioniert und Treppenhäuser zu Müllhalden.

Doch heute hat sich vieles von dem erfüllt, was Niemeyer vorgesehen hatte. Das hat mit Verwalter Affonso Celso Prazeres de Oliveira zu tun, der das Copan mit eiserner Hand regiert. Der Gebäudemanager hat sie alle im Blick, die 1.160 Wohnungen, 32 Etagen und sechs Blöcke.

Das Copan hat Ausmaße eines Stadtviertels und daher sogar seine eigene Postleitzahl, als wohl weltweit einziges Gebäude. Es ist privater und öffentlicher Raum zugleich: In den Arkaden im Erdgeschoss befinden sich heute wieder Geschäfte und Gastronomie. Doch ist so eine Wohnmaschine überhaupt beherrschbar?

„Edifício Copan“ Leben im größten Wohnhaus der Welt
Von Tom Noga

Regie: Fabian von Freier
Es sprachen: Wolfgang Rüter, Maya Bothe, Camilla Renschke, Justine Hauer, Volker Risch, Frank Meyer und Jonas Baeck
Übersetzungen: Tays Serra-Noga
Ton und Technik: Ernst Hartmann und Angelika Brochhaus
Redaktion: Klaus Pilger
Produktion: Dlf 2016

© Deutschlandfunk, Freistil, 26.1.2020

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