„Ich liebe das ‚Banale'“, sagt der österreichische Komponist Clemens Gadenstätter, „da hier die Dinge gänzlich klar sind.“ Und sie sind so klar – diese Geräusche der Motoren, die Tütatas von Polizeiautos und Krankenwagen -, dass wir sie nicht wahrnehmen: jedenfalls nicht als Klang.

Anders der 1966 in Zell am See geborene Komponist Clemens Gadenstätter, der u.a. bei Helmut Lachenmann und Erich Urbanner studiert hat. Er schaut hinter das so Banale der Sounds aus dem ganz normalen Leben, erkundet ihre Bedeutungsuniversen. Gadenstätter: „Das, was mich beim Komponieren von ‚Semantical Investigations‘ interessiert hat, dass es ein unfassbar großes Klangrepertoire gibt, das wir nie aktiv wahrnehmend hören und das doch unser tägliches Leben begleitet und sogar lenkt, eben: zurichtet. […] Während man ‚Semantical Investigations‘ hört, lernt man vielleicht das ‚Hören‘ auf eine andere Weise kennen, indem man einem ganz gewöhnlichen, scheinbar banalen Klang in eine andere Umgebung folgt, wo er mit neuen Bedeutungen und neuen Qualitäten ganz anders erscheint.“


© HR 2, Konzertsaal, 27.2.2020

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