Das nachträglich eingebaute Schlüsselloch: Eine Edition präsentiert die Briefe des Komponisten John Cage an den Choreographen Merce Cunningham zusammen mit Bildern vom gemeinsamen Leben der beiden Künstler.

Das Maß an Bescheidenheit, Diskretion und Zurückhaltung, dass John Cage und Merce Cunningham an den Tag legten, ist von heute aus betrachtet kaum vorstellbar. Alle wussten, dass die beiden ein Paar waren. Niemand aber, der ihnen begegnete, wäre auf die Idee gekommen, ihnen eine private Frage zu stellen. Das Private spielte keine Rolle. Die intellektuelle und ästhetische Faszination, die von den Werken des Musikers und des Tänzers ausging, mochten sie gemeinsam oder jeweils allein oder mit anderen geschaffen worden sein, war so groß, dass man an etwas wie ihr Privatleben keine Zeit zu verschwenden hatte. Es gab zu viel zu lernen über die revolutionären Auffassungen des Komponisten und des Choreographen von Musik und Tanz und das Verhältnis dieser Künste zum Bühnenbild und zu Kostümen, zu Technologie und Film….

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© FAZ, Feuilleton, Bücher, Kultur, 12.6.2020

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