23 Millionen Afrikaner wurden in den vergangenen 12 Jahren aus medizinischen Gründen beschnitten. Zirkumzision senke effektiv die Infektionsrate mit dem AIDS-Virus HIV, deklarierte 2007 die Weltgesundheitsorganisation WHO auf der Basis US-amerikanischer Studien. Inzwischen formiert sich Widerstand.

Während Jungen in Deutschland aus nicht religiösen und nicht traditionellen Gründen immer seltener beschnitten werden, fließen Millionen Dollar in Afrika in Beschneidungskampagnen. Für die meist US-amerikanischen Pro-Aktivisten ist das völlig normal und unproblematisch. Sie wurden mehrheitlich ebenfalls bereits als Jungen beschnitten.

Die „Intaktivisten“ bestreiten mit Vehemenz den Nutzen für die AIDS-Vorbeugung. Entscheidend sei, dass Kondome benutzt werden. Zudem sei die Vorhaut aus vielen Gründen sehr wohl nützlich. Unter dem Druck des ausländischen Geldes sei eine rassistisch konnotierte Beschneidungsindustrie entstanden. Diese konzentriere sich auf unmündige Schüler, weil es bei jungen Erwachsenen zu viel Widerstand gab.

Das Feature berichtet von der Nordküste des Viktoriasees, einer Schwerpunktregion der Beschneidungskampagne. Und es stellt die Argumente pro und contra dieses angeblich „unnützen Stücks Haut“ auf den Prüfstand.

Der Kampf gegen die Vorhaut
Die US-Kampagne zur Beschneidung von Männern in Afrika
Von Ulli Schauen

Es sprachen: Daniel Berger, Volker Niederfahrenhorst, Bruno Winzen, Jochen Langner, Daniel Wiemer, David Vormweg, Justine Hauer, Sigrid Burkholder und Susanne Reuter
Ton und Technik: Michael Morawietz und Hendrik Manook
Redaktion: Wolfgang Schiller
Produktion: Deutschlandfunk 2020

© Deutschlandfunk, Feature, 21.7.2020

Ulli Schauen, freier Autor, widmet sich gerne unbekannten oder vernachlässigten Themen, und das im jeweils bestgeeigneten Medium. Im Buch, Web, Fernsehen oder Radio.

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