Sie waren Wahlverwandte: Joseph Conrad und Ernst Schnabel. Beide erfüllten sich den Jugendtraum, Seemann und Schriftsteller zu werden. 1974, zu Conrads 50. Todestag, entstanden fünf Reportagen über Romane des polnisch-englischen Schriftstellers.

Versuche, Conrads epische Welten für das Radio zu adaptieren. Eine dieser Reportagen, „Mit den Augen des Westens“, ist nun noch einmal zu hören. Mit einer Einführung von Hanjo Kesting: „Seemann und Schriftsteller: Ernst Schnabel und Joseph Conrad“

Der Roman „Mit den Augen des Westens“, 1912 erschienen und in Thema und Stil an Dostojewski erinnernd, führt in das Russland des beginnenden 20. Jahrhunderts. Anarchisten und revolutionäre Gruppen beunruhigen das Land. Der Student Rasumoff ist nicht gewillt, sich in solche Umtriebe und Aktionen hineinziehen zu lassen. Eines Tages wird er von einem Kommilitonen zu dessen „Mann des Vertrauens“ gewählt; dieser hat den Polizeiminister Petersburgs ermordet und benötigt nun einen zuverlässigen Fluchthelfer. Rasumoff, der den Ideen der Revolutionäre durchaus nahesteht, deren Gewalttaten jedoch verabscheut, und nicht zuletzt um sein Leben fürchtet, muss sich entscheiden. Er ahnt nicht, daß seine Entscheidung ihn nur noch tiefer in die Wirren der Revolution und des Verrats hineinziehen wird.

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AUTHOR: Ernst Schnabel
DIRECTOR: Hanjo Kesting
PRODUCTION: Norddeutscher Rundfunk
YEAR: 1974
DURATION: 114 minutes, 2 parts
RECORDING DATE:
2003-02-23 (Norddeutscher Rundfunk)

RECORDING BY Tapeman Winfried Noack

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